28.01.2022

Wirtschaft fordert Exit-Strategie

Die sogenannte „Omikron-Welle“ verursacht derzeit sehr viele neue SARS-CoV-2-Infektionen. Das ist eine herausfordernde Situation für Wirtschaft wie Gesellschaft. Gleichwohl erlaubt der Blick in andere EU-Länder Zuversicht. Wo die „Omikron-Welle“ schon ihren Scheitelpunkt überschritten hat, fallen die Infektionszahlen. Die Gesundheitssysteme konnten die hohen Zahlen gut bewältigen und die Eindämmungsmaßnahmen schnell zurückfahren.
„Der Blick über die Landesgrenzen zeigt: Die Landesregierung muss jetzt eine Exit-Strategie entwickeln, um vorbereitet zu sein“, fordert der geschäftsführende Präsident der Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg-Vorpommern, Matthias Belke. „Die aktuelle Corona-Landesverordnung erhöht jedoch den Frust bei vielen Unternehmen, die darin keine Perspektive sehen. Vielmehr werden die Regelungen in der Gastronomie verschärft“, so Belke weiter. „Die Ampelstufen sind zu streng, besonders mit Blick auf die Schwellenwerte bei den Neuinfektionen. Die Ampel ist zu kompliziert und bei den Auflagen für die verschiedenen Branchen gibt es zahlreiche Ungerechtigkeiten. Diese Ungerechtigkeiten haben sich mit der am Donnerstag in Kraft getretenen Verordnung nochmals verschärft“, erläutert Belke.
Zudem müsse die Landesregierung verstärkt niederschwellige Anreize setzen, sich freiwillig impfen zu lassen. Immer mehr Auflagen für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben führen zu weiteren wirtschaftlichen Schäden bei den betroffenen Unternehmen.
„Über die Umsatzeinbußen hinaus belasten die Unternehmen die erforderlichen 2G und 2Gplus-Kontrollen durch das Personal. Die Beschäftigten kündigen, weil auf sie staatliche Kontrollaufgaben abgeladen werden. Diese Abwanderung der Arbeitskräfte wird den Unternehmen über die Corona-Zeit hinaus noch lange zu schaffen machen“, verdeutlicht Belke.
Mit einer Exit-Strategie, die den Unternehmen Perspektiven für die Zeit ab März bietet und einer Überarbeitung und Liberalisierung der Ampelregelungen kann die Landesregierung ein wichtiges Signal für die Unternehmen und ihre Beschäftigten setzen. „Diese Chance sollte nicht verpasst werden“, appelliert Belke abschließend.

Die Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg Vorpommern

Unter dem Namen „ IHKs in Mecklenburg-Vorpommern“ haben sich die drei Industrie- und Handelskammern in Neubrandenburg, Rostock und Schwerin als Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Sie vertreten rund 85.000 Unternehmen, die etwa 500.000 Mitarbeiter beschäftigen. Ungefähr 3.700 Unternehmerinnen und Unternehmer engagieren sich ehrenamtlich in den drei IHKs. Die Geschäftsführung der IHKs in MV obliegt für die Dauer von zwei Jahren rotierend jeweils einer der drei IHKs.