28. April 2022

Das Arbeitszeugnis – Dauerbrenner für Konflikte

Haben Beschäftigte jederzeit Recht auf ein Zeugnis? Die IHK-Expertin Hanna Schmid klärt auf.
Ein Arbeitszeugnis ist nicht nur eine Beurteilung der Arbeitsleistung des Arbeitnehmenden sondern gleichzeitig der Nachweis, dass ein Beschäftigungsverhältnis bestand. „Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmende bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis“, erklärt Hanna Schmid, Fachberaterin im Beratungszentrum Recht und Betriebswirtschaft der IHK Schwaben. Sofern ein berechtigtes Interesse des Mitarbeitenden vorliegt, kann aber auch während des bestehenden Arbeitsverhältnisses auf dessen Wunsch ein Zwischenzeugnis ausgestellt werden. Solch ein Grund kann etwa darin bestehen, wenn der Teamleiter das Unternehmen verlässt oder bei einer Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz.
Inhalt und Formalien des Arbeitszeugnisses
Das einfache Zeugnis enthält neben den persönlichen Daten des Arbeitnehmenden lediglich die Art und Dauer der ausgeübten Tätigkeit. Verlangt der Beschäftigte ein qualifiziertes Zeugnis werden die Angaben aus dem einfachen Zeugnis um eine Bewertung der Leistung und des Verhaltens ergänzt. Unabhängig davon, welche Art gewünscht wird, muss jedes Zeugnis einer Reihe von formalen Mindestanforderungen genügen. Dies beinhaltet beispielsweise, dass das Zeugnis maschinenschriftlich auf dem allgemeinen Geschäftspapier abzufassen ist und frei von äußeren Mängeln sowie Hervorhebungen sein muss. Bevor der Mitarbeitende das Zeugnis erhält, muss der Arbeitgeber das Arbeitszeugnis handschriftlich unterzeichnen.
Sprache des Arbeitszeugnisses
„Die Zeugnissprache hat eine besondere Bedeutung“, erklärt die Rechtsexpertin. Nach der Rechtsprechung muss das Zeugnis wahr und wohlwollend formuliert werden, weshalb sich in der Praxis eine spezielle Zeugnissprache entwickelt hat.