Umfrage zu Schülerpraktika (Mai 2014)

Brücke ins Berufsleben

2013 hat die IHK Schleswig-Holstein eine Umfrage bei Schülern und Unternehmen zum Thema Praktikum durchgeführt. Die Befragung fand im Rahmen des Projekts "IHK für Schülerpraktika" als Bestandteil der Strategie "Schleswig-Holstein 2030" statt.
Um die Praktikumssituation in Schleswig-Holstein zu verbessern, sollte zunächst eine Übersicht zur Akzeptanz von Praktika gewonnen werden. Insgesamt haben sich über 450 Ausbildungsbetriebe und über 16.000 Schüler der Jahrgangsstufen sieben bis 13 an der Umfrage beteiligt.
Die Ergebnisse zeigen, dass Praktika sowohl bei Schülern als auch bei Betrieben einen hohen Stellenwert besitzen und vieles in der Umsetzung schon gut gelingt. Zugleich besteht aber in einigen Bereichen Verbesserungspotenzial. Besonders erfreulich ist, dass 93,6 Prozent der befragten Unternehmen Schülerpraktika anbieten. Dabei rangiert das Betriebspraktikum (84,1 Prozent) vor dem Wirtschaftspraktikum (63 Prozent), dem Langzeitpraktikum (54,1 Prozent) und den Schnuppertagen (22,4 Prozent). Dies zeigt eindeutig, dass die Betriebe die Bedeutung der Praktika für die Nachwuchsgewinnung erkannt haben. Über 70 Prozent geben an, durch Praktika bereits Azubis gewonnen zu haben. Auch die Vorbereitung und Betreuung der Schüler während des Praktikums durch die Schule bewerten die meisten Unternehmen positiv.
Gute Betreuung
Ähnlich sieht es bei den Schülern aus: 78,6 Prozent empfinden die Vorbereitung und 72,2 Prozent die Nachbereitung durch die Schule als gut. Die Betreuung während des Praktikums durch den Betrieb wird von 70,8 Prozent der Schüler in einem guten Bereich gesehen.
Ein Problem liegt in der Diskrepanz zwischen dem favorisierten Alter eines Betriebspraktikanten und dem realen Alter der Schüler. So wünschen sich über 42 Prozent der Betriebe Schüler, die älter als 15 Jahre sind. Tatsächlich sind aber über 75 Prozent der Schüler beim ersten Betriebspraktikum 15 Jahre oder jünger. Da sich der Altersdurchschnitt durch die Veränderungen der Schulstruktur und damit kürzere Schulzeit weiter verringern wird, liegt es im Interesse der Unternehmen, sich dieser Herausforderung zu stellen. Zu überlegen ist, mit welchen Konzepten man auch jüngere Schüler begeistern und sinnvoll in den Betriebsablauf einbinden kann.
Wichtige Kriterien für ein gelungenes Praktikum aus Schülersicht sind ausreichende und anspruchsvolle Aufgaben und ein fester Ansprechpartner im Betrieb.
Mareike Petersen
Veröffentlicht am 6. Mai 2014