Mautproblematik in Dänemark

Seit dem 1. Januar 2025 gilt in Dänemark eine neue kilometerabhängige Maut für LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 12 Tonnen oder mehr. Die bisherige Eurovignette wurde abgeschafft und durch ein satellitengestütztes System ersetzt, das die Maut abhängig von der gefahrenen Strecke und dem CO2-Ausstoß des Fahrzeugs berechnet. Ziel der Neuerung ist es, umweltfreundlicheren Transport zu fördern und den CO2-Ausstoß im Straßenverkehr zu reduzieren.

Umfrage der IHK Schleswig-Holstein

Nach Angaben des Branchenverbands der dänischen Transport- und Logistikunternehmen, ITD, wurden in diesem Jahr rund 40.000 Bußgelder wegen nicht geleisteter Zahlungen verhängt. Diese Bußgelder sind häufig auf technische Mängel im System oder auch auf Bedienungsfehler zurückzuführen.
Der dänische Branchenverband rät betroffenen Unternehmen nicht zu zahlen, wenn sie diese Bußgelder für ungerechtfertigt halten. "Wenn ein Transportunternehmen zahlt, erkennt es die Strafe an. Ich bin der Meinung, dass Unternehmen nicht für Systemfehler zahlen sollten", erklärt John Agervig Skovrup, Vorsitzender von ITD.
Unbezahlte Bußgelder werden an die Polizei weitergeleitet, was bedeutet, dass neue Einsprüche eingelegt werden müssen. Sollte ein Unternehmen die Verfahren verlieren, könnten natürlich erhebliche Kosten entstehen. "Aber können wir es uns leisten, es nicht zu tun?", fragt Skovrup rhetorisch. "Derzeit erhalten wir täglich Bußgelder in Höhe von 9.000 Kronen aufgrund von Systemfehlern – das kann noch deutlich teurer werden."
Die dänischen Branchenvertreter haben mittlerweile den Mautbetreiber Sund & Baelt wegen rechtswidriger Bußgeldpraxis bei der EU-Kommission angezeigt.
Diese Strafzahlungen sind nun auch Teil internationaler politischer Gespräche. Um diese Gespräche zu untermauern, bitten wir Sie um Ihre Einschätzung und entsprechende Teilnahme an unserer Umfrage bis zum 25. August 2025.
Jetzt an der Umfrage teilnehmen!

Änderungen bei der LKW-Maut in Dänemark

Wichtig für deutsche Spediteure:
  • Ab 2027 soll die Maut auch für alle LKW über 3,5 Tonnen gelten.
  • Neben der kilometerabhängigen Maut fallen weiterhin etwaige Brückenmauten (zum Beispiel Storebæltsbroen) an.
  • Fahrzeuge werden in Mautklassen nach CO2-Emissionen eingeteilt, was die Kosten beeinflusst.
Seit dem 1. Juli 2025 gibt es zudem eine wichtige Änderung: Für LKW über 12 Tonnen, die ihre Mautpflichten nicht erfüllen, wird die Geldstrafe auf 9.000 DKK verdoppelt. Zusätzlich können ausländischen LKW, die die Maut nicht bezahlt haben, die Durchfahrt über die Storebælt-Brücke verweigert werden. Diese Maßnahmen sollen die Einhaltung der Vorschriften weiter verschärfen und die Zahlungssicherheit erhöhen.
Für deutsche Speditionsunternehmen bedeutet dies:
  • Überprüfen Sie sorgfältig, dass Ihre Fahrzeuge korrekt registriert sind und die Mautgeräte funktionieren.
  • Achten Sie darauf, dass die Kennzeichen der Fahrzeuge und der Mautgeräte übereinstimmen.
  • Kalkulieren Sie mit steigenden Kosten, insbesondere bei weniger umweltfreundlichen LKW.
  • Informieren Sie Ihre Fahrer über die verschärften Kontrollen und Sanktionen, insbesondere ab Juli 2025.

Die aktuellen Mautgebühren sind:

Kilometerbedingte Abgabe 2025 (in DKK/km)
12 bis 18 Tonnen
18 bis 32 Tonnen
über 32 Tonnen
Abgabe
Aufschlag Umweltzonen
Abgabe
Aufschlag Umweltzonen
Abgabe
Aufschlag Umweltzonen
CO2-Emissions­klasse 1
0,86
0,43
1,00
0,50
1,10
0,55
CO2-Emissions­klasse 2
0,79
0,40
0,92
0,46
1,01
0,51
CO2-Emissions­klasse 3
0,69
0,35
0,82
0,41
0,91
0,46
CO2-Emissions­klasse 4
0,46
0,23
0,53
0,27
0,58
0,29
CO2-Emissions­klasse 5
0,13
0,07
0,13
0,07
0,13
0,07