Straßenbau im Norden
Jahresbauprogramme 2026
In einer gemeinsamen Veranstaltung im Wirtschaftsministerium kündigen die Autobahn GmbH, die DEGES, der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr sowie die NAH.SH die geplanten Baumaßnahmen für 2026 vor und geben damit einen Eindruck, wo sich die Unternehmen des Landes auf Verkehrsbehinderungen und gegebenenfalls geänderte verkehrliche Erreichbarkeiten einstellen müssen.
Landesstraßen: Schwerpunkt Erhalt und Substanzsicherung
Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) plant ein Investitionsvolumen von 271 Millionen Euro, davon 111 Millionen Euro für das 3.700‑Kilometer‑Landesstraßennetz inklusive Radwege. Sanierungen wie an der L 57 Schöwald oder Maßnahmen in überlasteten Ortsdurchfahrten verdeutlichen den Fokus auf Verkehrssicherheit und bauliche Ertüchtigung. Folgende ausgewählte Maßnahmen wurden hervorgehoben:
- B 5 Dreistreifiger Ausbau Tönning – Rothenspieker
- B 5 Fahrbahnerneuerung Stedesand-Risum-Lindholm
- B 76 Fahrbahnerneuerung Plön – Schöne Aussicht
- B 202 Fahrbahnerneuerung Bütteleck - Friedrichtstadt
- B 430 Fahrbahnerneuerung Rendswühren - Bornhöved
- L 57 Fahrbahnerneuerung OD Schönwalde
- L 69 Fahrbahnerneuerung Bornhoved - Berlin
- L 116 Fahrbahnerneuerung Kreidegrube Saturn
- K 23 Fahrbahnerneuerung Jägerkrug – Ellingstedt
insbesondere die Sanierung der Bundesstraße 76 zwischen Plön und Schöne Aussicht. Der Baugrund ist hier durch die seenreiche Region gekennzeichnet und durch nicht tragfähig. Nun bekommt die Straße eine aufwendige Gründung auf Schaumblöcken. Es entsteht dadurch eine auf dem schlechten Untergrund schwimmende Straße.
Bundesfernstraßen: Autobahn GmbH und DEGES bringen Großprojekte voran
Die Autobahn GmbH Nord investiert 284 Millionen Euro (inkl. Hamburg/Niedersachsen). Im Mittelpunkt stehen:
- umfassende Brückensanierungen,
- A 1: Grunderneuerung beider Richtungsfahrbahnen zwischen AS Ratekau und AS Pansdorf sowie umfangreiche Brückenmaßnahmen zwischen AS Bad Oldesloe und AK Bargteheide
- A 7: weitere Einschränkungen und Vollsperrungen durch die Maßnahmen in Hamburg sowie an der Rader Hochbrücke
- A 23: Deckschichtsanierungen bei Halstenbek
- A 215: Deckschichtsanierungen im städtischen Bereich zwischen AK Kiel-West und der AS Kiel-Mitte
Die DEGES stellte unter anderem aktuelle Zwischenstände zu den Bauabläufe für die jüngst zur Baureife gelangten A‑20‑Abschnitte, zum Ausbau der B 207 auf Fehmarn sowie detaillierte Auskünfte zum weiterhin nach Plan laufenden Neubau der Rader Hochbrücke.
Schiene: NAH.SH mit belastendem Sanierungsjahr
Für den Bahnverkehr kündigt die NAH.SH ein intensives Baujahr an: Totalsperrungen zwischen Elmshorn–Westerland, Arbeiten bei Wilster–St. Michaelisdonn und Maßnahmen auf der Achse Hamburg–Kiel/Flensburg sowie zwischen Kiel und Husum prägen 2026. Der Sanierungsdruck aufgrund der überalterten und überlasteten Infrastruktur auf den Hochleistungskorridoren und den Nebenstreckenbleibt hoch.
Koordinationsbedarf bleibt hoch
In zahlreichen Gesprächen mit Wirtschaft, Kommunen und Verbänden wird deutlich: Trotz der Rekordinvestitionen bleibt die Herausforderung, Konflikte zwischen Straßen‑ und Schienenbaustellen, kommunalen Maßnahmen und Versorgungsträgern zu minimieren. Unter anderem wurde in Kiel, Flensburg und Lübeck erneut auf die Problematik paralleler Maßnahmen hingewiesen.
Besonders für Unternehmen ist frühzeitige und transparente Planung entscheidend – etwa bei Maßnahmen in Kiels Kanalstraße, Holstenstraße oder entlang der Strom‑ und Wärmetrassen der Stadtwerke.
Relevanz für die Wirtschaft
Die Bauprogramme 2026 werden die Erreichbarkeit von Gewerbestandorten, Lieferketten und Kundenverkehren erheblich beeinflussen. Gleichzeitig schafft das Investitionspaket wichtige Voraussetzungen für langfristige Wettbewerbsfähigkeit – von stabileren Verkehrsachsen über modernisierte Knotenpunkte bis zu einer resilienteren Schieneninfrastruktur.
Die IHK Schleswig-Holstein wird die Koordinierung und Abstimmung eng begleiten und die Bedarfe der Unternehmen gegenüber Verwaltung und Infrastrukturträgern einbringen.