Solidarität mit der Wirtschaft

Wir FAIRzichten

Die Coronakrise stellt unsere Gesellschaft auf eine bisher nicht gekannte Bewährungsprobe. Viele vor allem kleinere und kleinste Betriebe stehen vor existenzbedrohenden Herausforderungen. In dieser Krise gilt es, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen: Die IHK Schleswig-Holstein ruft daher die Initiative “Wir FAIRzichten” ins Leben.
“Viele Unternehmen leiden massiv unter dem Coronavirus und mehr noch unter den Maßnahmen zu dessen Eindämmung. Wir spüren allerdings, dass die Solidarität bei den Verbrauchern mit den Unternehmen im Moment zunimmt. Unsere Initiative soll den betroffenen Unternehmen in ihrer bedrohlichen Situation unbürokratisch helfen, indem ein Teil ihrer Geschäftsausfälle solidarisch aufgefangen wird”, erläutert Björn Ipsen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schleswig-Holstein. Dafür hat die IHK das Portal  www.wir-FAIRzichten.de ins Leben gerufen.

Die Krise überleben

Tickets für das ausgefallene Konzert oder der schon gezahlte Monatsbeitrag im Fitnessstudio - die Plattform bietet in vielen Fällen die Möglichkeit, Betriebe mit einem freiwilligen Verzicht schnell, unbürokratisch und solidarisch zu entlasten. "Die Website ermöglicht Verbrauchern, auf einen Teil ihres gesetzlichen Erstattungsanspruchs zu verzichten, damit Anbieter die Krise überleben. Kunden können einmalig möglicherweise auf 10, 50 oder sogar 100 Prozent ihrer Rückzahlung verzichten. Für die Unternehmen können aktuell aufgrund der gesetzlichen Risikoverteilung jedoch schnell geschäftsschädigende Situationen entstehen", so Ipsen.

Zeichen setzen

Das Prozedere ist einfach: Verbraucher geben auf der Internetseite alle relevanten Daten ein und bestimmen die Höhe des Verzichts. Im Anschluss generiert die Webanwendung ein Dokument und leitet es automatisch an eine angegebene E-Mailadresse des Unternehmens weiter. Rechtlich gesehen ist ein solcher Forderungsverzicht formlos möglich.
"In dieser einmaligen Krisensituation setzen wir ein Zeichen, dass jetzt die gemeinsame Verantwortung von Verbrauchern und Unternehmen zählt. Der Erhalt unserer vielen Reisebüros und Fitnessstudios, der Buchläden und Boutiquen, der Hotels und Restaurants und somit der Vielfalt unserer Wirtschaft darf nicht unverschuldet und allein Aufgabe der Unternehmerinnen und Unternehmer sein. Dies ist eine Aufgabe, die wir solidarisch anpacken müssen. Wir FAIRzichten gemeinsam", sagt Ipsen.

Unterstützung zum richtigen Zeitpunkt

Cyrus A. Rahman, Inhaber von Bodystreet in Kiel, einem Studio für Elektrostimulations­training, spürt die Solidarität seiner Mitglieder: "Wir ziehen wochenweise bei unseren Kunden einen Mitgliedsbeitrag ein. Da wir als kleiner Betrieb bei einer Schließung pro Woche rund 5.000 Euro verlieren, hätte es nur zwei bis vier Wochen gedauert, bis wir finanzielle Schwierigkeiten bekommen hätten oder endgültig schließen müssten. Wir konnten aber tatsächlich alle unsere Mitglieder erreichen, und 95 Prozent werden auf eine Rückerstattung FAIRzichten. Nach diesen positiven Erfahrungen kann ich voller Überzeugung dazu aufrufen, die Initiative ‘Wir FAIRzichten’ zu unterstützen."
Vor allem Kleinstbetriebe und Solo-Selbstständige bekommen die Krise zu spüren. "Als selbstständiger Fotograf trifft mich die häusliche Isolation radikal. Geschäftsreisen sind unmöglich, und Marketingbudgets werden eingefroren", sagt der Kieler Fabian Frühling. "Ich bin beeindruckt, welche Unterstützung mir meine Kunden gerade in dieser Zeit entgegenbringen: Projekte werden vorgezogen, Ausfälle und Absagen werden kompensiert, auf Forderungen wird verzichtet. Initiativen wie ‘Wir FAIRzichten’ kommen da meiner Meinung nach genau zum richtigen Zeitpunkt und helfen dem Unternehmertum durch die Krise."
Mehr unter  www.wir-FAIRzichten.de