IHK zu Lübeck

Lagebericht des Geschäftsjahrs 2022

I. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

I.I Konjunkturelle Rahmenbedingungen im Kammerbezirk

Zu Beginn des Jahres 2022 zeigte sich die Wirtschaft im Hansebelt trotz der Pandemie in robuster Verfassung. Die Konjunkturdaten der IHK Schleswig-Holstein deuteten auf eine Konsolidierung hin. Zu dem Zeitpunkt wirkten sich bereits andere Faktoren als die Pandemie belastend auf die Unternehmen aus: Der Fachkräftemangel hatte die Bewältigung der Coronafolgen als größte Herausforderung abgelöst, auch Lieferengpässe und steigende Energiepreise trafen fast alle Branchen. Die nie da gewesene Preissituation bei Strom und Gas sowie auch deren Verfügbarkeit hatte massive Auswirkungen auf die Unternehmen: Diese waren gezwungen, Anlagen stillzulegen, die Produktionen zu drosseln und wichtige Investitionen in das Kerngeschäft, aber auch in Energieeffizienz und Klimaschutz, zu streichen. Die im Frühjahr eingetretene Energiekrise infolge des Ukraine-Krieges erhöhte zusätzlich die Belastungen und Unsicherheiten für die Wirtschaft und brachte viele Unternehmen in Existenzkrisen, weil ihre Versorger die Lieferverträge gekündigt hatten.

I.II Inhaltliche Schwerpunkte der Kammerarbeit

In diesem immer schwieriger werdenden Umfeld erfüllte die IHK zu Lübeck ihren gesetzlichen Auftrag zur Vertretung des gesamtwirtschaftlichen Interesses des Hansebelts auf vielfältige Weise. Zusätzlichen Schwung brachte die neue Vollversammlung, die sich im Januar konstituiert hatte, und die Fortsetzung der bisherigen Arbeit und Projekte der IHK beschloss.
Im Mittelpunkt standen Beratung und Angebote zu den Themen Energiesparen und -preise. Nach den ersten Preisschocks im Jahr 2021 gab es Grund zur Hoffnung, dass sich die Energiepreise wieder normalisieren würden. Aber spätestens Ende Februar verflog jede (Planungs-)Sicherheit: In der Wirtschaft stiegen die Angst vor Black-Outs und Gasabschaltungen sowie nicht mehr bezahlbaren Rechnungen für die Energielieferungen. In der zweiten Jahreshälfte kamen dazu vermehrt Probleme, als Betrieb überhaupt noch neue Lieferverträge zu erhalten.
Nach einer Neuordnung der IHK-Ausschüsse rief der neue Ausschuss für Industrie und Energie unter Vorsitz von Vicepräses Jochen Brüggen ein Online-Sitzungsformat ins Leben. Dieses bringt seit September im monatlichen Rhythmus einen erweiterten Teilnehmerkreis aus Ehrenamt und interessierten Fachkreisen ins Gespräch mit Politik, Verwaltung und Versorgern. Forderungen und Meinungen aus diesen Runden fanden direkten Eingang in die DIHK-Arbeit und in die Bundespolitik.
In der ersten Jahreshälfte hatte sich die Tourismusbranche von der starken Beeinträchtigung in den Corona-Jahren verhältnismäßig gut erholt. Jedoch sind Auswirkungen durch den Ukraine-Krieg und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Krisen mit hohen Energiepreisen, unkalkulierbaren Lieferketten und steigenden

Rohstoffkosten, für die Branche eine große Herausforderung. Zudem erfordern der Fach-und Arbeitskräftemangel und fehlender bezahlbarer Wohnraum einen enormen Kraftakt. 2023 werden daher Themen der Mobilität, der Nachhaltigkeit, der Wohnraumproblematik in den Tourismusorten und der Arbeitskräftemangel weiterhin im Vordergrund stehen.
Auch viele Innenstädte stehen vor erheblichen strukturellen Herausforderungen. Lösungsansätze lassen sich nur gemeinsam durch Wirtschaft, Eigentümer, Verwaltung und Politik finden und anwenden. Mit dem 2022 veröffentlichten Positionspapier „Innenstadt neu denken“ liefert die IHK Schleswig-Holstein Ansätze für eine nachhaltige Stärkung der Zentren. Die IHK zu Lübeck wird die bestehende Institution des „Einzelhandelsforums“ 2023 nutzen, um in Zusammenarbeit mit den beteiligten Kommunen den Erfahrungsaustausch und die Realisierung von Ideen zur Stärkung der Innenstädte gerade in den Klein- und Mittelstädten zu fördern.
Das Regionalmanagement im Hansebelt koordiniert fortlaufend die Abstimmung der Regionalpläne und die Gewerbeflächenbedarfsprognose im Hansebelt. Dieser präsentiert sich seit Anfang 2022 erfolgreich auf Instagram, LinkedIn und Facebook mit Impressionen aus der Region, persönlichen Erfolgsgeschichten und Unternehmensporträts, ergänzt durch schlagkräftige „How-to“-Videos bei YouTube. Im kommenden Jahr erstellt das Regionalmanagement einen Katalog zur Entwicklung nachhaltiger Gewerbegebiete. Dieser betrachtet Aufwand, Nutzen und Kosten der einzelnen Aktivitäten.
Der Generationenwechsel gehört weiterhin zu den schwierigsten Aufgaben im Unternehmerleben. Egal ob Geschäftsführer oder Inhaber an Familienmitglieder, Mitarbeiter oder an externe Personen übergeben, die erfolgreiche Unternehmensübergabe gelingt nicht über Nacht. Rund 100 Interessenten nutzten im Juli 2022 die Gelegenheit, sich bei der kostenfreien Veranstaltung „Aktionstag Nachfolge – Fortsetzung folgt!“ Informationen, Anregungen und Tipps, wie die erfolgreiche Unternehmensnachfolge gelingen kann, geben zu lassen. Die IHK zu Lübeck richtete sich damit an Unternehmerinnen und Unternehmer, ebenso wie an Nachfolgeinteressenten.
Auch unter Corona-Bedingungen hat die IHK die Abschlussprüfungen erfolgreich organisiert: Sie nahm die Prüfungen von mehr als 5.000 Auszubildenden in rund 120 Berufen und mehr als 1.400 Teilnehmern der Höheren Berufsbildung in mehr als 15 Fortbildungsabschlüssen sowie AEVO-Prüfungen ab. Hinzu kamen rund 2.000 Teilnehmer an Sach- und Fachkundeprüfungen.
Ein Rückschlag für die Digitalisierung war der Cyber-Angriff in der IHK-Organisation im August 2022. Die Betriebe konnten ihre Ausbildungsverträge nicht mehr digital einreichen, und die IHK musste Prozesse wieder nach herkömmlicher Art und Weise organisieren. Seinen Entwicklungsprozess hat der Geschäftsbereich Aus- und Weiterbildung mit der Optimierung der Organisationsstruktur weiter vorangetrieben. Darüber hinaus hat er bestehende Prozesse und Prozessschritte durchleuchtet und angepasst sowie das Team
„Fachkräftesicherung“ etabliert.
Das Vermittlergewerbe setzte seine positive Entwicklung auch im Jahr 2022 mit weiterhin hohen Zahlen bei den Erlaubnis- und Registrierungsverfahren fort. Die Beratungsleistungen rund um die Gewerbeerlaubnisse und das Vermittlerregister hat die IHK durch personelle Unterstützung verstärkt.
Mit den mittlerweile acht gegen Russland verhängten Sanktionspaketen wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine zielt die Europäische Union auf eine Schwächung der

russischen Wirtschaft und ihrer politischen Elite. Sie treffen damit unter anderem die Sektoren Finanzen, Energie, Transporte, und Industrie sowie Personen oder Personengruppen. Die Nachfrage der Mitgliedsunternehmen nach fachkundiger Begleitung bei der Prüfung individueller Betroffenheit war enorm und hat wegen der erheblichen Strafandrohungen im Falle einer Nichtbefolgung von Bestimmungen keinen Sektor ausgespart.
Zum 17. Januar 2022 hat die IHK zu Lübeck die Aufgaben International der IHK zu Kiel übernommen. Mit diesem Datum stellt die IHK zu Lübeck auch den Mitgliedsunternehmen der IHK zu Kiel ihren Komplettservice International zur Verfügung, darunter
  • die Ausstellung von Ursprungszeugnissen, Carnet A.T.A. und anderer dem Wirtschaftsverkehr dienenden Bescheinigungen,
  • die Beantwortung von Anfragen als fachkundige Körperschaft i.S.d. 21 AufenthG,
  • die Konzeption, Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen,
  • die Wahrnehmung der aus dieser fachlichen Betreuung resultierenden wirtschaftspolitischen Interessenvertretung der Mitglieder der IHK zu Kiel.
Mit diesem Projekt wandte die IHK zu Lübeck bundesweit erstmalig einen noch jungen Passus im deutschen IHK-Regelwerk zur Aufgabenübertragung, bezogen auf einen kompletten Geschäftsbereich, an. Die aus Kiel übernommenen Aufgaben erledigen wir in Lübeck mit einem Personalaufwuchs, der der Hälfte des früheren Kieler Teams entspricht. Die diesbezüglichen Lübecker Mehraufwendungen werden über angepasste Gebühren-und Entgeltflüsse sowie ein besonderes Honorar ausgeglichen.
Die Betreuung der öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen war geprägt vom Thema Digitalisierung. In den Sitzungen des Sachverständigenausschusses, des landesweiten Qualitätszirkels in Kooperation mit anderen Kammern und der Gerichtsbarkeit sowie beim Sachverständigentag stand im Mittelpunkt, wie sich der Transformationsprozess hin zu einer digitalen Kommunikation mit dem Gericht optimal gestalten lässt.
Im zu Ende gehenden Jahr hat die IHK den Erstkontakt mit ihren Mitgliedern verbessert. Gemeinsam mit dem Ehrenamt haben hauptamtliche Mitarbeiter bereichsübergreifend ein neues, ansprechendes Begrüßungsschreiben für Gründer eingeführt, das zur weiteren Kontaktpflege über digitale Kommunikationsmittel hinführen soll.
Ein besonderes Highlight 2022 war die neunte norddeutsche Kongressmesse für Digitalisierung „IT for Business“, die die IHK mit mehr als 60 Ausstellern erstmals in der Kulturwerft Gollan in Lübeck ausrichtete. Die Messe war zugleich Gastgeberin des German Baltic Summits. Der Präsident der Republik Lettland, Egils Levits, war zu Gast und setzte sich in seinem Vortrag ausführlich mit Fragen der IT-Sicherheit auseinander. Am 24. Mai 2023 wird die IHK Schleswig-Holstein mit der zehnten Auflage der „It for Business“ in der Kulturwerft Gollan erneut wichtige Impulse für die Unternehmen setzen.
Im vergangenen Mai war die IHK zu Lübeck Gastgeberin des 57. Bundeswettbewerbs Jugend forscht in Lübeck. Ausrichter waren die Stiftung Jugend forscht e. V. und das FORSCHUNGSFORUM Schleswig-Holstein e. V. Die IHK zu Lübeck ist Mitglied des FORSCHUNGSFORUMS und war somit intensiv in die Organisation des Wettbewerbs eingebunden. 168 junge MINT-Talente mit 108 innovativen Forschungsprojekten beteiligten sich unter dem Motto „Zufällig genial?“ am Bundesfinale. Außer dem Ziel, den Wettbewerb nach Schleswig-Holstein zu holen, galt es, die MINT-Förderung im Land voranzubringen und damit gezielt die Berufsorientierung zu fördern. Einige Jungforschende gründen Start-ups oder etablieren wertvolle Netzwerke für ihr künftiges Berufsleben – das sind wertvolle Impulse für die Wirtschaft von morgen.
Ende September 2022 feierte das Fehmarnbelt Business Council (FBBC) seinen 15. Geburtstag. Hochrangige Redner aus Wirtschaft und Politik diskutierten im Haus der Nordischen Botschaften in Berlin über die Zukunft der Fehmarnbelt-Region. 2023 wollen IHK und FBBC die Kontakte zwischen den zehn Mitgliedsorganisationen des FBBC weiter intensivieren. Neue Veranstaltungsformate sollen dazu beitragen, dass das Voneinander-Lernen und das gemeinsame Nutzen von Chancen noch mehr in den Vordergrund treten.

II. Vermögens-/Finanz-/Ertragsentwicklung und -lage

Vermögenslage

Das Vermögen der IHK zu Lübeck setzt sich aus 13.862 T€ (Vj. 13.997 T€) langfristigem Anlagevermögen, 10.866 T€ (Vj 9.613 T€) kurzfristigem Umlaufvermögen, sowie 369 T€ (Vj. 95 T€) aktiven Rechnungsabgrenzungsposten zusammen. Die Bilanz weist zum 31. Dezember 2022 ein Volumen von 25.097 T€ auf und liegt damit um 1.392 T€ über dem Vorjahreswert.
Im Jahr 2022 hat sich im Vergleich zum Vorjahr eine Verlagerung vom Anlagevermögen zum Umlaufvermögen ergeben. Dies ist überwiegend bedingt durch Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen und Zunahme bei den Festgeldern.
Das in der Anlagerichtlinie vorrangige Ziel der Kapitalerhaltung unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit und Ethik konnte im Geschäftsjahr 2022 aufgrund der Entwicklung an den Kapitalmärkten erfüllt werden. Die negative Wertentwicklung belief sich im Jahr 2022 auf
-13,20 %, bei der Bethmann Bank. Der Blick muss auf einen längeren Zeitpunkt geworfen werden, hier handelt es sich lediglich um eine Stichtagsbetrachtung. Der Bestand an Wertpapieren beträgt zum 31.12.2022 7.023 T€.
Im Vergleich zum Jahr 2021 erhöhte sich aufgrund des positiven Jahresergebnisses im Jahr 2022 das Eigenkapital der IHK zu Lübeck um 1.742 T€ auf 12.796 T€.

Finanzlage

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist ein Maßstab für die Innenfinanzierungskraft der IHK.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit umfasst das um die Veränderungen der Rücklagen, Rückstellungen, der Abschreibungen und Zuschreibungen zum Anlagevermögen, der sonstigen Aktiva und Passiva sowie der Zuführungen oder Auflösungen von aktiven und passiven Rechnungsabgrenzungsposten bereinigte Jahresergebnis vor außerordentlichen Aufwendungen.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr
845 T€ und liegt damit über dem Vorjahreswert (482 T€). Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit beträgt -183 T€ (Vorjahr 71 T€).
Ein Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit ist im Berichtsjahr nicht angefallen.
Die Zahlungsfähigkeit der IHK war während des Geschäftsjahres 2022 sowie bis zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses jederzeit gewährleistet.
Im Rahmen des bestehenden Finanzmanagements wird auf ausreichende Sicherheit, angemessenen Ertrag sowie auf die Verfügbarkeit der Mittel geachtet. Die nicht zur laufenden Liquiditätssicherung benötigten Mittel werden einerseits durch externe Vermögensverwaltungen in Wertpapieren sowie durch internes Management in Tages-bzw. Festgeldern angelegt.
Bei der Erstellung der Bilanz wurden alle erkennbaren Risiken aus nicht kalkulierbaren Beitragsschwankungen, die aus der konjunkturellen Entwicklung im IHK-Bezirk oder aus dem Abrechnungsverfahren selbst resultieren können, und sonstigen Verpflichtungen berücksichtigt. Aus den bestehenden Verpflichtungen sind derzeit keine wesentlichen Auswirkungen auf die zukünftige Vermögenslage ersichtlich. Den satzungsmäßigen und zweckgebundenen Rücklagen und Rückstellungen steht eine solide finanzielle Deckung durch das Vermögen auf der Aktivseite gegenüber. Der Sicherung der Liquidität und der Verfügbarkeit der Finanzmittel gilt weiterhin oberste Priorität vor Renditezielen. Somit sind die Voraussetzungen für eine sachgerechte Aufgabenerfüllung und die Handlungsfähigkeit der IHK zu Lübeck auch zukünftig gewährleistet.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2022 wurde das geplante Jahresergebnis von -2.249 T€ deutlich überschritten. Es wurde ein Jahresergebnis von 1.742 T€ erzielt.
Wesentliche Ursache sind die gegenüber der Planung die um 2.009 T€ gestiegenen Beitragseinnahmen, die um 493 T€ erhöhten Gebühreneinnahmen, sowie Einsparungen von T€ 955 im Bereich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Folge der CORONA-Pandemie.
Die Erträge aus Beiträgen in Höhe von 13.171 T€ lagen mit 2.009 T€ über dem Planansatz und T€ 1.612 über dem Vorjahreswert. Dies ergibt sich insbesondere aufgrund der späten Nachveranlagung im November.
Die Erträge aus Gebühren betragen im aktuellen Geschäftsjahr 2.834 T€. Sie liegen damit über der Planung (2.341 T€).
Die Materialaufwendungen in Höhe von 1.268 T€ korrespondieren mit entsprechenden Erträgen bei den Gebühren.
Der erhöhte Personalaufwand für Gehälter in Höhe von 6.694 T€ (Vorjahr: 6.400 T€) resultiert aus zusätzlichen geförderten Stellen und der tariflichen Anpassung. Insgesamt wird der Wert des Jahres 2021 damit um 294 T€ überschritten. Der Planwert des Jahres 2022 in Höhe von 6.825 T€ ist unterschritten worden.
Die Abschreibungen liegen im Jahr 2022 mit 322 T€ rund 22 T€ über dem Vorjahresniveau, die sozialen Abgaben sind um 151 T€ auf 2.013 T€ gestiegen.
Minderaufwendungen sind im Vergleich zum Plan vor allem bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (T€ 955) entstanden.
Das Finanzergebnis (- 62 T€) fällt im Jahr 2022 um 215 T€ besser aus als geplant. Es wird im Wesentlichen durch die Aufzinsung der Rückstellungen T€ 235 geprägt.
Insgesamt beurteilt die Geschäftsführung die Ertragslage als positiv.
Der Präses und der Hauptgeschäftsführer werden der Vollversammlung vorschlagen, das Ergebnis des Jahres 2022 in Höhe von 4.226 T€ auf neue Rechnung vorzutragen.

III. Personalbericht

Personalstruktur

Zusätzliche Positionen entstanden im Veranstaltungsmanagement, Help-Desk im Bereich EDV, sowie im Bereich AWB (Ausbildungsbotschaften und Teilzeitausbildung). Die Wesentlichen Mitarbeiterdaten sind in der Personalübersicht im Anhang, Anlage 1.6, dargestellt.

Teilzeitquote und Frauenanteil

Der Anteil der Beschäftigten, die in Teilzeit arbeiten, lag bei 25 Frauen und 11 Männern (Stand 31.12.2022). Das sind 30 % der Beschäftigten. Der Frauenanteil der Beschäftigten lag bei 61,8 %. Die Frauenquote auf der Geschäftsbereichsleiterebene lag bei 20 %, auf Referentenebene mit 10 % unterrepräsentiert.

Ausbildung und Übernahme

2022 wurden 6 Kaufleute für Büromanagement sowie 1 Fachinformatiker für Systemintegration ausgebildet. Zwei Auszubildende beendeten in 2022 ihre Ausbildung. Davon konnten beide Auszubildende in ein befristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Darüber hinaus wird Auszubildenden aufgrund ihrer guten Leistungen eine halbjährliche Weiterbeschäftigung angeboten. Die Übernahme für ein halbes Jahr erfolgt immer dann, wenn keine freie Position, aber zusätzliche befristete Einsatzmöglichkeiten bestehen und der Notendurchschnitt der Ausbildung bei mindestens 2,5 lag.

Einarbeitung und Qualifizierung

Die Einarbeitung der Beschäftigten erfolgt in der Regel nach einem individuell vorbereiteten Einarbeitungsplan der Geschäftsbereiche, welche durch Inhouse-Kommunikationsseminare und Einführungsseminare der IHK-Organisation flankiert werden.
Zur Einarbeitung existieren Checklisten für alle Bereiche, die in die Einarbeitung eingebunden sind, um ein strategisches Vorgehen zu gewährleisten. Während der Einarbeitungszeit stehen Pate, direkte Kollegen und Vorgesetzte als Ansprechpartner zur Verfügung, um fachliche, formelle und informelle Angelegenheiten zu klären.
Fachliche und persönliche Weiterbildungsnotwendigkeiten und -möglichkeiten werden zumeist zwischen Mitarbeiter und Vorgesetzten besprochen. Dafür werden hauptsächlich die Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten der nahestehenden Organisationen wie der DIHK-Gesellschaft für berufliche Bildung, der Bildungs-Service gGmbH der Handelskammer Hamburg oder der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein genutzt.
Seminare für Mitarbeitergruppen werden in der Regel als Inhouse-Seminare in Absprache mit dem Personalbereich organisiert.

Vereinbarkeit Beruf und Familie

In der IHK existiert eine Vielzahl an Teilzeitmodellen. Diese entstanden aufgrund der individuellen Bedürfnisse nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Mitgliedschaft in Beruf und Familie in der HanseBelt gGmbH gewährleistet die Betreuung der Kinder in Notfallsituationen. Das Dienstleistungsangebot des Instituts für betriebliche Gesundheitsförderung wird mit einem Beratungsaufkommen von durchschnittlich drei Beratungen monatlich genutzt, um Unterstützung in kritischen Alltags- und Berufsangelegenheiten zu erhalten.

Vergütung

Das Vergütungssystem besteht aus 15 Gehaltsgraden und sechs Funktionsgruppen. Die Zuordnung der einzelnen Positionen in den Gehaltsgraden und Funktionsgruppen geschieht auf Basis eines Bewertungskatalogs, welcher sowohl Fach- und Geschäftskenntnisse berücksichtigt, aber auch die Ausprägung des Einflussbereiches auf die Organisation oder den Umfang der notwendigen Kommunikationsfähigkeiten.
Die Jahresgrundvergütung enthält einen leistungsbezogenen Vergütungsbestandteil in Höhe eines Monatsgehaltes. Dieser basiert auf der Erfüllung der strategischen Ziele, welche Haupt- und Ehrenamt jährlich für das gesamte Haus aufstellen.

Arbeitssicherheit

Arbeitssicherheitsausschusssitzungen, Gefährdungsbeurteilungen und Seminare im Bereich der Arbeitssicherheit werden im vorgegebenen Rahmen durchgeführt und dokumentiert. Die Jahresberichte der Arbeitssicherheitsfachkraft zeigen, dass die Arbeitssicherheitsthemen auf einem hohen Niveau verfolgt und durchgeführt werden.

IV. Prognosebericht

Wie im Konzept „IHK Initiativ“ vorgesehen, baut die IHK ihre Mitgliederorientierung weiter aus. Dazu stärkt die IHK ihr Service-Center als kompetente Erstanlaufstelle für die Unternehmen. Um ihre Relevanz in Wirtschaft und Politik weiter zu steigern, festigt die IHK ihre Präsenz im gesamten Bezirk.
Diese konsequente Mitgliederorientierung soll den Unternehmen echte Mehrwerte bieten und ihre Zufriedenheit mit den Leistungen der IHK zu Lübeck nachhaltig erhöhen. Ein weiterer Baustein für Mehrwerte ist die neue Netzwerkstrategie. Ziel der Netzwerke ist der konstruktive, fachliche Austausch interessierter Personen untereinander.
Es bestehen größere Unsicherheiten aus der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung und im Speziellen im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie und den Folgen des russisch/ukrainischen Krieges und den verhängten wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland. Dadurch haben sich in kurzer Zeit die ökonomischen Rahmenbedingungen geändert. Die Konsequenzen sind für die deutsche Wirtschaft derzeit nicht absehbar. Die immer noch bestehenden Probleme als Folge der Corona-Pandemie werden dadurch verschärft und die wirtschaftliche Entwicklung gebremst. Die genauen Folgen können nicht prognostiziert werden. Für die IHK zu Lübeck wird dieses für die Einhaltung des Wirtschaftsplanes 2023 noch keine großen Auswirkungen auf das Gebühren- und Entgeltaufkommen zur Folge haben.

In unserem Wirtschaftsplan 2023 rechnen wir gegenüber dem Jahr 2022 mit erhöhten Beitragserträgen in Höhe von rund 11.564 Mio. Euro.
Bei den Gebühren und den Entgelten rechnen wir mit höheren Einnahmen um T€ 168. Hier wird mit einer Normalisierung bei den Seminaren und Veranstaltungen gerechnet. Die sonstigen betrieblichen Erträge verringern sich um 8 T Euro.
Die Betriebsaufwendungen erhöhen sich laut unserem Wirtschaftsplan 2023 um ca. 1.167 T€ (Vergleich Soll 2022 - Plan 2023) das entspräche einer Erhöhung von 6,5 %.
In der Summe aller Effekte rechnen wir in unserem Wirtschaftsplan 2023 bei einem um 20% reduziertem Umlagesatz mit einem negativen Betriebsergebnis von 1.944 T Euro und einem Jahresergebnis in Höhe von rund – 2.601 T Euro. Dieses wird durch den Ergebnisvortrag aus 2022 und Rücklagenentnahmen ausgeglichen.

V. Chancen und Risikobericht

Die Entwicklungen im Außenhandel beinhalten Chancen und Risiken gleichermaßen. Um den Unternehmen in den Zeiten unsicherer Entwicklungen im Außenhandel zur Seite zu stehen, wird der Geschäftsbereich International unsere Mitgliedsbetriebe verstärkt sensibilisieren für die Chancen der weiteren Internationalisierung. Bei der Beratung wird es eng aufeinander abgestimmte Einzel- und Gruppengespräche, Seminare, Workshops, Informationsveranstaltungen, in-house-Beratungen, Merkblätter, IHK-Website, Newsletter und Firmenbesuche geben.
Der Fachkräftemangel in technischen und digitalen Berufen wird immer gravierender und von unseren Mitgliedsunternehmen als ein großes Hemmnis für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Region gesehen. Es bedarf daher umfassender Anstrengungen, zukünftige Fachkräfte für die Themen zu begeistern.
In der IHK zu Lübeck existiert seit 2015 ein Risikomanagement als Standard-Steuerungs-instrument. Quartalsweise wird der Risikobericht in der Geschäftsbereichsleiter Sitzung sowie in den Gremien Finanzausschuss und Präsidium präsentiert. Seit 2016 wird zudem die Vollversammlung jährlich im Rahmen der Beschlussfassung zur Wirtschaftsplanung über die Risiken informiert, die durch die Ausgleichsrücklage abgesichert werden.
Die wesentlichen Risiken der IHK zu Lübeck sind unverändert die bereits beschriebenen konjunkturellen Risiken, IT-Risiken, mögliche Gebührenausfälle aufgrund des demografisch bedingten Rückgangs von Auszubildenden sowie Risiken aus Haftungs- und Rechtsfragen. Die Vollversammlung der IHK zu Lübeck hat im Dezember 2022 diese Risiken zur Kenntnis genommen.
Als wesentliches finanzielles Einzelrisiko sind immer noch die aktuellen Auswirkungen des russisch/ukrainischen Krieges, die Energiekrise und die anhaltende Inflation auf Beiträge, Gebühren und Entgelte zu nennen.
Bei den Beiträgen liegt das Risiko für das Geschäftsjahr 2023 in steigenden Stundungen und Zahlungsausfällen sowie mitzurechnen sinkendem Gewerbeertragsaufkommen für die nachfolgenden Geschäftsjahre.
Durch die großen Unsicherheiten im Hinblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung könnten Unternehmen Aus- und Fortbildungen zurückfahren und es könnte das Risiko reduzierter Nachfrage nach entsprechenden Dienstleistungen geben.
Allerdings wird die Chance gesehen, die digitale Kommunikation weiter zu intensivieren und damit Aufwendungen zu reduzieren, die durch Präsenzveranstaltungen entstehen. Darüber hinaus lassen sich durch die Digitalisierung neue Arbeitsweisen bei der IHK entwickeln, die zu Effizienzgewinnen führen können.

Nachtragsbericht

Es bestehen keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.
Lübeck, den 5. Mai 2023