Gewerbe- und Grundsteuer B

Realsteueratlas 2022

Auch in den Krisenzeiten steigt die kommunale Abgabenlast für die Unternehmen. Einer Umfrage der IHK Schleswig-Holstein zufolge nutzten in diesem Jahr Kommunen die Möglichkeit, ihre Hebesätze (XLSX-Datei · 48 KB) zu erhöhen. In insgesamt 23 der befragten Gemeinden stiegen die Gewerbesteuerhebesätze. Dies entspricht einem Anteil von elf Prozent. Im vorigen Jahr waren es noch acht Prozent. Bei der Grundsteuer B erhöhten 13 Prozent ihre Hebesätze (2021: 15 Prozent). Nur drei Gemeinden senkten 2022 ihre Grundsteuerhebesätze. 
„In der aktuellen Krisensituation sollte es keine Steuererhöhungen für Betriebe bei den Realsteuern geben. Unternehmen kämpfen derzeit mit Lieferengpässen und den Auswirkungen der Energiekrise. Daher benötigen wir niedrige Hebesätze, um finanzielle Belastungen möglichst gering zu halten und damit ausreichend Spielraum für dringend benötigte Investitionen zu schaffen“, sagt Hagen Goldbeck, Präsident der IHK Schleswig-Holstein. „Im Hinblick auf die Grundsteuerreform brauchen wir nicht nur 2025 die zugesagte aufkommensneutrale Umsetzung. Auch in den Jahren bis dahin sollten die Kommunen die Realsteuern nicht erhöhen“, so Goldbeck. 
Der durchschnittliche Gewerbesteuerhebesatz in Schleswig-Holstein steigt auf 368 Prozent (2021: 366 Prozent). Dabei liegt die Spannweite zwischen 285 Prozent in der Gemeinde Bosau und 450 Prozent in Kiel und Lübeck. Bei der Grundsteuer B erhöht sich der Hebesatz in Schleswig-Holstein um durchschnittlich vier Punkte im Vergleich zum Vorjahr. Er liegt jetzt bei 387 Prozent. Das Hebesatzgefälle bei der Grundsteuer B schwankt zwischen 250 Prozent in der Gemeinde Rellingen und 700 Prozent in Glücksburg. 
Die IHK Schleswig-Holstein, die Landesarbeitsgemeinschaft der IHKs Flensburg, Kiel und Lübeck, befragt jährlich Gemeinden ab 2.000 Einwohner zur Höhe der Realsteuerhebesätze der Gewerbesteuer und Grundsteuer B. Diese betrifft alle Grundstücke mit Ausnahme von land- und forstwirtschaftlichem Vermögen, für das die Grundsteuer A gilt. Mit einer aus den Befragungsergebnissen resultierenden Übersicht gibt die IHK Schleswig-Holstein ansässigen, aber auch ansiedlungs- und umsiedlungsinteressierten Unternehmen eine standortpolitische Orientierungshilfe. 
Veröffentlicht am 13. Dezember 2022