Debatte um Tourismusgesetz ist realitätsfremd

„Ein völlig falsches Signal zu einem völlig falschen Zeitpunkt“, nennt Matthias Belke, geschäftsführender Präsident der Industrie- und Handelskammern in MV, die von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer aufgeworfene Debatte um ein Tourismusgesetz für Mecklenburg-Vorpommern.
„Die Unternehmen sind seit 2020 im Dauerkrisenmodus, müssen sich existenziellen Sorgen und nun explodierenden Kosten stellen, da fängt die Landesregierung eine Debatte um zusätzliche Abgaben zur Unzeit an. Der Vorwurf von mangelndem Fingerspitzengefühl wäre zu milde, vielmehr zeigt sich hier beängstigend ein fehlender Sinn für die aktuelle Realität!“, so Belke.
„Der Ehrgeiz des Wirtschaftsministers sollte sich stattdessen auf die aktuellen Herausforderungen der gesamten Wirtschaft konzentrieren. Diese zu meistern, ist überlebenswichtig!
  • Die explodierenden Kosten bekämpfen,
  • die Erneuerbaren Energien ausbauen,
  • das Land als industriellen Standort stärken sowie
  • das Problem der in fast allen Branchen fehlenden Arbeits- und Fachkräfte angehen,
sind Aufgaben, die ganz oben auf der Agenda stehen müssen! Hier braucht es die schnellen Fortschritte. Die Unternehmen haben keine Kraft und auch kein Verständnis mehr für eine Debatte um eine zusätzliche Tourismusabgabe zu ihren Lasten. Diese Diskussion kommt zum falschen Zeitpunkt und entbehrt daher jeglicher Relevanz“, so Belke.

Die Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg Vorpommern

Unter dem Namen „ IHKs in Mecklenburg-Vorpommern“ haben sich die drei Industrie- und Handelskammern in Neubrandenburg, Rostock und Schwerin als Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Sie vertreten rund 85.000 Unternehmen, die etwa 500.000 Mitarbeiter beschäftigen. Ungefähr 3.700 Unternehmerinnen und Unternehmer engagieren sich ehrenamtlich in den drei IHKs. Die Geschäftsführung der IHKs in MV obliegt für die Dauer von zwei Jahren rotierend jeweils einer der drei IHKs und wird für die Jahre 2021 und 2022 von der IHK zu Schwerin wahrgenommen.