Mehr Stellen als Bewerber – Ausbildungsmarkt in Schleswig-Holstein bleibt dynamisch
Zum Start des Ausbildungsjahres am 1. August wurden 6.843 neue Ausbildungsverträge aus Industrie, Handel, Dienstleistungen und Gastgewerbe bei den IHKs in Flensburg, Kiel und Lübeck eingetragen. Damit bewegen sich die Ausbildungsverträge unter dem Niveau des Vorjahres (7.171 / -4,6 Prozent). Einen Grund dafür sehen die IHKs in den späten Sommerferien. Viele Ausbildungen starten zum 1. September und der Ausbildungsmarkt ist noch im Fluss. Bis Jahresende dürften sich die Zahlen stabilisieren.
Viele Chancen bieten sich Betrieben und jungen Menschen auch nach dem 1. August, denn der Ausbildungsmarkt bleibt dynamisch. Immer mehr Betriebe beginnen außerhalb der üblichen Zeiträume mit der Ausbildung. Ausbildungsinteressierte haben weiterhin gute Chancen – vor allem im Einzelhandel, in der Logistik, Gastronomie und in gewerblich-technischen Industrieberufen. „Junge Menschen in Zeiten des Fachkräftemangels für eine duale Ausbildung zu begeistern, ist als Teilerfolg zu werten. Trotzdem konnte mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Unternehmen in Schleswig-Holstein im vergangenen Ausbildungsjahr nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Die Anzahl der Lehrstellen ist dabei immer noch deutlich größer als die der Bewerberinnen und Bewerber “, sagt Thomas Buhck, Präsident der IHK Schleswig-Holstein und appelliert an die Schülerinnen und Schüler: „Es ist noch nicht zu spät, um einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Nutzt die Sommerferien, um euch zu bewerben.“
Die Gründe für die offenen Lehrstellen sind vielfältig: Laut DIHK-Ausbildungsumfrage lagen bei drei von vier Unternehmen keine geeigneten und bei jedem vierten Betrieb überhaupt keine Bewerbungen vor. Viele Unternehmen haben erkannt: Die duale Ausbildung ist das wirksamste Instrument, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Deshalb engagieren sie sich stärker denn je im Ausbildungsmarketing. Sie präsentieren sich auf Ausbildungsmessen, suchen den Kontakt zu allgemeinbildenden Schulen oder qualifizieren ihre Auszubildenden zu Ausbildungsbotschaftern.
Die deutschlandweite Stellenbörse meine-ausbildung-in-deutschland.de umfasst derzeit 6.416 Ausbildungsplatzangebote in Schleswig-Holstein (Stand 28. Juli 2025). Durch die Umstellung beim Abitur auf G9 werden 2026 rund 5.000 weniger Schulabgänger erwartet – das wird die Besetzung von Ausbildungsplätzen im kommenden Jahr zusätzlich erschweren.
Die DIHK-Ausbildungsumfrage zeigt zudem, dass die Schülerinnen und Schüler etwas zu ihren Chancen für den Wunsch-Ausbildungsplatz beitragen können. Zwei Drittel der Unternehmerinnen und Unternehmer gaben an, dass für den Erfolg in der Ausbildung die schulischen Basiskenntnisse sehr wichtig oder wichtig sind. Bei mehr als 80 Prozent der Betriebe werden Soft Skills als sehr wichtig oder wichtig eingestuft. Die Ergebnisse der jüngsten Bildungsstudien bestätigen die Wahrnehmung der Unternehmen, dass den jungen Menschen grundlegende Kenntnisse im Leseverständnis und in Mathematik fehlen.
„Wir appellieren daher an die Landesregierung, auch in der jetzigen schweren Haushaltssituation weiter in die Allgemeinbildung zu investieren. Die Schule allein wird die Herausforderungen junger Menschen aber nicht bewältigen können. Hier müssen auch die Unternehmen, die Eltern und die Gesellschaft als Ganzes ihren Beitrag leisten“, so Buhck.
Mit der bundesweiten Ausbildungskampagne JETZT #könnenlernen setzt die IHK-Organisation ein starkes Zeichen. Die Kampagne kombiniert aufmerksamkeitsstarke Außenwerbung mit digitalen Formaten. Insbesondere auf der Plattform TikTok trifft sie den Nerv der jungen Zielgruppe: Dem Kanal @dieazubis folgen inzwischen über 70.900 junge Menschen. 1,7 Millionen Likes zeigen die große Reichweite der Plattform. „JETZT #könnenlernen sorgt damit für Sichtbarkeit, Identifikation und Begeisterung und unterstützt die Betriebe dabei, junge Talente dort zu erreichen, wo sie unterwegs sind: im digitalen Raum“, sagt Buhck.
IHK Schleswig-Holstein
Die IHK Schleswig-Holstein ist die Arbeitsgemeinschaft der IHKs Flensburg, Kiel und Lübeck. Die IHK Schleswig-Holstein ist der zentrale Ansprechpartner für alle Fragestellungen zum Thema Wirtschaft, die mehr als nur regionale Bedeutung haben. Zu diesen Themen bündelt sie die Meinung der drei IHKs in Schleswig-Holstein, so dass diese gegenüber Politik und Verwaltung mit einer Stimme für die Wirtschaft im Lande sprechen. Die IHK Schleswig-Holstein nimmt die Interessen von 175.000 Unternehmen mit rund 750.000 Arbeitnehmern wahr.
Die IHK Schleswig-Holstein ist die Arbeitsgemeinschaft der IHKs Flensburg, Kiel und Lübeck. Die IHK Schleswig-Holstein ist der zentrale Ansprechpartner für alle Fragestellungen zum Thema Wirtschaft, die mehr als nur regionale Bedeutung haben. Zu diesen Themen bündelt sie die Meinung der drei IHKs in Schleswig-Holstein, so dass diese gegenüber Politik und Verwaltung mit einer Stimme für die Wirtschaft im Lande sprechen. Die IHK Schleswig-Holstein nimmt die Interessen von 175.000 Unternehmen mit rund 750.000 Arbeitnehmern wahr.
Medieninformation der IHK Schleswig-Holstein vom 31. Juli 2025