Coronavirus

Medizintechnik und Arbeitsschutz

Arbeitsschutzmaßnahmen / Betrieblicher Infektionsschutz

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung, SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard und Arbeitsschutzregel

In der SARS-CoV-2-Arbeitschutzverordnung (Corona-ArbSchV) sind zusätzliche Maßnahmen geregelt, um den Gesundheitsschutz der Beschäftigten während der Pandemie zu gewährleisten. Die SARS-CoV-2 Arbeitsschutzverordnung ist eine Verordnung aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Links zum aktuell gültigen Verordnungstext und Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie  hier.
Unter sich ändernden Pandemiebedingungen wurden die Regelungen zum Arbeitsschutz / Betrieblichen Infektionsschutz seitens des Gesetzgebers mehrfach angepasst. Dies kann auch künftig weiter geschehen, z.B. als Folge erforderlicher Reaktionen auf saisonale Pandemielagen oder auf neue Virusvarianten. Die aktuell gültige Version der SARS-CoV-2 Arbeitsschutzverordnung trat am 20. März 2022 in Kraft und tritt am 25. Mai 2022 außer Kraft. Auf der genannten FAQ-Seite des BMAS finden Sie in der aktuellen Fassung Informationen zu allgemeinen Fragen, der Verminderung von betriebsbedingten Personenkontakten, zu betrieblichen Testangeboten, Masken, Impfungen, zur Überwachung der Corona-ArbSchV seitens der Aufsichtsbehörden und zum Homeoffice.
Zusammen mit dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard [PDF, 123KB] und der konkretisierenden Arbeitsschutzregel liegt damit ein umfassendes Vorschriften- und Regelwerk zum betrieblichen Infektionsschutz vor dem SARS-CoV-2-Coronavirus vor. Dessen Eckpunkte sind:
  1. Arbeitsschutz gilt weiter – und muss um betriebliche Maßnahmen zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus ergänzt werden!
    Überall, wo sich Personen begegnen, steigt das Infektionsrisiko – und damit das Risiko steigender Infektionszahlen und Überlastung des Gesundheitswesens. Um dies auch in der Arbeitswelt zu verhindern, sind zusätzliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes sind notwendig, die dynamisch an den Pandemieverlauf angepasst werden.
  2. Sozialpartnerschaft nutzen, Arbeitsschutzexperten einbinden, Angebot arbeitsmedizinischer Vorsorge ausweiten!
    Eine gelebte Sozialpartnerschaft in den Betrieben hilft gerade jetzt, die notwendigen Schutzmaßnahmen wirksam im betrieblichen Alltag zu verankern. Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit beraten den Arbeitgeber bei der Erstellung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen und unterstützen bei der Unterweisung. Die Betriebe bieten ihren Beschäftigten zusätzliche freiwillige, ggf. telefonische, arbeitsmedizinische Vorsorge an.
  3. Der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern wird universell auch bei der Arbeit eingehalten – in Gebäuden, im Freien und in Fahrzeugen!
    In den Betrieben werden entsprechende Absperrungen, Markierungen oder Zugangsregelungen umgesetzt. Wo dies nicht möglich ist, werden wirksame Alternativen ergriffen.
  4. Abläufe werden so organisiert, dass die Beschäftigten möglichst wenig direktem Kontakt zueinander haben!
    Schichtwechsel, Pausen oder Anwesenheiten im Büro werden durch geeignete Maßnahmen entzerrt, Kontakte der Beschäftigten untereinander werden im Rahmen der Schichtplangestaltung und durch konsequente Ausführung aller geeigneter Tätigkeiten im Homeoffice auf ein Minimum reduziert.
  5. Niemals krank zur Arbeit!
    Personen mit erkennbaren Symptomen (auch leichtes Fieber, Erkältungsanzeichen, Atemnot) verlassen den Arbeitsplatz bzw. bleiben zu Hause, bis der Verdacht ärztlicherseits aufgeklärt ist. Hier sind auch die Beschäftigten gefragt, ihre gesundheitliche Situation vor Arbeitsbeginn zu prüfen, um ihre Kolleginnen und Kollegen nicht in Gefahr zu bringen.
  6. Zusätzlichen Schutz bei unvermeidlichem direkten Kontakt sicherstellen!
    Wo Trennung durch Schutzscheiben nicht möglich ist, werden vom Arbeitgeber medizinische Gesichtsmasken oder eine geeignete persönliche Schutzausrüstung zum Atemschutz für die Beschäftigten und alle Personen mit Zugang zu dessen Räumlichkeiten (wie Kunden, Dienstleistern) zur Verfügung gestellt.
  7. Zusätzliche Hygienemaßnahmen treffen!
    Waschgelegenheiten bzw. Desinfektionsspender werden vom Arbeitgeber bereitgestellt, um die erforderliche häufige Handhygiene am Ein-/Ausgang und in der Nähe der Arbeitsplätze zu ermöglichen. Kurze Reinigungsintervalle für gemeinsam genutzte Räumlichkeiten, Firmenfahrzeuge, Arbeitsmittel und sonstige Kontaktflächen verbessern den Infektionsschutz weiter. Auf die verbindliche Einhaltung einer "Nies-/Hust-Etikette" bei der Arbeit wird besonders geachtet!
  8. Arbeitsmedizinische Vorsorge nutzen; Risikogruppen besonders schützen!
    Viele bangen um ihre Gesundheit. Arbeitsmedizinische Vorsorge beim Betriebsarzt ermöglicht individuelle Beratung zu arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren. Auch Vorerkrankungen und Ängste können hier besprochen werden. Wird dem Arbeitgeber bekannt, dass eine Person einer Risikogruppe angehört, ergreift er die erforderlichen individuellen Schutzmaßnahmen.
  9. Betriebliche Beiträge zur Unterbrechung von Infektionsketten sicherstellen!
    Um schnell auf erkannte Infektionen reagieren zu können, erarbeiten Arbeitgeber betriebliche Routinen zur Pandemievorsorge und kooperieren mit den örtlichen Gesundheitsbehörden, um weitere möglicherweise infizierte Personen zu identifizieren, zu informieren und gegebenenfalls auch isolieren zu können. Beschäftigte werden angehalten, sich bei Infektionsverdacht testen zu lassen.
  10. Aktive Kommunikation rund um den Grundsatz "Gesundheit geht vor!"
    Der Arbeitgeber unterstützt aktiv seine Beschäftigten. Führungskräfte stellen vor Ort klar, dass Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten Priorität haben. Alle festgelegten betrieblichen Infektionsschutzmaßnahmen und Hinweise werden verständlich erklärt und ggf. erprobt und eingeübt.
Das BMAS bietet Ihnen den Arbeitsschutzstandard als PDF zum Herunterladen an. Auf der Seite des BMAS erhalten Sie zudem  weitere Informationen. Auch die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie hat hilfreiche Informationen zum SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard zusammengestellt.

Zuständige Stellen in Schleswig-Holstein

Staatliche Arbeitsschutzbehörde bei der Unfallkasse Nord 
Standort Lübeck
Zuständigkeiten: Kreise Ostholstein, Segeberg, Stormarn, Herzogtum-Lauenburg, Stadt Lübeck
Bei der Lohmühle 62
23554 Lübeck
Tel.: 0451 31 75 01-0 
Fax: 0451 31 75 01-210 
E-Mail: poststelle-hl@arbeitsschutz.uk-nord.de
Website: www.uk-nord.de
Staatliche Arbeitsschutzbehörde bei der Unfallkasse Nord 
Standort Itzehoe
Zuständigkeiten: Dithmarschen, Pinneberg, Steinburg
Oelixdorfer Str. 2
25524 Itzehoe  
Tel.: 04821 66-0  
Fax: 04821 66-2807
E-Mail:  poststelle-iz@arbeitsschutz.uk-nord.de
Staatliche Arbeitsschutzbehörde bei der Unfallkasse Nord 
Standort Kiel
Zuständigkeiten: Kreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Plön, Städte Kiel, Neumünster, Flensburg 
Seekoppelweg 5a; 24113 Kiel
Tel.: 0431 22 00 40 - 10 
Fax: 0431 22 00 40 - 650
E-Mail: poststelle-ki@arbeitsschutz.uk-nord.de

Selbsttests in Unternehmen

Unternehmen können ihren Mitarbeitenden weiterhin Selbsttests anbieten. Diese können von Laien durchgeführt werden und bedürfen - im Gegensatz zu den professionellen Antigen-Schnelltests - keines geschulten Personals. Tests können einen wichtigen gesamtgesellschaftlichen Beitrag leisten, um COVID-19-Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und die Ansteckung weiterer Beschäftigter und anderer Personen zu verhindern.
Die Handreichung zum Einsatz von Selbsttests in Unternehmen (PDF-Datei · 1520 KB) beantwortet Fragen zur Beschaffung und Durchführung von Selbsttests. Sie soll Arbeitgebern helfen, in ihrem Betrieb Selbsttestungen zu organisieren.
Die Plattform IHK ecoFinder hat die Kategorie Antigen-Schnelltests und Antigen-Selbsttests in ihre Suchfunktion integriert.

Inverkehrbringen von Antigentests

Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stellt auf seiner Website umfangreiche Informationen zu Corona Antigen-Tests und den Möglichkeiten des Inverkehrbringens bereit.

Handreichung zur Erarbeitung eines Konzepts zur Vermeidung des Ansteckungsrisikos mit dem Coronavirus

Viele kleine Unternehmen machen sich derzeit viele Gedanken aufgrund der Corona-Pandemie, wie sie das Ansteckungsrisiko in ihrem Betrieb möglichst geringhalten. Dabei bereitet die Abwägung zwischen Aufrechterhaltung des Unternehmens und Minimierung von gesundheitlichen Risiken enorme Schwierigkeiten.
Zudem bestehen große Planungsunsicherheiten, welche Mitarbeiter in einem Ansteckungsfalle zusätzlich zum Infizierten vom Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt werden könnten. Klare Aussagen anhand von eindeutigen Kriterien, ab wann dem Ansteckungsrisiko tatsächlich Rechnung getragen wurde, kann auch das Gesundheitsamt aufgrund des hohen Individualisierungsgrades für alle Betriebe nicht gleichermaßen treffen.
Um dennoch den Anforderungen zur Vermeidung von Corona-Ansteckungen gerecht zu werden, sollte jedes Unternehmen ein Konzept erarbeiten und dieses vor allem schriftlich dokumentieren. Es könnte neben der Minimierung des Infektionsrisikos auch im Ansteckungsfalle den Gesundheitsämtern die Entscheidung erleichtern, ob und welche Kollegen zusätzlich in Quarantäne zu schicken sind.
Dazu sollen hier Leitlinien bzw. Richtlinien als Hilfestellung für die Erarbeitung eines solchen Konzeptes vorgeschlagen werden, um den Unternehmen den Umgang mit dem Ansteckungsrisiko zu erleichtern.

Handbuch betriebliche Pandemieplanung

Das  Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat ein Handbuch "Betriebliche Pandemieplanung" für das Influenza-Virus veröffentlicht. Es soll als Ratgeber für Betriebe dienen, die einen eigenen Pandemieplan aufstellen, um der Fürsorgepflicht gegenüber den Arbeitnehmern gerecht zu werden und gleichzeitig den Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten zu können.
Die große Vielfalt von Produkten und Dienstleistungen, Kunden und Lieferanten, Betriebsstrukturen und -größe erfordert von den Unternehmen eine individuelle Planung. Das Handbuch funktioniert deshalb als Leitfaden mit Checklisten, in denen möglichst viele bedenkenswerte Punkte aufgeführt werden. Es wurde zwar für eine Influenza-Pandemie erarbeitet, kann jedoch auch als Ratgeber für eine Coronavirus-Pandemie herangezogen werden.
Sie finden das Handbuch, wenn Sie im Suchfeld auf der Seite www.bbk.bund.de den Text „Handbuch betriebliche Pandemieplanung“ eingeben. Bitte beachten Sie in der Trefferliste Ihrer Suche auch zusätzliche Dokumente, die das BBK zum Beispiel zur Anpassung der Pandemieplanung an die aktuelle Coronalage, zu Checklisten oder zur Aufrechterhaltung eines Minimalbetriebs zur Verfügung stellt.
Schleswig-Holsteins Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren veröffentlicht aktuelle Informationen zum Coronavirus für Schleswig-Holstein auf seiner Internetseite.

Notfall-Handbuch für Ihr Unternehmen

Mit einem Notfall-Handbuch bleibt das Unternehmen handlungsfähig, sollte der Chef plötzlich ausfallen. Der Betrieb wird vor unnötigem Schaden bewahrt. Der Unternehmer und seine Familie sowie die Arbeitsplätze sind abgesichert.

Marktplätze für medizinische Schutzausrüstung und „Corona-Produkte“

Die Coronakrise hat zu einem großen Bedarf an medizinischen Schutzausrüstungen geführt. Nach einem anfänglichen Mangel an entsprechenden Materialien gibt es nun eine große Zahl von Anbietern, die entsprechende Produkte auf dem Markt bereitstellen. Die IHK-Organisation hat darauf reagiert und bietet Ihnen auf der Plattform IHK ecoFinder die Möglichkeit nach Herstellern und Händlern medizinischer Schutzausrüstungen zu suchen.
Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Marktplätzen und Börsen auf denen medizinische Schutzausrüstungen angeboten und nachgefragt werden. Beispiele sind die Corona Drehscheibe, das Clustermanagement Life Science Nord und die Matching-Plattform Schutzausrüstung.

Atemschutzmasken: Schnelltest und Zertifizierung

Das Institut für Arbeitsschutz (IFA) bietet Schnelltest für Atemschutzmasken an. Das IFA hat hierzu eine FAQ-Liste veröffentlicht, um interessierten Unternehmen die Möglichkeit zu geben, selbst zu entscheiden, ob ihr Produkt grundsätzlich für den Schnelltest in Frage kommt. 
Life Science Nord hat ein Webinar zur Zertifizierung von Atemschutzmasken durchgeführt. Die Vortragsfolien und ein Video stehen auf der Homepage von Life Science Nord zum Download bereit.

ECHA erleichtert Herstellung von Desinfektionsmitteln

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat Informationen bekannt gegeben, um Unternehmen bei der Herstellung und Vermarktung von Desinfektionsmitteln zu unterstützen.
Neben der Empfehlung für Unternehmen, sich auf Artikel 55 der EU-Verordnung über Biozidprodukte (zeitlich begrenzte Ausnahmeregelungen von den Standardanforderungen der Verordnung für die Zulassung von Produkten zum beschleunigten Markzugang bei zuständiger nationaler Behörde, wenn Desinfektionsmittel bereits einen zugelassenen Wirkstoff enthalten) zu berufen, stellt die ECHA drei Listen mit Informationen zur Verfügung, um Unternehmen die Informationssuche zu erleichtern:
  • Biozidwirkstoffe, die für ihre Verwendung in Desinfektionsmitteln zugelassen oder überprüft werden,
  • Desinfektionsmittel, die nach der Biozidprodukteverordnung (BPR) zugelassen sind
  • Desinfektionsmittel, die nach den nationalen Regelungen in Spanien, den Niederlanden und der Schweiz zugelassen sind.
Hier finden Sie die Mitteilung der ECHA mit weiteren Informationen.

Förderprogramme des Bundes zur Pandemiebekämpfung und -vorsorge

Die Bundesregierung hat am 9. April 2020 die Errichtung eines Arbeitsstabs zum Aufbau und Ausbau der Produktion von persönlichen Schutzausrüstungen, Testausstattungen und Wirkstoffen in Deutschland und der EU beschlossen. Die Federführung liegt beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Der Arbeitsstab Produktion ist mit der Aufgabe betraut, den zeitnahen Aufbau von Wertschöpfungsketten für medizinische Schutzausrüstungen, Testausstattungen und Wirkstoffen in Deutschland und der Europäischen Union zu unterstützen.
Förderprogramme zur Pandemiebekämpfung und -vorsorge finden Sie auf der  Seite des BMWK.

Allgemeine Information zum Umgang mit dem Virus

Aktualisiert am 8. April 2022