Kompass 25

Richtungsweisende Impulse für Wirtschaft und Politik

Beim Parlamentarischen Abend "Kompass 25" diskutierten Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über die Frage: Wie kann Schleswig-Holstein wirtschaftliches Wachstum nachhaltig erzeugen und gleichzeitig den Weg in die Klimaneutralität schaffen? Die IHK zu Kiel präsentierte dazu ihr neues Richtungspapier mit klaren Vorschlägen für eine wachstumsorientierte Standortpolitik.
Schleswig-Holstein steht vor einer schwierigen wirtschaftlichen Lage: Die industrielle Basis erodiert, erste Zeichen der Deindustrialisierung sind sichtbar. Gleichzeitig darf das Land im Wettbewerb um innovative Gründungen und industrielle Wertschöpfung nicht den Anschluss verlieren. Der industrielle Kern eines Landes ist die Grundlage für eine moderne Wirtschaftsnation – für Forschung & Entwicklung, Dienstleistungen, Handel & Logistik und für einen generationenübergreifenden Wohlstand.
"Der wirtschaftliche Erfolg von morgen beginnt heute. Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, schnelle Verfahren und eine klare Strategie, damit Schleswig-Holstein ein attraktiver Standort für Innovationen bleibt", betonte Klaus-Hinrich Vater, Vizepräsident der IHK zu Kiel. Unternehmen sind die Kraft, die die Wirtschaft wieder in Schwung bringt." "Die Politik darf nicht glauben, sie wisse, was gute oder förderungswürdige Wirtschaft ist. Statt Branchenbevorzugung brauche es stabile Rahmenbedingungen für alle.

Impulse aus Wissenschaft und Praxis

  • Realitätscheck: Dr. Julia Körner (IHK zu Kiel) zeigte, dass Schleswig-Holstein bei Indikatoren für ein modernes Industrieland die Richtwerte nicht erreicht. Beim Industrieanteil der Bruttowertschöpfung, den Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie dem Export komplexer Güter liegt der Echte Norden deutlich unter dem Bundesdurchschnitt Lediglich beim Export erreicht das Land mit 42,7 Prozent den Bewertungskorridor von 40 bis 60 Prozent.
  • Standortpolitik: Prof. Dr. Stefan Kooths (IfW Kiel) warnte vor Steuerungsillusionen und plädierte für produktivitätsorientierte Politik.
  • Ansiedlungen: Beate Zitzlaff (WTSH) machte deutlich: Der internationale Wettbewerb um Investitionen wird härter – Schleswig-Holstein braucht klare industriepolitische Stärken.
  • Gründungen: Dr. Anke Rasmus (StartUp SH) betonte die Rolle von Startups als Hebel für Strukturwandel und Innovation.
"Ökonomien wachsen von selbst – man muss sie nur lassen.”
- Prof. Dr. Stefan Kooths (IfW Kiel)

Industriepolitische Positionen: Anfang. Ansiedlung. Aufbruch.

Die IHK identifiziert drei strategische Handlungsfelder:
  • Anfang: Industrielle Ausbildung sichern, Gründungen erleichtern, Innovation durch Bürokratieabbau beschleunigen.
  • Ansiedlung: Zukunftsbranchen wie maritime Wirtschaft und Bahntechnik gezielt entwickeln, Planungssicherheit schaffen, Flächensparziele konkretisieren, Dual-Use-Technologien fördern.
  • Aufbruch: Ordnungspolitik modernisieren, Verfahren beschleunigen, Strategien legislaturübergreifend verlässlich umsetzen.
kompass25 Anteil FE
kompass25 Anteil Industrie
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kompass25 Zusammenfassung

Konkrete Vorschläge

  • Ausbau von Innovationszentren und regionalen Clustern für Zukunftstechnologien.
  • Einführung eines One-Stop-Shops für Unternehmensgründungen und vollständig digitale Antragsverfahren mit Echtzeit-Status.
  • Verstetigung und Aufstockung des Seed- und Start-up-Fonds SH für mehr Wagniskapital.
  • Anpassung von BImSchG, UVPG und BauGB für schnellere Genehmigungen sowie vollständige Digitalisierung aller Verfahren.
  • Harmonisierung von EU-, Bundes- und Landesstrategien.
Zum Positionspapier

Abschluss und Ausblick

Der Parlamentarische Abend Kompass 25 hat gezeigt: Schleswig-Holstein steht vor großen Herausforderungen – aber auch vor Chancen. Die Expertise aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ist vorhanden, die Vorschläge liegen auf dem Tisch.
Jetzt kommt es auf die Umsetzung an: weniger Bürokratie, mehr Vertrauen in Marktkräfte und stabile Rahmenbedingungen für alle.
Schleswig-Holstein kann modernes Industrieland werden – klimaneutral, innovativ und wirtschaftsstark. Dafür braucht es ein gemeinsames Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, über politische Legislaturperioden hinweg.