Corona-Unterstützung

Ausbildungsplätze sichern: „Azubi-Prämie"

Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ fördert kleine und mittlere Unternehmen und unterstützt sie finanziell, wenn sie trotz der aktuellen wirtschaftlichen Lage ausbilden.
Das Programm wird von der Bundesagentur für Arbeit und der Knappschaft Bahn See umgesetzt und besteht aus zwei Förderrichtlinien:
Erste Förderrichtlinie (seit 3. August 2020):
  • Ausbildungsprämien in Höhe von 2.000 bzw. 3.000 Euro für Betriebe, die - obwohl sie die Corona-Krise stark getroffen hat - ihr Ausbildungsniveau halten bzw. erhöhen,
  • Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung, wenn der Ausbildungsbetrieb Auszubildende und Ausbilder nicht mit in Kurzarbeit schickt und
  • Übernahmeprämien an Betriebe, die Auszubildende von insolventen Betrieben übernehmen.
Zweite Förderrichtlinie (seit 3. November 2020):
  • Förderung der Auftrags- und Verbundausbildung

Verlängerung und Verbesserung des Programms 2021

Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ wird angepasst und verlängert. Die neue Fassung der Förderrichtline vom 26. März 2021 regelt:
  1. Jeweils Verdopplung der Höhe der Ausbildungsprämien für das kommende Ausbildungsjahr 2021/2022.
  2. Erweiterung des Zuschusses zur Verhinderung von Kurzarbeit während der Ausbildung um Zuschuss zur Ausbildervergütung i. H. v. 50 % des Ausbildergehalts zuzüglich zur bereits bestehenden Förderung der Ausbildungsvergütung.
  3. Einführung eines einmaligen Sonderzuschusses für Kleinstbetriebe (bis 4 Mitarbeiter) die trotz Betroffenheit vom zweiten Lockdown die Ausbildung aufrechterhalten haben.
  4. Erweiterung der Übernahmeprämie auf Fälle der Kündigung aus wichtigem pandemiebedingtem Grund und einvernehmlichen Aufhebungsvertrag sowie Verdopplung der Prämienhöhe (ab Inkrafttreten der neuen Richtlinie).
  5. Öffnung der Förderleistungen für KMU mit bis zu 499 Beschäftigten (bislang 249 Beschäftigten).
  6. Zuschuss zu den Kosten für externe Prüfungsvorbereitungslehrgänge für die Abschlussprüfung: 50 Prozent, max. 500 Euro der Kosten, einmalig an Stammausbildungsbetrieb; keine Eigenbeteiligung der Auszubildenden.
  7. Im Rahmen der zweiten Förderrichtlinie (Auftrags- und Verbundausbildung) wird nun ein Zuschuss in Höhe von 450 Euro pro Woche, maximal 8.100 Euro gewährt. Auch hier können nun Unternehmen mit bis zu 499 Unternehmen einen Antrag stellen. Die Mindestdauer der förderfähigen Auftrags- und Verbundausbildung beträgt künftig nur noch vier Wochen. Eine wiederholte Förderung bis zum Höchstbetrag ist möglich.

Erste Förderrichtlinie

Was wird gefördert?

Gefördert werden Ausbildungen, die frühestens am 1. August 2020 beginnen. Dies gilt auch, wenn der Ausbildungsvertrag bereits früher abgeschlossen wurde.
Antragsberechtigt sind KMU mit bis zu 249 Mitarbeitern (Anzahl VZÄ zum Stichtag 29. Februar 2020). Für die einzelnen Förderrichtlinien gelten jeweils eigene, zusätzliche Voraussetzungen – prüfen Sie deshalb individuell Ihre Antragsberechtigung auf der Seite der Bundesagentur!
 

Wie wird gefördert?

Ausbildungsprämie (Ausbildungsangebot fortführen): Ausbildende KMU, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, werden mit einer Ausbildungsprämie gefördert. Sie erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 2.000/4.000 Euro (nach Abschluss der Probezeit).
Alte Richtlinie: Fördert Ausbildungsverhältnisse , die zwischen 24. Juni 2020 und 31. Mai 2021 begonnen haben
Neue Richtlinie 2021: Gilt für Ausbildungsverhältnisse ab 1. Juni 2021
Voraussetzung: Kurzarbeit oder Umsatzrückgang im Betrieb
Ausbildungsprämie plus (Ausbildungsangebot erhöhen): Ausbildende KMU, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöhen, erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 3.000/6.000 Euro (nach Abschluss der Probezeit).
Alte Richtlinie: Fördert Ausbildungsverhältnisse, die zwischen 24. Juni 2020 und 31. März 2021 begonnen haben
Neue Richtlinie 2021: Gilt für Ausbildungsverhältnisse ab 1. Juni 2021
Voraussetzung: Kurzarbeit oder Umsatzrückgang im Betrieb
Vermeidung von Kurzarbeit: KMU, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls (mindestens 50 Prozent) ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, werden mit 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat gefördert, in dem dies der Fall ist.
Neue Richtlinie 2021: Die erweiterte Förderung können Sie erstmals im April 2021 für den März 2021 beantragen.
Voraussetzung: Arbeitsausfall der Mitarbeitenden mit Kurzarbeitergeldbezug im Betrieb liegt bei mind. 50 Prozent
Übernahmeprämie: KMU, die Auszubildende aus Corona-bedingt insolventen KMU bis zum Abschluss ihrer Ausbildung übernehmen, erhalten je Auszubildenden eine Prämie von 6.000 Euro.
Neue Richtlinie 2021: Übernahme findet zwischen dem 1. August 2020 und dem 31. Dezember 2021 statt.
Besonderheit: Beachten Sie das Landesprogramm “ Azubi transfer” mit dem selben Förderziel, einen Vergleich bieder Programme finden Sie hier.
Lockdown-II-Sonderzuschuss für Kleinstunternehmen: Unternehmen mit bis zu 4 Mitarbeitenden erhalten einen einmaligen Zuschuss von 1.000 Euro pro Auszubildenden, wenn sie ausbilden und durch den zweiten Lockdown schließen mussten oder stark beeinträchtigt waren (nur Click&Collect im EInzelhandel oder nur Außerhausverkauf in der Gastronomie).
Antragsfrist:  31. Juli 2021
Vorausstzung: Ausbildung wurde dennoch seit November 2020 an mindestens 30 Arbeitstagen im eigenen Betrieb oder im Rahmen einer Auftrags- oder Verbundausbildung fortgesetzt.

Wie funktioniert die Antragstellung?

1. Informieren Sie sich, ob und über welche Förderrichtlinie (s.o.) Sie antragsberechtigt sind auf der Seite der Bundesagentur.
2. Laden Sie die dort die entsprechenden Antragsformulare herunter und füllen sie aus.
3. Reichen Sie die “Bescheinigung der zuständigen Stelle” mit den erforderlichen Angaben bei Ihrer örtlichen IHK zur Bestätigung ein.
Bitte senden Sie Ihre ausgefüllten Antragsunterlagen bevorzugt per E-Mail an ausbildungspraemie@vs.ihk.de oder postalisch an:
IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg
Abteilung Verzeichnisführung
Romäusring 4
78050 Villingen-Schwenningen
Unsere Bildungsberater stehen Ihnen gerne beratend zur Seite (s.o.).
Geben Sie bitte unbedingt eine E-Mail-Adresse an, an die wir die bearbeitete Bestätigung zurückschicken können!
4. Reichen Sie alle Dokumente und Bescheinigungen des Antrags bei Ihrer örtlichen Bundesagentur für Arbeit ein.

Weitere Informationen und die Anträge finden Sie bei der Bundesagentur für Arbeit.

Der Arbeitgeber-Service der BA unterstützt Sie gerne bei Fragen zu den unterschiedlichen Förderungsmöglichkeiten für Ihren Betrieb. Sie erreichen uns telefonisch unter  0800 4 555520 (gebührenfrei) oder per Kontaktformular.

Zweite Förderrichtlinie

Was wird gefördert?

KMU: Unternehmen mit bis zu 249 (Vollzeit-)Beschäftigten. Stichtag ist der 29.02.2020.
Auftragsausbildung: Durchführung einzelner Teile oder Abschnitte der Berufsausbildung außerhalb des eigentlichen Ausbildungsbetriebes.
Verbundausbildung: Zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen der Ausbildenden wirken mehrere natürliche und/oder juristische Personen in einem Ausbildungsverbund zusammen. Die Verantwortlichkeit für die einzelnen Ausbildungsabschnitte sowie für die Ausbildungszeit insgesamt  ist sichergestellt.
Die Vereinbarung über die Auftrags- oder Verbundausbildung muss zwischen dem 24.06.2020 und dem Ablauf des 30.06.2021 geschlossen werden. Die hierin vereinbarte Auftrags- oder Verbundausbildung muss eine Dauer von mindestens sechs Monaten haben.
Anträge im Rahmen der alten Richtlinie können bis zum 30.09.2021 gestellt werden. Anträge für die neue Förderrichtlinie vom 26. März 2021 sind zeitnah möglich.

Wie wird gefördert?

Die Prämie für den Interimsausbilder beträgt einmalig 4000 EUR für jede oder jeden auf Zeit übernommene Auszubildende bzw. übernommenen Auszubildenden. 

Wie funtioniert die Antragstellung?

  1. Überprüfen Sie Ihre Antragsberechtigung auf der Seite der Knappschaft Bahn See unter www.kbs.de/bpa. Die Knappschaft ist auch Ansprechpartner bei offenen Fragen.
  2. Laden Sie dort die Antragsformulare herunter und füllen Sie sie entsprechend aus.
  3. Reichen Sie die “Bescheinigung der zuständigen Stelle” mit den erforderlichen Angaben bei Ihrer örtlichen IHK zur Bestätigung ein (Vorgang siehe oben).
  4. Reichen Sie alle Dokumente und Bescheinigungen des Antrags bei der Knappschaft ein.

Alternative

Beachten Sie das Landesprogramm “ Azubi im Verbund” mit dem selben Förderziel.