Konjunkturlage in Bayerisch-Schwaben - Jahresbeginn 2026

Comeback auf Raten – Echte Wirtschaftswende steht noch aus

Die Stimmung in der bayerisch-schwäbischen Wirtschaft hellt sich zum Jahresbeginn 2026 weiter vorsichtig auf. Der schrittweise positive Trend aus dem vergangenen Jahr setzt sich somit fort – ein Comeback auf Raten. Der IHK-Konjunkturindex, der sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen der Unternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistung widerspiegelt, steigt im Vergleich zum Herbst um drei Punkte auf 108 Punkte an. Dies ist auf eine vorsichtig optimistischere Erwartungshaltung der Unternehmen mit Blick auf die kommenden Monate zurückzuführen. Der Index liegt jedoch weiterhin unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 113 Punkten. Neben den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und der anhaltend schwachen Inlandsnachfrage werden die im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähigen Arbeitskosten zum größten Risiko für die regionale Wirtschaft. Für eine echte Wirtschaftswende sind kraftvolle Strukturreformen in den Bereichen Arbeitsmarkt, Regulierung, Steuern sowie Energie dringend gefordert.
Koju-Index - Schwaben

Geschäftslage verharrt auf niedrigem Niveau, Erwartungen vorsichtig optimistisch

Die aktuelle Geschäftslage der bayerisch-schwäbischen Unternehmen hat sich im Vergleich zum Herbst 2025 kaum verändert. Zum Jahresstart berichten nun 30 Prozent der Befragten von einer gegenwärtig guten Lage (+1 Prozentpunkt). Der Anteil derer, die aktuell eine schlechte wirtschaftliche Situation im eigenen Betrieb vorfinden, liegt unverändert bei 19 Prozent. Diese Entwicklung wird gestützt von einem steigenden Auftragsvolumen aus dem In- und Ausland, welches sich bisher jedoch noch nicht auf die Kapazitätsauslastung der Unternehmen auswirkt. So berichten weiterhin nur 28 Prozent der Befragten, voll ausgelastet zu sein. Die Geschäftserwartungen hellen sich zum Jahresbeginn 2026 vorsichtig auf. 21 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer erwarten in den kommenden Monaten eine positive Wirtschaftsentwicklung, 17 Prozent eine negative. Dies entspricht in Summe einem Zuwachs um 5 Saldenpunkte und unterstreicht einen zaghaft aufkeimenden Optimismus in der Wirtschaft.

Inlandsinvestitionen bleiben schwach, Beschäftigungsabsichten weiterhin negativ

Trotz etwas positiver konjunktureller Aussichten bleiben die großen strukturellen Probleme des Landes weiterhin ungelöst. Dies spiegelt sich in anhaltend schwachen Investitionen im Inland und weiterhin negativen Beschäftigungsabsichten der regionalen Unternehmen wider. So möchten 21 Prozent der Befragten die Investitionen am Standort steigern, wohingegen 23 Prozent eine Reduzierung planen. 16 Prozent möchten keine Investitionen tätigen. Zudem möchten Unternehmen weiterhin eher im Ausland als im Inland investieren. Dabei sind die Euro-Zone (73 Prozent, +16 Prozentpunkte), Nordamerika (37 Prozent, +1 Prozentpunkt) und Westeuropa (26 Prozent, +8 Prozentpunkte) die Hauptziele von Investitionen bayerisch-schwäbischer Unternehmen im Ausland. Darüber hinaus bleiben die Beschäftigungsabsichten in der Region weiterhin negativ. 15 Prozent der Befragten möchten ihre Beschäftigtenzahl steigern, wohingegen 21 Prozent der Unternehmen planen, Personal abzubauen.

Herbst der Reformen ausgeblieben: Wirtschaftspolitik weiterhin größtes Standortrisiko

Die regionalen Unternehmen bewerten die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen weiterhin als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung in Bayerisch-Schwaben. Dies berichten 65 Prozent der Befragten und somit 2 Prozentpunkte mehr als noch im Herbst 2025. Es folgen die anhaltend schwache Inlandsnachfrage (63 Prozent) sowie die im internationalen Vergleich zu hohen Arbeitskosten mit einer Rekordbewertung von 60 Prozent (+5 Prozentpunkte). Die Energie- und Rohstoffpreise sowie der Arbeitskräftemangel verlieren mit Blick auf die Risikobewertung aus Sicht der Unternehmen hingegen gegenwärtig an Brisanz.

Die angekündigte Wirtschaftswende steht noch aus

Die bisherigen zaghaften Reformen der Bundesregierung sind zwar ein erster Schritt in die richtige Richtung, jedoch werden sie den großen strukturellen Problemen des Standorts nicht ausreichend gerecht und erlauben nur einen Aufschwung auf Raten. Für eine tiefgreifende Wachstumswende sind in den Bereichen Arbeitsmarkt, Regulierung, Steuern und Energie dringend kraftvolle Strukturreformen gefordert.
Koju-Verlauf - Industrie

Ergebnisse aus den Teilregionen Bayerisch-Schwabens

Wirtschaftsraum Augsburg

Der regionale IHK-Konjunkturindex für den Wirtschaftsraum Augsburg steigt zum Jahresbeginn um 3 Punkte auf 111 Punkte. Grund dafür sind sowohl die positivere Bewertung der aktuellen Geschäftslage als auch die optimistischeren Geschäftserwartungen. So berichten 34 Prozent der Unternehmen von einer derzeit guten Lage (+2 Prozentpunkte). Zudem rechnen 23 Prozent der Unternehmen mit einer weiteren Verbesserung der wirtschaftlichen Situation (+4 Prozentpunkte). Konjunkturelles Zugpferd im Wirtschaftsraum bleiben die unternehmensnahen Dienstleister, aber auch im regionalen Einzelhandel hat sich die Stimmung verbessert.

Nordschwaben

Der regionale IHK-Konjunkturindex für Nordschwaben steigt zum Jahresbeginn um 5 Punkte auf 106 Punkte. Grund dafür sind sowohl die positivere Bewertung der aktuellen Geschäftslage als auch die optimistischeren Geschäftserwartungen. So berichten 31 Prozent der Unternehmen von einer derzeit guten Lage (+5 Prozentpunkte). Zudem rechnen 20 Prozent der Unternehmen mit einer weiteren Verbesserung der nahen Zukunft (+ 6 Prozentpunkte). Konjunkturelles Zugpferd in Nordschwaben bleiben die unternehmensnahen Dienstleister, aber auch in der nordschwäbischen Industrie hat sich die Stimmung verbessert.

Westschwaben

Der regionale IHK-Konjunkturindex für Westschwaben sinkt entgegen dem Trend zum Jahresbeginn um einen Punkt auf 98 Punkte. Grund dafür sind sowohl die negativeren Bewertung der aktuellen Geschäftslage als auch die pessimistischeren Geschäftserwartungen. So berichten 23 Prozent der Unternehmen von einer derzeit schlechten Lage (+5 Prozentpunkte). Zudem rechnen 18 Prozent der Unternehmen mit einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage (+2 Prozentpunkt). Konjunkturelles Zugpferd in Westschwaben bleiben die unternehmensnahen Dienstleister, wobei auch dort regional ein leichter Abschwung stattgefunden hat.

Allgäu

Der regionale IHK-Konjunkturindex für das Allgäu steigt zum Jahresbeginn um 5 Punkte auf 111 Punkte. Grund dafür sind sowohl die positivere Bewertung der aktuellen Geschäftslage als auch die optimistischeren Geschäftserwartungen. So berichten 30 Prozent der Unternehmen von einer derzeit guten Lage (+2 Prozentpunkte). Zudem rechnen 22 Prozent der Unternehmen mit einer weiteren Verbesserung der wirtschaftlichen Lage (+2 Prozentpunkte). Konjunkturelles Zugpferd im Allgäu bleiben die unternehmensnahen Dienstleister, aber auch im Reise- und Gastgewerbe in der südlichsten Region Bayerisch-Schwabens hat sich die Stimmung verbessert.