Ausbildungsmarketing (Mai 2017)

Mit Social Media Azubis werben

In den vergangenen Jahren sind die Bewerberzahlen in Deutschland stark zurückgegangen. Viele Unternehmen kämpfen regelrecht um junge Fachkräfte. Was können Unternehmen tun, um Schulabgänger für sich zu gewinnen? Die Wirtschaft hat mit Experten aus dem Bereich des Ausbildungsmarketings gesprochen und zeigt Wege und Möglichkeiten auf.
"Ausbildungsmarketing gewinnt zunehmend an Bedeutung", sagt Jakob Osman, Leiter der Agentur Junges Herz aus Dresden. "Nicht nur große Betriebe haben das für sich erkannt. Auch kleine und mittelständische Unternehmen investieren immer mehr in das Thema." Zusätzlich erhöhe sich der Druck der Unternehmen durch die steigende Akademisierung und den noch eher fehlenden adäquaten Umgang mit Studienabbrechern. Hier gelte es, Lösungen zu finden. Um den Prozess des Ausbildungsmarketings erfolgreich zu gestalten, bedarf es mehrerer Schritte. Die Unternehmen müssen sich am Markt klar positionieren und eine dem Betrieb entsprechende Außendarstellung erwirken - sei es durch Sponsoring-Maßnahmen oder Social-Media-Aktivitäten. Auf der Suche nach geeigneten Azubis sollten Unternehmen ihre Zielgruppe klar definieren und sich fragen: Wo und wie erreichen wir diese?
Employer Branding
Die Agentur Junges Herz berät Unternehmer und Recruiter und hilft beim Ausbildungsmarketing. "Unsere Agentur entwickelt maßgeschneiderte Kampagnen, Karriere- Webseiten und Azubi-Recruiting-Maßnahmen. Dabei unterstützen wir von der ersten Analyse bis zur Schaltung über alle Prozessschritte hinweg", erklärt Osman. Ganz oben auf der Liste der effektivsten Werbemaßnahmen stünden Kampagnen in Schulen und in den sozialen Netzwerken. Gerade Social Media böten eine große Bandbreite an Optionen. Osman nennt hierfür unter anderem Snapchat, Instagram und Influencer als Beispiele. Dr. Jutta Hastenrath, Geschäftsführerin der Hastenrath GmbH aus Lübeck, berät Unternehmen und hält Vorträge über Arbeitgebermarketing. Ein passendes Rezept für alle Arbeitgeber gebe es nicht, sagt sie. "Bei jedem Unternehmen ist die Beratung individuell. Meist ist das Fehlen einer klaren Strategie das Hindernis. Die Unternehmen sollten als Basis eine Strategie entwickeln, die zum jeweiligen Geschäftsmodell passt." Seit 2013 ist das Interesse für Arbeitgebermarketing gestiegen, hat Hastenrath beobachtet. "Arbeitgebermarketing ist etwas für erfolgreiche Unternehmen. Die Arbeitgeber, die es ernst nehmen, sind auf der Gewinnerseite", ist sich die Agenturleiterin sicher. Das Bewusstsein, dass ein Wandel stattgefunden habe, sei noch nicht bei allen angekommen. Viele Arbeitgeber merkten erst jetzt, dass sich der Arbeitgebermarkt zum Arbeitnehmermarkt gewandelt habe. 
Birte Christophers
Veröffentlicht am 5. Mai 2017