Film zur Inklusion (Mai 2018)

Arbeitsplatz auf Augenhöhe

Trotz Fachkräftemangel scheuen sich noch manche Unternehmen, jemanden einzustellen, der unter einer Beeinträchtigung leidet. Auch die Weiterbeschäftigung von eingeschränkten Mitarbeitern stellt Betriebe vor Hürden. In den Kreisen Stormarn und Segeberg bietet der Integrationsfachdienst Hilfestellung - und hat das Thema auf die Leinwand gebracht.
Den Griff des Rasenmähers fest in der Hand, mäht Daniel B. sorgfältig eine Rasenfläche neben dem Golfhotel Treudelberg im Norden Hamburgs. Der 22-Jährige aus dem Kreis Segeberg, der eine Lernbehinderung hat, ist dort für die Garten- und Hotelanlagenpflege angestellt. Bei der Suche nach einer Beschäftigung hat ihm die AWO Neue Arbeit gGmbH, Trägerin des Integrationsfachdiensts Stormarn und Segeberg (IFD), geholfen. Der IFD bietet professionelle Dienstleistungen zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben. Wie man dort vorgeht, zeigt jetzt der Film "Neue Kraft durch Inklusion" des IFD. Daniel B. ist einer der Protagonisten.
Eine Einstellung lohnt
Der Dokumentarfilmer Ralf Kaiser hat die Protagonisten bei ihrer Arbeit begleitet und lässt auch Familienmitglieder, Kollegen, Chefs und die Mitarbeiter des IFD zu Wort kommen. "Sie sehen in fünf Beispielen, wie wir einen inklusiven Arbeitsmarkt im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention realisieren können und welche große Bedeutung dieser für unsere Gesellschaft hat", sagt AWO-Fachbereichsleiter Stephan Ekhoff. Die Hilfe des Integrationsfachdiensts ist kostenlos. "Unsere Beratung wird aus den Mitteln der Ausgleichsabgabe finanziert", so Ekhoff. Der IFD sucht Arbeitsoder Ausbildungsplätze für Menschen mit Behinderungen, berät und unterstützt alle Seiten gleichermaßen - etwa auch beim Thema Fördermittel oder beim Ausfüllen von Anträgen. Für die Unternehmen lohnt sich die Einstellung eines Menschen mit Behinderung, denn 70 Prozent der Lohnkosten werden von der Arbeitsagentur getragen. 30 Prozent übernimmt der Arbeitgeber, der so bei der Schwerbehindertenabgabe spart. Zu einem Arbeitsplatz auf Augenhöhe wolle man verhelfen, sagt Ekhoff. "Es geht nicht um die Behinderung, sondern darum, wie sie sich auf das Arbeitsumfeld auswirkt."
Majka Gerke
Veröffentlicht am 4. Mai 2018