Versicherungen für Unternehmer (Juli 2015)

Sicher in die Selbstständigkeit

Wer sich mit einem eigenen Unternehmen selbstständig macht, verlässt in der Regel das staatliche System sozialer Sicherheit. Zudem gibt es spezielle Risiken, die abzusichern sind. Lesen Sie hier, welche Versicherungen Sie als Existenzgründer abschließen sollten.
Krankenversicherung
Seit 2009 sind Selbstständige verpflichtet, sich gegen Krankheiten zu versichern. Hierbei können sie zwischen gesetzlicher und privater Kranken- und Pflegeversicherung wählen. Die Beiträge in der gesetzlichen Versicherung richten sich nach dem Einkommen, in der privaten nach Risiko, Gesundheitszustand, Eintrittsalter und gewähltem Versicherungsschutz. Für die Absicherung längerer Krankheitszeiten müssen Selbstständige bei ihrer gesetzlichen Krankenversicherung eine Wahlerklärung zum Krankengeld abgeben. Auch die Absicherung durch eine private Krankentagegeldversicherung sowie eine ergänzende private Pflegeabsicherung können von Vorteil sein.
Altersversorgung
Viele Selbstständige entscheiden sich für den Abschluss einer Kapitallebens- oder privaten Rentenversicherung, andere für eine Vermögensbildung durch Immobilien und/oder Investmentfonds. Da der Erwerb dieser Anlagen mit Kosten verbunden ist, sollte man auf eine nachhaltige Aufrechterhaltung setzen. Für Selbstständige wurde 2005 die Basis- oder Rüruprente eingeführt, die steuerlich gefördert werden kann.
Arbeitslosenversicherung
Unter bestimmten Voraussetzungen haben Selbstständige die Möglichkeit der freiwilligen Weiterversicherung. Der Antrag muss innerhalb einer bestimmten Frist nach Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit erfolgen.
Berufsunfähigkeitsversicherung
Bei einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit ist der Schutz durch die gesetzliche Rentenversicherung deutlich eingeschränkt. Es sollte daher eine private Versicherung gegen Berufsunfähigkeit abgeschlossen werden, die individuelles Berufsrisiko und jeweiligen Lebensstandard berücksichtigt.
Risiko-Lebensversicherung
Der Tod des Selbstständigen oder eines Teilhabers kann gravierende Konsequenzen nach sich ziehen - auch für die Hinterbliebenen. Eine preisgünstige Risiko-Lebensversicherung schafft Abhilfe.
Unfallschutz
Selbstständige können sich freiwillig in ihrer zuständigen Berufsgenossenschaft gegen Berufs- und Wegeunfälle versichern. Für bestimmte Berufsgruppen besteht sogar eine Versicherungspflicht. Die gesetzliche Unfallversicherung bietet einen guten Grundschutz - umfassend und in der Höhe ausreichend wäre allerdings nur die Kombination mit einer privaten Unfallversicherung.
Haftpflichtversicherung
Eine normale Betriebs- Haftpflicht bietet oft eine Deckungssumme von zwei Millionen Euro für Personen- und eine Million Euro für Sachschäden. Dies könnte bei einem großen Feuerschaden nicht ausreichen. Auch bei Bearbeitungsund Tätigkeitsschäden sollte vom maximal Möglichen ausgegangen werden. Die Produkt-Haftpflicht betrifft nicht nur große Hersteller. Wer ein fehlerhaftes Produkt herstellt, muss für daraus entstehende Schäden unabhängig vom Verschulden haften. Eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung deckt direkte Vermögensschäden ab, die sich etwa aus beratenden Tätigkeiten ergeben könnten.
Betriebliche Sachversicherung
Vorab ist zu prüfen, welchen Risiken Sie ausgesetzt sind und welche Sie versichern wollen. Darüber hinaus ist festzulegen, wie hoch die Versicherungssumme ist, ob fremdes Eigentum mitzuversichern ist, ob Gebäudeeinbauten einzuschließen sind und ob Erhöhungen von Entschädigungsgrenzen vorgenommen werden müssen. Eine Betriebsunterbrechungsversicherung kann zusätzlich sinnvoll sein. Wird durch einen Schaden der Betriebsablauf erheblich gestört oder unterbrochen, so kommt sie für den dadurch bedingten Einnahmeausfall und die laufenden festen Kosten auf - längstens jedoch ein Jahr und höchstens bis zur vereinbarten Versicherungssumme. 
Veröffentlicht am 13. Juli 2015