IHK zu Lübeck
Lagebericht des Geschäftsjahrs 2020
I. Geschäfts- und Rahmenbedingungen
I.I Konjunkturelle Rahmenbedingungen im Kammerbezirk
Allen Unsicherheiten in der Weltwirtschaft zum Trotz ist die Wirtschaft im HanseBelt mit Optimismus in das Jahr gestartet. Zwar hatte sich die Stimmung im Vergleich zum Jahreswechsel 2018/19 etwas eingetrübt, aber noch immer waren die Auftragsbücher der Unternehmen gut gefüllt. Die IHK-Konjunkturumfrage stützte die Einschätzung, dass die Wirtschaft insgesamt weiterhin in robuster Verfassung war.
Vor allem Industrie- und exportorientierte Unternehmen blickten weniger optimistisch auf die kommenden Monate als in den vorigen Quartalen. Positive Einschätzungen kamen dagegen vor allem aus dem Baugewerbe, der Logistik, dem Handel und dem Dienstleistungssektor. Die weiterhin sinkende Erwerbslosigkeit im IHK-Bezirk war ein weiterer Beleg für die Zuversicht der Betriebe zu Beginn des Jahres.
Drei Monate später sackte der Konjunkturklimaindex des Landes Schleswig-Holstein auf seinen historischen Tiefststand von 60 Punkten ab – in der Finanzkrise 2008/2009 lag er bei 69,7 Punkten. Unternehmen aller Größen und Branchen litten unter dem ersten Corona-Lockdown. Nach einem deutlichen Anstieg auf 84,4 Punkte im zweiten Quartal kletterte er im dritten Quartal, vor dem Teil-Lockdown im November, auf 98,2 Punkte. Fünf Corona-Blitzumfragen zu den Auswirkungen der Krise belegten, wie hoch die Umsatzrückgänge und -ausfälle waren und wie stark sich die Zukunftsaussichten der Unternehmen eingetrübt hatten.
I.II Inhaltliche Schwerpunkte der Kammerarbeit
Mit dem Verbot von Veranstaltungen, der Schließung von Geschäften, Hotels und Gastronomiebetrieben sowie der Zuteilung von staatlichen Zuschüssen oder Krediten erhöhte sich die Zahl der Anrufe betroffener Unternehmen bei der IHK zu Lübeck um ein Vielfaches. In den ersten Wochen hat das Service Center unserer Schwester-IHK in Flensburg die zentrale Hotline für die drei IHKs in Schleswig-Holstein gebildet. Damit hatten wir Zeitgewinn, eine eigene Hotline unter der Durchwahl -250 aufzubauen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schulen, die Fragen der Anrufer zu beantworten. Die enge Kooperation im Verbund der IHKs und der Handwerkskammern hat sich in der Krise bewährt. Unsere Homepage www.ihk-schleswig-holstein.de war ein wichtiges und hoch frequentiertes Medium für unsere Mitglieder. Die Zahl der Besuche stieg sprunghaft an.
Dieser Aufwand hat sich gelohnt, denn wir haben tausenden Unternehmen in der Krise geholfen. Auch intern war dieses Vorgehen ein großer Erfolg, denn Mitarbeiter aller Geschäftsbereiche haben in unserem Online-Tool „Teams“ ein Corona-Team gebildet und halten sich bis heute dort über Änderungen und Neuigkeiten auf dem Laufenden, tauschen sich aus und verfolgen damit das gemeinsame Ziel, unseren Mitgliedern gerade in Krisenzeiten bestmöglichen Service zu bieten, ganz im Sinne unseres Leitsatzes: „Innovativ – Herzlich – Kompetent.“ Im Haupthaus und in den Geschäftsstellen haben wir den Kontakt mit unseren Kunden trotz der widrigen Umstände aufrechterhalten. Für unsere Kunden waren und sind wir jederzeit erreichbar, auch wenn externe Gäste nicht mehr auf die Etagen kommen und wir die Laufkundschaft „auf Abstand“ halten.
Seit Mitte März haben wir die Präsenzveranstaltungen stark heruntergefahren. Um den Kontakt zu halten und unsere Kunden auch in der Krise optimal beraten zu können, haben wir die Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt und neue, Internet-basierte Formate geschaffen. Für Angebote, die für den Betrieb in den Unternehmen von großer Bedeutung sind, haben wir Webinare entwickelt. Das betrifft vor allem die Bereiche International sowie Existenzgründung und Unternehmensförderung, aber auch alle operativen Themen wie Arbeitsschutz, Qualitätsmanagement, Energierecht und Genehmigungen. Zudem hat die IHK Schleswig-Holstein gemeinsam mit der IB.SH seit Mitte April mehrere einstündige Webinare zur Antragstellung auf Soforthilfe für kleinere Unternehmen sowie für Unternehmen ab zehn und bis zu 50 Mitarbeitern angeboten.
Mit vielen Webinaren unserer Reihe „Nützliche Tools und Strategien in der Krise“ haben wir bis zum Jahresende mehr als 5.000 Teilnehmer erreicht. Die Inhalte der Webinare erstrecken sich dabei von der Vorstellung nützlicher Tools für die Unternehmens(neu)organisation über Best Practice-Beispiele für die Neujustierung des Geschäftsmodells oder der Kundenkommunikation bis hin zu Tipps zum Senken der laufenden Betriebskosten.
Seit Mitte März haben wir die Präsenzveranstaltungen stark heruntergefahren. Um den Kontakt zu halten und unsere Kunden auch in der Krise optimal beraten zu können, haben wir die Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt und neue, Internet-basierte Formate geschaffen. Für Angebote, die für den Betrieb in den Unternehmen von großer Bedeutung sind, haben wir Webinare entwickelt. Das betrifft vor allem die Bereiche International sowie Existenzgründung und Unternehmensförderung, aber auch alle operativen Themen wie Arbeitsschutz, Qualitätsmanagement, Energierecht und Genehmigungen. Zudem hat die IHK Schleswig-Holstein gemeinsam mit der IB.SH seit Mitte April mehrere einstündige Webinare zur Antragstellung auf Soforthilfe für kleinere Unternehmen sowie für Unternehmen ab zehn und bis zu 50 Mitarbeitern angeboten.
Mit vielen Webinaren unserer Reihe „Nützliche Tools und Strategien in der Krise“ haben wir bis zum Jahresende mehr als 5.000 Teilnehmer erreicht. Die Inhalte der Webinare erstrecken sich dabei von der Vorstellung nützlicher Tools für die Unternehmens(neu)organisation über Best Practice-Beispiele für die Neujustierung des Geschäftsmodells oder der Kundenkommunikation bis hin zu Tipps zum Senken der laufenden Betriebskosten.
Weitere Beispiele für Online-Veranstaltungen, mit denen wir unsere Netzwerke bedienten, sind die Lübeck Summer Academy (LSA) 2020 als Vortragsveranstaltung, die BioMedTec Ideas, der Lübecker Werkstofftag als Netzwerk-Veranstaltungen und der Karrieretag als virtuelle Jobmesse über die Plattform talentefinder.de zur Vermittlung studienbegleitender Jobs, Traineestellen, Bachelor- und Masterarbeiten, Praktikumsplätzen, oder Berufseinstiegsmöglichkeiten von Unternehmen im HanseBelt für Studenten der Universität zu Lübeck und der Technische Hochschule Lübeck. Auch das neue Format „Business talkt“,
„Straubhaar & Probst“ sowie eine Webinarreihe für Frauen in der Wirtschaft stießen auf großes Interesse.
„Straubhaar & Probst“ sowie eine Webinarreihe für Frauen in der Wirtschaft stießen auf großes Interesse.
Mit „Kurz diskutiert…“ haben wir gemeinsam mit dem Ehrenamt unter anderem die wirtschaftspolitischen Positionen des DIHK abgestimmt. Zur Bundestagswahl im September aktualisiert der DIHK die wirtschaftspolitischen Positionen der IHK-Organisation. Darin formuliert die IHK-Organisation ihre wirtschaftspolitischen Leitlinien zu zahlreichen Politikfeldern und gibt der Politik Denkanstöße sowie konkrete Lösungskonzepte. Die WiPos entstehen auf der Basis einer Konsultation mit den IHKs und deren Mitgliedsunternehmen. Das ist eine breit legitimierte Grundlage für wirtschaftspolitische Aussagen der IHK-Organisation. Die Aktualisierung hat die DIHK-Vollversammlung im März 2021 beschlossen.
Die bis dahin kaum genutzte Option des mobile office wurde zur notwendigen Regelmäßigkeit. Fast alle Arbeitsplätze sind „mobile-office-fähig“, rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten täglich auf diese Weise. Die IT-Abteilung bewältigte zahllose Herausforderungen, um allen Kolleginnen und Kollegen die Arbeit von zuhause aus zu ermöglichen. In der Beratungs- und Bearbeitungsqualität der Mitgliederanfragen gibt es keine qualitativen Einschränkungen.
Bereits Mitte März haben wir wegen des großen telefonischen Beratungsbedarfs eine eigene Corona-Hotline eingerichtet und über alle Kanäle hinweg kommuniziert. Um alle Anfragen zu beantworten und keinen Kunden allein zu lassen, haben wir das Service Center als First Level Support mit sechs zusätzlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verstärkt. Im Second Level Support haben Kolleginnen und Kollegen in den Fachabteilungen tiefer gehende Fragen beantwortet und den Unternehmen dabei geholfen, Probleme zu lösen. Große Fragen-Aufkommen gab es vor allem in den Phasen, in denen die Förderprogramme anliefen. Die Förderinstitute konnten das Aufkommen technisch und
personell nicht auffangen, sodass die IHK „eingesprungen“ ist. Im Second Level Support führten die Mitarbeiter in Spitzenzeiten jeweils rund 50 Telefonate täglich.
personell nicht auffangen, sodass die IHK „eingesprungen“ ist. Im Second Level Support führten die Mitarbeiter in Spitzenzeiten jeweils rund 50 Telefonate täglich.
Zu Beginn der Krise erhielt die Digitalisierung von Beratungen, Prozessen und Veranstaltungen einen neuen Schub. Von Anfang an gingen wir mit gutem Beispiel voran. Diese Entwicklung ging einher mit einer verstärkten Politikberatung und Vertretung der Interessen unserer regionalen Wirtschaft. Die IHK zu Lübeck war daher in vielen wirtschaftspolitischen Fragen rund um Corona aktiv. Dabei handelten wir im engen Verbund mit den Schwesterkammern, um uns dem Hauptadressaten unserer Forderung, der Landesregierung, geschlossen zu präsentieren und ihr durch einheitliche Handlungsempfehlungen die Arbeit zu erleichtern. Die IHK-Organisation insgesamt konnte sich, auch im Vergleich zu anderen Verbänden und Organisationen, als kompetenter, handlungsfähiger und reaktionsschneller Politikberater präsentieren. Dazu trugen vor allem die engen persönlichen Kontakte in die Landesregierung und unser Konzept des konstruktiven Dialogs mit der Politik bei.
Die besondere Schlagkraft der IHK-Organisation wurde auch auf überregionaler Ebene deutlich: Der DIHK sowie die IHK Nord haben die Bundes- und Landespolitik mit deutlichen, aber auch inhaltlich fundierten sowie ausgewogenen Forderungen und Empfehlungen konstruktiv begleitet und tun dies weiterhin.
Die besondere Schlagkraft der IHK-Organisation wurde auch auf überregionaler Ebene deutlich: Der DIHK sowie die IHK Nord haben die Bundes- und Landespolitik mit deutlichen, aber auch inhaltlich fundierten sowie ausgewogenen Forderungen und Empfehlungen konstruktiv begleitet und tun dies weiterhin.
Corona prägte die Arbeit der Geschäftsbereiche. Einen Schwerpunkt setzte der Geschäftsbereich Existenzgründung und Unternehmensförderung daher zusätzlich bei der vielfältigen Beratung unserer Mitgliedsunternehmen zu Corona-Finanzierungsfragen. Trotz des hohen Anrufaufkommens aus den Unternehmen setzte der Bereich gemeinsam mit den Geschäftsstellen die bewährten Beratungsformate online fort: Beratertage für Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sowie virtuelle Finanzierungs- und Nachfolgesprechtage. Hinzu kamen die Beratungen zu § 34-Verfahren und die sehr verstärkte Nutzung der elektronischen Ursprungszeugnisse durch unsere Mitgliedsunternehmen.
Für die in der Außenwirtschaft aktiven Unternehmen war 2020 ein schwieriges Jahr. Die aus 2019 weitergeführten Aufgaben für die internationale Handelspolitik waren für sich genommen schon mehr als anspruchsvoll, darunter Strafzölle, ein Verfall der Rohstoffpreise, Klimafolgen für die Landwirtschaft, die ungeklärte Lage bei den Iran-Sanktionen, sich aufschaukelnde Drohgebärden zwischen den USA und China sowie der Brexit und seine Folgen. Weiter ging es in 2020 mit dem Streit um Airbus- und Boeing-Subventionen oder die Zulassung von Anbietern beim Aufbau von 5G-Netzen in mehreren Ländern der Europäischen Union. Es war ein Jahr der Volten und Kehrtwenden.
Blieben die positiven Meldungen bei den Brexitfolgen bislang noch aus, erreichte die EU nach dem Abschluss neuer Handelsverträge, zuletzt mit Vietnam, handelspolitische Erfolge. Allerdings muss beim EU-Freihandel der Blick auch nach innen gehen, denn viel zu häufig berichten unsere Mitglieder über gestiegene Hürden bei der Erbringung von Dienstleistungen im Binnenmarkt. Entsprechend gut frequentiert waren unsere Länderseminare zu Beginn des Jahres.
Beim ersten Lockdown standen plötzlich Fragen zur Sicherheit von Lieferketten, zur Entsendung von Monteuren, zur Aufrechterhaltung des Produktionsbetriebs und Ähnliches im Mittelpunkt des Interesses der Unternehmen. Besonders herausfordernd war es, die Vielzahl gleichzeitig geltender nationaler, regionaler und kommunaler Regelungen zu beherrschen. Mangels Schlüsselindustrien wie der Automobilbranche traf der Ausbruch des Virus die exportorientierten Unternehmen in Schleswig-Holstein allerdings weniger stark als
in anderen Regionen. Von einer zwischenzeitlich leichten Delle abgesehen, ist die Zahl der ausgestellten IHK-Ursprungszeugnisse im nördlichsten Bundesland in der ersten Welle nicht geschmolzen. Das gilt im Vorjahresvergleich auch nach Abzug der Ursprungszeugnisse mit Bestimmungsland Türkei, die ohne systematische Fundierung seit diesem Jahr notwendig geworden sind.
in anderen Regionen. Von einer zwischenzeitlich leichten Delle abgesehen, ist die Zahl der ausgestellten IHK-Ursprungszeugnisse im nördlichsten Bundesland in der ersten Welle nicht geschmolzen. Das gilt im Vorjahresvergleich auch nach Abzug der Ursprungszeugnisse mit Bestimmungsland Türkei, die ohne systematische Fundierung seit diesem Jahr notwendig geworden sind.
Dieses gestiegene Antragsvolumen konnten wir auch deswegen gut bewältigen, weil unsere Mitglieder und wir zum Jahresanfang auf ein neues Web-Portal zur digitalen Beantragung und Bescheidung von Anträgen auf Ausstellung eines Ursprungszeugnisses umgezogen sind. Einen digitalen Vorläuferprozess bieten wir bereits seit 15 Jahren an. Die Unternehmen nehmen unsere neue Dienstleistung flächendeckend an, so dass die Zahl der papiergebundenen Anträge auf ein Minimum zurückgegangen ist. Wenn auch Prüfinhalt und -aufwand selbst gleich anspruchsvoll geblieben sind, fallen jetzt aber spürbar ergänzende Regiekosten weg. Diese allen 79 Industrie- und Handelskammern zur Verfügung gestellte Software können wir seit dem Sommer in Lübeck als einen zentralen Baustein zur Erstellung von E-Rechnungen nutzen.
Es gab ausdrücklich keinen Stillstand im Austausch mit unseren international tätigen Unternehmen. Ein Beleg ist die weiterhin hohe Nachfrage nach unseren Seminaren und Webinaren. Die überwiegende Mehrzahl unserer Informationsangebote erfolgen im Verbund oder in Zusammenarbeit mit den Schwesterkammern in Kiel und Flensburg. Damit geben wir unseren Unternehmen mehr Flexibilität und Möglichkeiten, sich mit den notwendigen Inhalten für die außenwirtschaftliche Praxis auseinander zu setzen. Das gilt auch für die in diesem Jahr noch folgenden Angebote zu den Änderungen infolge des EU-Ausstiegs der britischen Nachbarn.
Ein weiterer Schwerpunkt der IHK-Arbeit ist und bleibt das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Den hohen Informationsbedarf zu diesem Technologiefeld nahm die IHK zu Lübeck bereits im Herbst 2017 zum Anlass, den Arbeitskreis KI zu gründen. Seither setzt sich dieser für die Vermittlung von KI-Wissen und als Plattform für den Austausch über Anwendungen in der Region ein, bahnt Kontakte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft an und bringt sich in die öffentliche Diskussion über Chancen und Grenzen der Zukunftstechnologie ein.
Der Geschäftsbereich Innovation und Umwelt setzte sich für 2020 den Schwerpunkt, der regionalen Wirtschaft einen Überblick über KI-Spitzenforschung und Leuchtturmprojekte am Campus Lübeck zu geben, Projekte wie beispielsweise das KI-Lab der Universität zu Lübeck bekannt zu machen und Impulse für den Technologietransfer zu setzen. Mit einem parlamentarischen Abend im schleswig-holsteinischen Landtag zum Thema „KI-Potenziale für Wirtschaft und Wissenschaft im HanseBelt“ hat die IHK zu Lübeck gemeinsam mit Mitgliedern ihrer Vollversammlung und Vertretern der Universität zu Lübeck im Februar für die guten Voraussetzungen zur Entwicklung eines KI-Ökosystems in der HanseBelt-Region bei Politik und Verwaltung geworben.
Beim Campus Pitch KI im Zuge der IT FOR BUSINESS-Kongressmesse präsentierten Professoren der Lübecker Universität und Technischen Hochschule angewandte Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf dem Gebiet der KI. Die Teilnehmer gewannen in den Kurzvorträgen einen Eindruck von neusten Trends der KI-Forschung sowie Kooperationsmöglichkeiten zwischen Wirtschaft und Hochschulen.
Darüber hinaus unterstützt der Geschäftsbereich gerade kleine Betriebe bei den ersten wie auch den folgenden Schritten auf dem Wege der Digitalisierung, vor allem der Produktion.
Der Geschäftsbereich hat den Schulterschluss mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kiel (M4KK) gesucht, um dessen Angebot zu schärfen und auch gemeinsam mit den Digitalisierungskollegen der IHK Schleswig-Holstein, der WTSH (Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH) und der Handwerkskammern des Landes die Arbeit in und an der „Digitalisierungsoffensive Schleswig-Holstein“ aufgenommen. Diese will KMUs durch eine Verzahnung und Abstimmung von Beratungs- und Veranstaltungsangeboten, breite Informationen zu Förderprogrammen und durch gebündelte Politikberatung unterstützen. Ein erster Schwerpunkt ist dabei das Bundesförderprogramm „Digital Jetzt“, mit dem wir eine in Schleswig-Holstein existierende Förderlücke für kleine Digitalisierungsprojekte schließen wollen.
Der Geschäftsbereich hat den Schulterschluss mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kiel (M4KK) gesucht, um dessen Angebot zu schärfen und auch gemeinsam mit den Digitalisierungskollegen der IHK Schleswig-Holstein, der WTSH (Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH) und der Handwerkskammern des Landes die Arbeit in und an der „Digitalisierungsoffensive Schleswig-Holstein“ aufgenommen. Diese will KMUs durch eine Verzahnung und Abstimmung von Beratungs- und Veranstaltungsangeboten, breite Informationen zu Förderprogrammen und durch gebündelte Politikberatung unterstützen. Ein erster Schwerpunkt ist dabei das Bundesförderprogramm „Digital Jetzt“, mit dem wir eine in Schleswig-Holstein existierende Förderlücke für kleine Digitalisierungsprojekte schließen wollen.
Auf diesem Gebiet wird der Geschäftsbereich auch im kommenden Jahr aktiv sein. Er ist darüber hinaus bestrebt, federführend für die IHK Schleswig-Holstein im Nachfolgeprojekt des M4KK als neuer Konsortialpartner den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie den KMU weiter zu befördern und die Angebote des neuen Zentrums immer wieder an den Bedarfen der Betriebe auszurichten.
Während der ersten Welle der Corona-Pandemie gab es zeitweise Versorgungsengpässe bei zertifizierten Produkten, die unter die Regelungen der Verordnung (EU) 2016/426 über persönliche Schutzausrüstung (PSA) fallen (z.B. Gesichtsmasken). Der Geschäftsbereich Innovation und Umwelt der IHK zu Lübeck beriet zahlreiche Mitgliedsunternehmen im Zusammenhang mit der Verkehrsfähigkeit, dem Import und dem Handel von PSA-Produkten. Zudem unterstützte die IHK das schleswig-holsteinische Wirtschaftsministerium in der Vorbereitung einer Richtlinie zur Förderung der heimischen Produktion von PSA-Produkten und verbreitete die Information über die Förderrichtlinie gezielt unter ihren Mitgliedsunternehmen.
Das vom Geschäftsbereich Innovation und Umwelt betreute Energieeffizienznetzwerk der IHK zu Lübeck hat sich mit fachlichen Impulsen zu Mitarbeitermotivation, Kommunikation von Effizienz- und Klimaschutzmaßnahmen sowie modernen Tools für das Energiecontrolling in den Betrieben und Energieeinsparungen beschäftigt. Im Dezember feierten wir den Abschluss der zweiten Netzwerkrunde. Interessenten für die dritte Runde konnten schon einmal in ein Netzwerktreffen hineinschnuppern. Für 2021 wird sich das Netzwerk, dessen Kern seit 2015 zusammenarbeitet, wieder ein ambitioniertes gemeinsames Einsparziel setzen und in der „Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke“ drei Jahre lang miteinander und voneinander lernen, um Kilowattstunden einzusparen und CO2-Emissionen zu verringern.
2020 hat der Geschäftsbereich Innovation und Umwelt bereits den dritten Durchgang der Energie-Scouts im Zuge der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz organisiert. Energie-Scouts sind Auszubildende, die bei den Industrie- und Handelskammern Know-how rund um das Thema Energieeffizienz erwerben – im Normalfall in drei ganztägigen Workshops. Mit dem neu erworbenen Wissen unterstützen die Scouts ihre Ausbildungsbetriebe beim effizienten Umgang mit Energie und Ressourcen und übernehmen Verantwortung durch eine selbstgewählte Projektarbeit im Unternehmen. Ein besonderer Erfolg ist der Sieg der Energie-Scouts der Firma Brüggen aus dem Jahrgang 2019 im Bundeswettbewerb im Oktober 2020.
Auch für den Geschäftsbereich Aus- und Weiterbildung stand das Jahr ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Die IHK-Prüfungen in der Aus- und Weiterbildung sowie in der Sach- und Fachkunde mussten wir im Frühjahr nahezu komplett absagen und im Zuge einer bundeseinheitlichen Regelung auf die Sommermonate verschieben. Im Juni nahm das Prüfungsgeschehen wieder Fahrt auf und es wir starteten mit der Abnahme der Prüfungen unter „Corona-Bedingungen“: Abstand halten, desinfizieren, Kontaktverbot.
IHK-Abschlussprüfungen im Jahr 2020 bedeuteten für die IHK zu Lübeck: Wir mussten mehr als 5.000 Auszubildende in mehr als 120 Berufen und mehr als 700 Teilnehmer an Fortbildungsprüfungen in mehr als 15 Fortbildungsabschlüssen jeweils schriftlich und einzeln mündlich und/oder praktisch prüfen. Hinzu kamen rund 1.200 Teilnehmer an Sach-und Fachkundeprüfungen. Unter diesen Bedingungen kamen den Berufsschulen und den Ausbildungsbetrieben eine besondere Rolle und auch ein besonderer Verdienst zu: Wo immer möglich und nötig, prüften wir die Prüfungsteilnehmer in kleineren Gruppen als sonst üblich und in Räumlichkeiten, die so groß sind, dass das Infektionsrisiko in Grenzen blieb. Die umfangreichen Vorbereitungen erfolgten in enger Abstimmung zwischen den Prüfungskoordinatoren der IHK, den Berufsschulen und den ehrenamtlichen Prüfern in den Unternehmen.
Aber auch die Wirtschaft und die Bewerber auf Ausbildungsplätze standen vor großen Herausforderungen, da sich die Corona-Krise auch auf dem Ausbildungsmarkt deutlich bemerkbar machte. Die Chancen auf einen freien Ausbildungsplatz waren zwar genauso gut wie im Jahr 2019, doch haben sich die sonst üblichen Schritte auf dem Weg in die Ausbildung um zwei bis drei Monate verschoben. Berufsmessen fielen aus, Praktika waren nicht möglich und auch die Berufsorientierung in den Schulen entfiel. Die IHK zu Lübeck hat eine umfangreiche Unterstützung für die Unternehmen und Bewerber angeboten, dazu gehörten die Beratung über das Projekt „Passgenaue Besetzung“, das erste Speed-Dating über das online Azubi-Match-Portal, die Ausbildungsrallye und die Nachvermittlungsaktion sowie die IHK-Lehrstellenbörse.
Auch etablierte Formate, wie die Meisterfeier, die Ehrungen der besten Prüfungsabsolventen, die Verleihung der begehrten Ausbildungs-Awards oder auch der geplante Ausbilder- und Prüfertag mussten ausfallen. Dafür haben wir die Digitalisierung der Berufsausbildung vorangetrieben, indem wir das IHK-online-Ausbildungsportal der IHK zu Lübeck nach dem gelungenen Start im Jahr 2019 erfolgreich vorantrieben und zusätzliche Funktionen einführten.
Erfolgreich sind trotz der erschwerten Bedingungen auch die neuen Projekte „Teilzeitausbildung für alle“ und die Initiative „Ausbildungsbotschafter“ gestartet. Während „Teilzeitausbildung für alle“ durch die Integration von Teilzeitausbildungsplätzen in die betrieblichen Strukturen zur Verbesserung des Ausbildungsangebotes und damit der Ausbildungssituation in Schleswig-Holstein insgesamt beitragen soll, verfolgt das Projekt „Ausbildungsbotschafter“ das Ziel, das Thema duale Ausbildung zu stärken und die Berufsorientierung in den Schulen zu unterstützen.
Die Regionalentwicklung in der Fehmarnbelt-Region sollte 2020 ganz im Zeichen der Fehmarnbelt Days und der Fehmarn Link Business Conference stehen. Beide Formate mussten Corona-bedingt kurzfristig ausfallen. Das Projekt feste Fehmarnbelt-Querung ist dennoch einen entscheidenden Schritt vorangekommen: Am 3. November 2020 wies das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig sämtliche Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Bau des Fehmarnbelt-Tunnels zurück. Damit besteht nach langen Jahren der Planung und noch längeren Jahren der Diskussion auch auf deutscher Seite Baurecht für die feste Verbindung zwischen Dänemark und Deutschland. Für die Wirtschaft bedeutet dies endlich Gewissheit und Planungssicherheit für den Fahrplan für den Tunnelbau.
Für die an den Bauarbeiten interessierten Unternehmen konnten die Veranstalter bereits am 2. Dezember 2020 ein digitales Format anbieten. In der rund zweistündigen Online-Konferenz gaben sie einen Überblick über die anstehenden Aufträge, die im Zusammenhang mit der Errichtung des Bauhafens und der Tunnelelement-Fabrik zur Vergabe kommen. Für die Fehmarnbelt Days steht bereits ein neuer Termin fest: 31. Mai 2021 im Ferien- und Freizeitzentrum Weissenhäuser Strand, gegebenenfalls auch als Hybridveranstaltung.
Für die an den Bauarbeiten interessierten Unternehmen konnten die Veranstalter bereits am 2. Dezember 2020 ein digitales Format anbieten. In der rund zweistündigen Online-Konferenz gaben sie einen Überblick über die anstehenden Aufträge, die im Zusammenhang mit der Errichtung des Bauhafens und der Tunnelelement-Fabrik zur Vergabe kommen. Für die Fehmarnbelt Days steht bereits ein neuer Termin fest: 31. Mai 2021 im Ferien- und Freizeitzentrum Weissenhäuser Strand, gegebenenfalls auch als Hybridveranstaltung.
Im Zuge der Raumordnung war die IHK zu Lübeck im Jahr 2020 beteiligt an Stellungnahmen zur BauGB Novelle, dem Landesplanungsgesetz, den Regionalplänen
„Wind“ sowie in der Bauleitplanung an mehr als 280 Bebauungsplänen und Flächennutzungsplanänderungen im IHK-Bezirk. Zudem nahmen wir die Beteiligung und Beratung von Unternehmen zur Bauleitplanung wieder auf.
„Wind“ sowie in der Bauleitplanung an mehr als 280 Bebauungsplänen und Flächennutzungsplanänderungen im IHK-Bezirk. Zudem nahmen wir die Beteiligung und Beratung von Unternehmen zur Bauleitplanung wieder auf.
Das Regionalmanagement im HanseBelt konnte im Jahr 2020 einige Projekte abschließen sowie weitere starten. Finalisiert hat es außer einer Studie zu den Chancen durch die feste Fehmarnbeltquerung unter anderem eine Leistungsfähigkeitsanalyse der Autobahnen und der BAB-Anschlussstellen im HanseBelt. Im Handlungsfeld Marketing hat es die Positionierung und Vermarktung des HanseBelt intensiv vorangetrieben. Auch eine Potentialanalyse für Coworking-Standorte im HanseBelt, hat das Regionalmanagement angestoßen. Mit der Beantragung der zweiten Förderphase für die Jahre 2021 bis 2023 sowie des sogenannten Regionalbudgets legte es einen Grundstein für die weitere Regionalentwicklung im HanseBelt. Das Regionalbudget mit einer Förderquote von 80 Prozent soll ab April 2021 zur Verfügung stehen.
Darüber hinaus unterstützte die IHK zu Lübeck auch die Aktualisierung des Gewerbeflächenentwicklungskonzepts an der A7-Süd-Achse (Nordgate). Schwerpunkte waren die Anpassung der Gewerbeflächenprognose aus dem Jahr 2015 durch die CIMA Beratung und Management GmbH und die Prognose der Nachfrage an Gewerbeflächen zwischen Norderstedt und Neumünster bis zu den Jahren 2030 und 2035. Um den Bedarf zu decken, identifizierten Kommunen und Wirtschaftsförderungen erste Flächenpotenziale, die sie 2021 in die Neuaufstellung der Regionalpläne einbringen werden.
Die IHK zu Lübeck hat die Ergebnisse einer groß angelegten Standortumfrage bei den Unternehmen sowie verschiedener Corona-Blitzumfragen analysiert und genutzt, um ihrer Rolle als Beraterin der Politik gerecht zu werden und die Interessen der regionalen Wirtschaft bei langfristigen Standortverbesserungen und der kurzfristigeren Ausgestaltung der Corona-Hilfen zu vertreten. Gleiches gilt für die Beteiligung als Träger öffentlicher Belange bei umfangreichen Planungsprozessen wie dem Bau des Fehmarnbelt-Tunnels und der straßen- bzw. schienenseitigen Anbindung des Bauwerkes an das deutsche Verkehrsnetz, dem Bau der S4 von Hamburg nach Stormarn, dem Weiterbau der A20 und den Eisenbahnstrecken S21 von Hamburg nach Kaltenkirchen sowie der Ertüchtigung der Bahnstrecke Lübeck–Bad Kleinen. Durch die Mitarbeit des Geschäftsbereichs Standortpolitik in entsprechenden Gremien und Stellungnahmen haben wir das Interesse der regionalen Wirtschaft eingebracht.
Ein neues Konzept kam im Bereich der Berufsausbildung in der Logistik zur Anwendung. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels mit neuen Mitteln wollen wir vor allem um Ausbildungssuchende werben. Einen Ansatzpunkt bilden Image und Vielfalt der Branche. Unter Federführung unserer IHK zu Lübeck gestalteten wir mit den Partnern in der IHK Schleswig-Holstein und gemeinsam mit dem Unternehmensverband Logistik sowie mit Unterstützung der Fachkräfteinitiative des Landes den Informations-Fächer
„Ausbildungsberufe in der Logistik“, der Unternehmen zur Verfügung steht und auch auf Ausbildungsmessen zur Werbung für Berufe in der Logistik zum Einsatz kommen soll.
„Ausbildungsberufe in der Logistik“, der Unternehmen zur Verfügung steht und auch auf Ausbildungsmessen zur Werbung für Berufe in der Logistik zum Einsatz kommen soll.
Eine umfangreiche Beteiligung der IHK gab es auch bei der Netzwerkbildung in der Metropolregion Hamburg zur Anwendung der Empfehlungen einer OECD-Studie. Die Metropolregion Hamburg wird Projekte und Maßnahmen anstoßen, die vor allem die Optimierung der Mobilität in Hamburg und seinen Nachbarkreisen vorantreiben.
Noch bevor die Corona Pandemie Deutschland erreichte, richteten wir Anfang Februar die achte Auflage der IT FOR BUSINESS-Kongressmesse in den Lübecker media docks aus. Damit war sie eine der wenigen Großveranstaltungen in 2020. Mehr als 800 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um sich auf Schleswig-Holsteins größter Kongressmesse für Digitalisierung zu informieren, zu vernetzen oder eigene Produkte vorzustellen. Mit 50 Ausstellern war die Messe erneut restlos ausgebucht. Außer den innovativen IT-Lösungen der Aussteller konnten sich die Besucher auch in zahlreichen Vorträgen über die Schwerpunktthemen Digitalisierung, IT-Sicherheit und Online-Marketing informieren oder in einem der zwölf Unternehmensworkshops Lösungen für die digitalen Herausforderungen erarbeiten.
Auf die Restriktionen während des ersten Lockdowns hat die IHK umgehend reagiert und ihr Beratungsangebot komplett neu und digital aufgestellt. So hat der Geschäftsbereich Standortpolitik gemeinsam mit dem Arbeitskreis ITK & Digitalisierung binnen kürzester Zeit die Webinarreihe „HanseBelt digital: Nützliche Tools und Strategien für dein Business“ ins Leben gerufen. Ziel dieser Webinarreihe ist es, Unternehmen praxisnahe digitale Lösungsansätze aufzuzeigen, die sie bei der Bewältigung der bestehenden Herausforderungen unterstützen. Angefangen bei der Präsentation nützlicher digitaler Tools für die Unternehmens(neu)organisation über Best-Practice-Beispiele für die Kundenkommunikation bis hin zur Neujustierung des Geschäftsmodells. Seit dem Start Anfang April haben wir mit mehr als 30 Webinare in dieser Reihe weit mehr als 5.000 Interessenten erreicht.
Auch die weiteren Beratungsangebote, wie beispielsweise der IT-Beratertag MEET THE EXPERTS, haben wir an die neuen Rahmenbedingungen angepasst. Das kostenlose Beratungsangebot, bei dem IT-Spezialisten des Arbeitskreises ITK & Digitalisierung individuelle Einzelberatungen zu den Schwerpunkten IT-Sicherheit, Online-Marketing und Digitalisierung anbieten, gibt es seitdem auch im Videostream.
Allerdings lassen sich nicht alle Formate gänzlich ins Digitale transferieren. So mussten wir Netzwerkveranstaltungen wie beispielsweise die fünfte Auflage des Lübecker Barcamps, an dem im vergangenen Jahr mehr als 300 Besucher teilnahmen, in 2020 absagen.
Aufgrund der Corona-Pandemie waren auch die Aktivitäten des HanseBelt-Vereins in der ersten Jahreshälfte nicht so ausgeprägt wie in den Vorjahren. Der Verein musste viele geplante Veranstaltungen absagen, unter anderen den HanseBelt Begrüßungsempfang, die HanseBelt Arbeitskonferenz, den BeltCup und auch den HanseBelt Zukunftskongress. Da bei allen Veranstaltungen der persönliche Austausch und das Netzwerken im Vordergrund stehen, kam eine digitale Lösung nicht in Frage.
In der zweiten Jahreshälfte 2020 brachte der Verein überwiegend Kommunikationsmaßnahmen zur Anwendung. In Zusammenarbeit mit dem Regionalmanagement im HanseBelt hat der Verein einen Styleguide für das zukünftige Regionalmarketing entwickelt. Mit „Wir haben alles zum Glück“ bringt es der neue Claim
auf den Punkt: Der HanseBelt als Teilregion mit besonderer Lagegunst in der Metropolregion Hamburg ist eine großartige Region zum Leben und Arbeiten. Eine Region, die ländliche Schönheit mit urbanem Flair vereint.
auf den Punkt: Der HanseBelt als Teilregion mit besonderer Lagegunst in der Metropolregion Hamburg ist eine großartige Region zum Leben und Arbeiten. Eine Region, die ländliche Schönheit mit urbanem Flair vereint.
Für das neue HanseBelt-Kommunikationskonzept bilden echte Gesichter und Orte aus der Region die Grundlage für die geplante Regionalmarketingkampagne im Jahr 2021.
Zusätzlich hat der HanseBelt e.V. eine Partnerschaft mit dem Aufsteiger in die Dritte Bundesliga unter dem Titel „HanseBelt-Kommunikation mit dem VfB Lübeck“ geschlossen. Der HanseBelt e.V. sieht den Traditionsverein VfB Lübeck als einen hervorragenden Botschafter für die Region. Mit dem HanseBelt-Logo auf der Brust erzielt der HanseBelt
e.V. vor allem im Fernsehen nationale Aufmerksamkeit. Das Projekt „HanseBelt Kommunikation mit dem VfB Lübeck“ finanzieren die Mitgliedsunternehmen.
Zusätzlich hat der HanseBelt e.V. eine Partnerschaft mit dem Aufsteiger in die Dritte Bundesliga unter dem Titel „HanseBelt-Kommunikation mit dem VfB Lübeck“ geschlossen. Der HanseBelt e.V. sieht den Traditionsverein VfB Lübeck als einen hervorragenden Botschafter für die Region. Mit dem HanseBelt-Logo auf der Brust erzielt der HanseBelt
e.V. vor allem im Fernsehen nationale Aufmerksamkeit. Das Projekt „HanseBelt Kommunikation mit dem VfB Lübeck“ finanzieren die Mitgliedsunternehmen.
Das Fehmarnbelt Business Council (FBBC) als trinationale Kooperation deutscher, dänischer und schwedischer Wirtschaftsorganisationen hat seit Januar 2020 mit Vicepräses Dr. Arno Probst einen neuen Vorsitzenden sowie mit Nina Höfner eine neue Managerin. Aufgrund der Pandemie hat das FBBC sämtliche geplante Veranstaltungen für 2020 abgesagt bzw. auf 2021 verschoben.
Mit zehn Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt Schleswig-Holsteins gehört die Maritime Wirtschaft zu den besonders wichtigen Wirtschaftszweigen im Land. Um die Innovationskraft dieser von klein- und mittelständischen Unternehmen geprägten Branche weiter zu stärken, gründeten wir gemeinsam mit Partnern die TransMarTech Schleswig-Holstein GmbH. Gesellschafter sind außer dem Land zahlreiche Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und der Kieler Wirtschaftsförderung auch die drei IHKs. Aufgabe der Gesellschaft mit Sitz in Kiel soll es sein, landesweit den konkreten Wissens- und Technologietransfer und die Entwicklung von Innovationen zu marktreifen Verfahren zu initiieren und zu unterstützen.
Die Corona-Krise ist auch und gerade für die Innenstädte ein harter Schlag. Um die Kommunikation zu stärken und Motive zu bestimmen, griffen wir das Thema Innenstadt in der Zukunftswerkstatt, einer gemeinsamen Veranstaltung mit der CIMA Beratung und Management GmbH, auf. Das Format fand großen Anklang, die Ergebnisse sind in einem Papier zusammengefasst. Um Standortgemeinschaften auch auf politischer Ebene zu fördern, hat die IHK Schleswig-Holstein gemeinsam mit Ministerien sowie anderen Verbänden und Kammern auf Landesebene den Runden Tisch „Starke Zentren“ ins Leben gerufen. Das Thema Innenstadt hat das Ehrenamt im Format „Kurz diskutiert…“ beleuchtet und diskutiert.
II. Vermögens-/Finanz-/Ertragsentwicklung und -lage
Vermögenslage
Das Vermögen der IHK zu Lübeck setzt sich aus 14.368 T€ (Vj. 14.432 T€) langfristigem Anlagevermögen, 9.278 T€ (Vj 9.976 T€) kurzfristigem Umlaufvermögen, sowie 73 T€ (Vj. 270 T€) aktiven Rechnungsabgrenzungsposten zusammen. Die Bilanz weist zum 31. Dezember 2020 ein Volumen von 23.719 T€ auf und liegt damit um 958 T€ unter dem Vorjahreswert.
Im Jahr 2020 hat sich im Vergleich zum Vorjahr keine Verlagerung zwischen Umlauf- zum Anlagevermögen ergeben. Dies ist überwiegend bedingt durch keine großen Investitionen in das Sachanlagevermögen. Die hierfür erforderlichen liquiden Mittel entstammten dem Umlaufvermögen, wodurch sich die Verschiebung der Bilanzpositionen erklärt.
Das in der Anlagerichtlinie vorrangige Ziel der Kapitalerhaltung unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit und Ethik konnte im Geschäftsjahr 2020 aufgrund der Entwicklung an den Kapitalmärkten erfüllt werden. Die Wertentwicklung belief sich im Jahr 2020 auf +4,71 %, (Bethmann Bank), bzw. -0,55 % (DZ Privatbank). Der Bestand an Wertpapieren beträgt zum 31.12.2020 7.258 T€.
Das Eigenkapital der IHK zu Lübeck hat sich auf 11.443 T€ im Jahr 2020 erhöht. Im Vergleich zum Jahr 2019 erhöhte sich aufgrund des positiven Jahresergebnisses im Jahr 2020 das Eigenkapital der IHK zu Lübeck um 119 T€.
Finanzlage
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ist ein Maßstab für die Innenfinanzierungskraft der IHK.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit umfasst das um die Veränderungen der Rücklagen, Rückstellungen, der Abschreibungen und Zuschreibungen zum Anlagevermögen, der sonstigen Aktiva und Passiva sowie der Zuführungen oder Auflösungen von aktiven und passiven Rechnungsabgrenzungsposten bereinigte Jahresergebnis vor außerordentlichen Aufwendungen.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr -415 T€ und liegt damit unter dem Vorjahreswert (-402 T€). Verantwortlich ist das Jahresergebnis in Höhe von 119 T€ (Vj. -1.134 T€). Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit beträgt -251 T€ (Vorjahr; -585 T€).
Ein Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit ist im Berichtsjahr nicht angefallen.
Die Zahlungsfähigkeit der IHK war während des Geschäftsjahres 2020 sowie bis zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses jederzeit gewährleistet.
Im Rahmen des bestehenden Finanzmanagements wird auf ausreichende Sicherheit, angemessenen Ertrag sowie auf die Verfügbarkeit der Mittel geachtet. Die nicht zur laufenden Liquiditätssicherung benötigten Mittel werden einerseits durch externe Vermögensverwaltungen in Wertpapieren sowie durch internes Management in Tages-bzw. Festgeldern angelegt.
Bei der Erstellung der Bilanz wurden alle erkennbaren Risiken aus nicht kalkulierbaren Beitragsschwankungen, die aus der konjunkturellen Entwicklung im IHK-Bezirk oder aus dem Abrechnungsverfahren selbst resultieren können, und sonstigen Verpflichtungen berücksichtigt. Aus den bestehenden Verpflichtungen sind derzeit keine wesentlichen Auswirkungen auf die zukünftige Vermögenslage ersichtlich. Den satzungsmäßigen und zweckgebundenen Rücklagen und Rückstellungen steht eine solide finanzielle Deckung durch das Vermögen auf der Aktivseite gegenüber. Der Sicherung der Liquidität und der Verfügbarkeit der Finanzmittel gilt weiterhin oberste Priorität vor Renditezielen. Somit sind die Voraussetzungen für eine sachgerechte Aufgabenerfüllung und die Handlungsfähigkeit der IHK zu Lübeck auch zukünftig gewährleistet.
Ertragslage
Im Geschäftsjahr 2020 wurde das geplante Jahresergebnis von -2.123 T€ deutlich überschritten. Es wurde ein Jahresergebnis von 119 T€ erzielt.
Wesentliche Ursache sind die gegenüber der Planung um 692 T€ erhöhten Beitragseinnahmen, die um 614 T€ gestiegenen Einnahmen aus sonstigen betrieblichen Erträge sowie Einsparungen im Bereich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Folge der CORONA-Pandemie.
Die Erträge aus Beiträgen in Höhe von 11.292 T€ lagen mit 692 T€ über dem Planansatz und T€ 396 über dem Vorjahreswert. Dies insbesondere aufgrund der im Rahmen der laufenden Veranlagung höheren Anzahl zum Grundbeitrag veranlagter Firmen sowie einer
gestiegenen Bemessungsgrundlage und eines Einmaleffektes einer Veräußerung einer Firma.
gestiegenen Bemessungsgrundlage und eines Einmaleffektes einer Veräußerung einer Firma.
Die Erträge aus Gebühren betragen im aktuellen Geschäftsjahr 2.358 T€. Sie liegen damit über der Planung (2.233 T€).
Die Materialaufwendungen in Höhe von 1.051 T€ korrespondieren mit entsprechenden Erträgen bei den Gebühren.
Der erhöhte Personalaufwand für Gehälter in Höhe von 6.168 T€ (Vorjahr: 6.002 T€) resultiert aus zusätzlichen geförderten Stellen und der tariflichen Anpassung. Insgesamt wird der Wert des Jahres 2019 damit um 166 T€ überschritten. Der Planwert des Jahres 2020 in Höhe von 6.300 T€ ist unterschritten worden.
Die Abschreibungen liegen im Jahr 2020 mit 319 T€ rund 24 T€ über dem Vorjahresniveau. Minderaufwendungen sind vor allem bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (T€ 678) entstanden.
Das Finanzergebnis (- 491 T€) fällt im Jahr 2020 um 54 T€ schlechter aus als geplant. Es wird im Wesentlichen durch die Aufzinsung der Rückstellungen T€ 602 geprägt.
Insgesamt beurteilt die Geschäftsführung die Ertragslage als positiv.
Die Präses und der Hauptgeschäftsführer werden der Vollversammlung vorschlagen, das Ergebnis des Jahres 2020 in Höhe von 1.263 T€ auf neue Rechnung vorzutragen.
III. Personalbericht
Personalstruktur
Zusätzliche Positionen entstanden im Veranstaltungsmanagement, Help-Desk im Bereich EDV, sowie im Bereich AWB (Ausbildungsbotschaften und Teilzeitausbildung). Die Wesentlichen Mitarbeiterdaten sind in der Personalübersicht im Anhang, Anlage 1.6, dargestellt.
Teilzeitquote und Frauenanteil
Der Anteil der Beschäftigten, die in Teilzeit arbeiten, lag bei 29 Frauen und 12 Männern (Stand 31.12.2020). Das sind 32,8 % der Beschäftigten. Der Frauenanteil der Beschäftigten lag bei 61,6 %. Die Frauenquote auf der Geschäftsbereichsleiterebene lag bei 14 %, auf Referentenebene mit 10 % unterrepräsentiert.
Ausbildung und Übernahme
2020 wurden 6 Kaufleute für Büromanagement sowie 1 Fachinformatiker für Systemintegration ausgebildet, eine Einstiegsqualifizierung wurde vorzeitig abgebrochen. Drei Auszubildende beendeten in 2020 ihre Ausbildung. Davon konnte eine Auszubildende in ein unbefristetes sowie zwei weitere Auszubildende in ein befristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Darüber hinaus wurden zwei weiteren Auszubildenden aufgrund ihrer guten Leistungen eine halbjährliche Weiterbeschäftigung angeboten. Die Übernahme für ein halbes Jahr erfolgt immer dann, wenn keine freie Position, aber zusätzliche befristete
Einsatzmöglichkeiten bestehen und der Notendurchschnitt der Ausbildung bei mindestens 2,5 lag.
Einsatzmöglichkeiten bestehen und der Notendurchschnitt der Ausbildung bei mindestens 2,5 lag.
Einarbeitung und Qualifizierung
Die Einarbeitung der Beschäftigten erfolgt in der Regel nach einem individuell vorbereiteten Einarbeitungsplan der Geschäftsbereiche, welche durch Inhouse-Kommunikationsseminare und Einführungsseminare der IHK-Organisation flankiert werden.
Zur Einarbeitung existieren Checklisten für alle Bereiche, die in die Einarbeitung eingebunden sind, um ein strategisches Vorgehen zu gewährleisten. Während der Einarbeitungszeit stehen Pate, direkte Kollegen und Vorgesetzte als Ansprechpartner zur Verfügung, um fachliche, formelle und informelle Angelegenheiten zu klären.
Fachliche und persönliche Weiterbildungsnotwendigkeiten und -möglichkeiten werden zumeist zwischen Mitarbeiter und Vorgesetzten besprochen. Dafür werden hauptsächlich die Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten der nahestehenden Organisationen wie der DIHK-Gesellschaft für berufliche Bildung, der Bildungs-Service gGmbH der Handelskammer Hamburg oder der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein genutzt.
Seminare für Mitarbeitergruppen werden in der Regel als Inhouse-Seminare in Absprache mit dem Personalbereich organisiert.
Vereinbarkeit Beruf und Familie
In der IHK existiert eine Vielzahl an Teilzeitmodellen. Diese entstanden aufgrund der individuellen Bedürfnisse nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Mitgliedschaft in Beruf und Familie im HanseBelt gGmbH gewährleistet die Betreuung der Kinder in Notfallsituationen. Das Dienstleistungsangebot des Instituts für betriebliche Gesundheitsförderung wird mit einem Beratungsaufkommen von durchschnittlich drei Beratungen monatlich genutzt, um Unterstützung in kritischen Alltags- und Berufsangelegenheiten zu erhalten.
Vergütung
Das Vergütungssystem besteht aus 15 Gehaltsgraden und sechs Funktionsgruppen. Die Zuordnung der einzelnen Positionen in den Gehaltsgraden und Funktionsgruppen geschieht auf Basis eines Bewertungskatalogs, welche sowohl Fach- und Geschäftskenntnisse berücksichtigt, aber auch die Ausprägung des Einflussbereiches auf die Organisation oder der Umfang der notwendigen Kommunikationsfähigkeiten.
Die Jahresgrundvergütung enthält einen leistungsbezogenen Vergütungsbestandteil in Höhe eines Monatsgehaltes. Dieser basiert auf der Erfüllung der strategischen Ziele, welche Haupt- und Ehrenamt jährlich für das gesamte Haus aufstellen.
Arbeitssicherheit
Arbeitssicherheitsausschusssitzungen, Gefährdungsbeurteilungen und Seminare im Bereich der Arbeitssicherheit werden im vorgegebenen Rahmen durchgeführt und dokumentiert. Die Jahresberichte der Arbeitssicherheitsfachkraft zeigen, dass die Arbeitssicherheitsthemen auf einem hohen Niveau verfolgt und durchgeführt werden.
IV. Prognosebericht
Die IHK zu Lübeck konnte aufgrund der bekannten konjunkturellen Entwicklung der vergangenen Jahre noch mit einer stabilen Einnahmebasis im Jahr 2019 und 2020 rechnen. Dagegen sind jedenfalls die kommenden Jahre 2021 – bis 2023 mit erheblichen Unsicherheiten belastet. Während die wirtschaftliche Gesamtleistung der Region nach wie vor von der Bewältigung des Fachkräftemangels, von einem erfolgreichen Ausbau der Infrastruktur (Straße, Schiene, Breitband), der Digitalisierung, dem technologischen Wandel (E-Mobilität), aber auch von der Flächenknappheit (Wohnbau und Gewerbe) und der überbordenden regulatorischen Belastung aller wirtschaftlichen Prozesse als bestimmenden, aber auch limitierenden Faktoren charakterisiert wird, überschattet die Corona-Pandemie jedwede Prognose.
Wenngleich die Wirtschaft der Region mit einer breiten Streuung der Zielländer im Export und einer hohen Diversität der regionalen gewerblichen Aktivität eine hohe Resilienz gegenüber internationalen Verwerfungen aufweisen kann, fällt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt schwer, den weiteren Verlauf der „Corona-Krise“ zu bewerten. Das aktuelle
„Wiederhochfahren“ der Unternehmen im Zuge der sukzessiven Lockerung Corona-bedingter Restriktionen der Mobilität erweist sich als mühsamer Prozess.
„Wiederhochfahren“ der Unternehmen im Zuge der sukzessiven Lockerung Corona-bedingter Restriktionen der Mobilität erweist sich als mühsamer Prozess.
Der stationäre Einzelhandel – durch das Onlinegeschäft ohnehin unter Druck – fürchtet nicht ohne Grund eine anhaltende Verhaltensänderung in der Konsumnachfrage als Folge der Mobilitätsbeschränkungen der vergangenen Monate, Gastronomie und Hotellerie sowie die gesamte Freizeitwirtschaft leiden unter der nachfrageschädlichen Implementierung umfangreicher Hygienekonzepte. Ob das wirtschaftliche Gesamtgeschehen vor diesem Hintergrund einen V-, U- oder L-förmigen Verlauf nehmen wird, lässt sich derzeit nicht mit der erforderlichen Sicherheit sagen. Staatliche Hilfsprogramme belasten einerseits die öffentlichen Haushalte auf lange Sicht und können doch andererseits die sich zu horrenden Beträgen aufsummierenden Umsatzausfälle der Unternehmen nicht ansatzweise kompensieren.
Für die Industrie- und Handelskammer zu Lübeck folgt daraus, dass sie in den kommenden Jahren mit erheblichen Beitragsausfällen und -rückerstattungen rechnen muss. Betroffen sein wird in erster Linie die Einnahmekategorie der Umlage, die ihrerseits unmittelbar mit dem Gewerbeertragsaufkommen korreliert. Wie sich die Einnahmen aus dem Weiterbildungsangebot entwickeln werden und ob der Bereich Ausbildung auch wirtschaftliche Einbußen aus einer nachlassenden Ausbildungsleistung der Region wird hinnehmen müssen, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch offen, aber keineswegs ausgeschlossen.
Die IHK zu Lübeck wird darauf ggf. mit einem Set aus Maßnahmen reagieren müssen, das von Einsparungen beim Sachaufwand, kritischer Prüfung von Mitgliedschaften, Kooperationen und Zuwendungen, Generierung neuer oder zusätzlicher Einnahmen bis hin zu Personalabbau und Leistungsverdichtung über die Aufgabe nichthoheitlicher, optionaler Aufgaben und Dienstleistungen reicht. Demgegenüber steht der Anspruch, gerade in Zeiten wirtschaftlichen Abschwungs, die Mitgliedsunternehmen verstärkt zu unterstützen und vermehrt auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen einzuwirken, die für ein Wiedererstarken der regionalen Wirtschaft maßgeblich sind. Welcher Weg dabei im
Einzelnen beschritten wird, wird in intensiver Diskussion von Haupt- und Ehrenamt zu ermitteln und umzusetzen sein.
Einzelnen beschritten wird, wird in intensiver Diskussion von Haupt- und Ehrenamt zu ermitteln und umzusetzen sein.
Dabei wird sich als hilfreich erweisen, dass die IHK zu Lübeck auch in 2020 von einer hohen Akzeptanz ihrer Arbeit in der öffentlichen Wahrnehmung und einer regen Nachfrage ihrer Expertise profitieren konnte. Es ist zu erwarten, dass diese positive Außenwahrnehmung nicht nur anhält, sondern weiter zunimmt. Das Engagement der IHK zu Lübeck in der Corona-Krise wurde von weiten Teilen der Mitglieder, aber auch von Medien und einer breiteren Öffentlichkeit positiv wahrgenommen und in einer Vielzahl von Reaktionen anerkennend gewürdigt.
In unserem Wirtschaftsplan 2021 rechnen wir gegenüber dem Jahr 2020 mit steigenden Beitragserträgen in Höhe von rund 11.433 Mio. Euro.
Bei den Gebühren und den Entgelten rechnen wir mit rückläufigen Einnahmen. Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhen sich um 29 T Euro.
Die Betriebsaufwendungen erhöhen sich laut unserem Wirtschaftsplan 2021 um ca. 1,5 Mio. Euro (Vergleich Ist 2020 - Plan 2021) das entspräche einer Erhöhung von 10,4 %.
In der Summe aller Effekte rechnen wir in unserem Wirtschaftsplan 2021 bei weiterhin unverändertem Umlagesatz von 0,12 % mit einem negativen Betriebsergebnis von -1,432 Mio. Euro und einem Jahresergebnis in Höhe von rund -1,877 Mio. Euro. Die IHK zeigt somit weiterhin ihr Bestreben, einer unzulässigen Vermögensbildung vorzubeugen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung ihrer Leistungsfähigkeit und ihres Produktkatalogs.
V. Chancen und Risikobericht
Die unter IV. dargestellte Prognose beschreibt ausführlich die vielfältigen Chancen der IHK zu Lübeck.
Die Entwicklungen im Außenhandel beinhalten Chancen und Risiken gleichermaßen. Um den Unternehmen in den Zeiten unsicherer Entwicklungen im Außenhandel zur Seite zu stehen wird der Geschäftsbereich International unsere Mitgliedsbetriebe verstärkt sensibilisieren für die Chancen der weiteren Internationalisierung. Bei der Beratung wird es eng aufeinander abgestimmte Einzel- und Gruppengespräche, Seminare, Workshops, Informations-veranstaltungen, in-house-Beratungen, Merkblätter, IHK-Website, Newsletter und Firmenbesuche geben.
Die Entwicklungen im Außenhandel beinhalten Chancen und Risiken gleichermaßen. Um den Unternehmen in den Zeiten unsicherer Entwicklungen im Außenhandel zur Seite zu stehen wird der Geschäftsbereich International unsere Mitgliedsbetriebe verstärkt sensibilisieren für die Chancen der weiteren Internationalisierung. Bei der Beratung wird es eng aufeinander abgestimmte Einzel- und Gruppengespräche, Seminare, Workshops, Informations-veranstaltungen, in-house-Beratungen, Merkblätter, IHK-Website, Newsletter und Firmenbesuche geben.
Der Fachkräftemangel in technischen und digitalen Berufen wird immer gravierender und von unseren Mitgliedsunternehmen als ein großes Hemmnis für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Region gesehen. Es bedarf daher umfassender Anstrengungen, zukünftige Fachkräfte für die Themen zu begeistern. Das eigens zu diesem Zwecke gegründete Forschungsforum Schleswig-Holstein wird 2022 zum zweiten Mal den Bundeswettbewerb Jugend forscht nach Schleswig-Holstein – diesmal nach Lübeck – holen. Die Strahlkraft dieses Wettbewerbs wird die IHK dazu nutzen, in der Region neue Regionalwettbewerbe von Jugend forscht anzustoßen, um eine breite Schülerschaft an naturwissenschaftliche Forschung heranzuführen. Ziel ist es, beim Bundeswettbewerb 2022 mindestens einen Bundessieger aus Schleswig-Holstein zu küren.
In der IHK zu Lübeck existiert seit 2015 ein Risikomanagement als Standard Steuerungsinstrument. Quartalsweise wird der Risikobericht in der Geschäftsbereichsleiter Sitzung sowie in den Gremien Haushaltsausschuss und Präsidium präsentiert. Seit 2016 wird zudem die Vollversammlung jährlich im Rahmen der Beschlussfassung über die Wirtschaftsplanung über die Risiken informiert, die durch die Ausgleichsrücklage abgesichert werden.
Die wesentlichen Risiken der IHK zu Lübeck sind unverändert die bereits beschriebenen konjunkturellen Risiken, IT Risiken, mögliche Gebührenausfälle aufgrund des demografisch bedingten Rückgangs von Auszubildenden sowie Risiken aus Haftungs- und Rechtsfragen. Die Vollversammlung der IHK zu Lübeck hat im Dezember 2020 diese Risiken zur Kenntnis genommen.
Als wesentliches finanzielles Einzelrisiko sind die aktuellen Auswirkungen der Corona Pandemie auf Beiträge, Gebühren und Entgelte zu nennen. Bei den Beiträgen liegt das Risiko für das Geschäftsjahr 2020 in steigenden Stundungen und Zahlungsausfällen sowie in sinkendem Gewerbeertragsaufkommen für die nachfolgenden Geschäftsjahre. Durch die räumlichen Einschränkungen besteht bei den Gebühren und Entgelten das Risiko von reduzierender Nachfrage nach entsprechenden Dienstleistungen, die teilweise durch sich reduzierende Aufwendungen für die Erbringung der Dienstleistungen kompensiert werden.
Nachtragsbericht
Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Beendigung des Geschäftsjahres 2020, die über die normale Geschäftstätigkeit hinausgehen, sind nicht eingetreten.
Lübeck, den 30. April 2021