Innovation und Umwelt

Zahlen und Fakten

  • 91 Beratungen zu den Themen Umwelt und Energie
  • 84 Beratungen im Bereich Technologie und Innovation
  • 60 Digitalisierungsberatungen
  • 103 Stellungnahmen zu Planverfahren in der Bauleitplanung und Raumordnung erstellt (gesamter IHK-Bezirk) [davon Stadt und Landkreis Rostock: 52; Landkreis Vorpommern-Rügen: 51]

Wechsel zu Online-Formaten und Webinaren

Auch für das Jahr 2020 hatte der Fachbereich Industrie, Innovation und Regionalentwicklung wieder guten Mutes seine erfolgreiche Reihe der Technologieabende durchgeplant. Schnell war jedoch klar, dass die Einschränkungen im Zuge der Pandemie zum einen keine Präsenztermine mehr ermöglichen und zum anderen akut völlig neue Themen und Informationsbedarfe auf die Tagesordnung rief.
Da insbesondere das bewährte Format der IHK-Technologieabende auf den persönlichen Austausch und die wertvolle Kontaktanbahnung zwischen Wirtschafts- und Wissenschaftsvertretern setzt, musste dieses Format für 2020 und auch darüber hinaus zunächst aussetzen. Anders als bei anderen Veranstaltungen wäre hier ein digitaler Ersatz keine zielführende Option gewesen.
Themenbedingt hatte sich der Fachbereich auf die plötzlich dringend gewordenen Themen der Pandemie konzentriert, um den Unternehmen Mittel und Wege durch die Krise aufzeigen zu können. So gab es für IHK-zugehörige Unternehmen unter anderem für die Mobilisierung im digitalen Bereich Webinare zu Themen wie IT-Sicherheit im Homeoffice“, „Go Digital – Fördermöglichkeiten der Corona Krise“ oder „Steuerliche Forschungsförderung für Unternehmen“. Diese und weitere Themen stellen für Unternehmen in der Pandemiezeit eine wichtige Unterstützung dar und können auch im Nachgang als Aufzeichnung digital abgerufen werden.

Aufbau der Corona-Kooperationsbörse MV

Mit der Zunahme der Pandemie und der Steuerung von wirksamen Gegenmaßnahmen nahm auch die Nachfrage nach Schutzausrüstung und Masken erheblich zu. Ein Grund für das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Zusammenarbeit mit BioConValley sowie mit Unterstützung der Kammern und weiterer Wirtschaftspartner im März 2020 die Corona-Kooperationsbörse MV zu etablieren.
Mit der Plattform wurde Unternehmen die Chance geboten, mit ihren Produkten im Bereich Schutzausrüstung und Masken im Kampf gegen die Corona-Pandemie für andere sichtbar zu werden, sich zu vernetzen und gegebenenfalls gemeinsame Produktionen zu starten. Die Registrierung sowie das Einstellen von Angeboten und Gesuchen war für alle Unternehmen in dieser hilfreichen Kontaktbörse fortan kostenlos und uneingeschränkt möglich.

Start für steuerliche Forschungsförderung

Für das Steuerjahr 2020 bestand für alle forschenden und in Deutschland steuerpflichtigen Unternehmen durch das neue Forschungszulagengesetz erstmals die Möglichkeit für eine steuerliche Forschungsförderung. Anspruchsberechtigt sind sowohl Kleinstunternehmen, als auch KMU oder Großunternehmen, sofern sie Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in höherem Maße nachweisen können. Grundlage für die Festsetzung der Forschungszulage ist eine Bescheinigung durch die vom Bundesministerium ernannte Bescheinigungsstelle Forschungszulage.

Das Thema wurde insbesondere für forschende Unternehmen durch die IHK in 2020 durch Veröffentlichungen und Newsletterdienste kommuniziert. Mit einer Veranstaltung am 8. Juli 2020 informierte die IHK zu Rostock gemeinsam mit dem Forschungsverbund MV im Rahmen eines Online-Workshops zum Forschungszulagengesetz und den Möglichkeiten für Unternehmen. In dem Workshop wurden u.a. die Rahmenbedingungen für die Anerkennung der Aufwände als Forschungsprojekt dargestellt.

Employer Branding – Thema zum In|du|strie-Kongress MV 2020

Der In|du|strie-Kongress Mecklenburg-Vorpommern als Imagekampagne für die nachhaltige Stärkung der Industrie fand am 16. September 2020 durch die drei Industrie- und Handelskammern des Landes Mecklenburg-Vorpommern in einer Produktionsanlage in Ludwigslust statt. Der Kongress widmete sich dem Thema „Employer Branding oder wie sich Unternehmen als attraktive Arbeitgeber vermarkten“.
Den Industrievertretern wird zunehmend bewusst, dass sich der lang angekündigte Fach- und Führungskräftemangel immer mehr einstellt, begleitet von einem intensiven Wettbewerb um die besten Talente. Unternehmen müssen sich als Arbeitgeber zunehmend aktiv bei potentiellen Mitarbeitern bewerben und darüber hinaus die eigenen Mitarbeiter binden, um in diesem „War for Talents“ zu bestehen. Da liegt es nahe, Techniken und Methoden aus dem absatzorientierten Marketing mit dem Ziel einzusetzen, sich über eine Marke, der Employer Brand, als attraktiver Arbeitgeber im Markt zu positionieren und zu behaupten.

Industriepolitische Positionierung

Seit 2019 befasste sich der Industrie-, Energie- und Umweltausschuss der IHK zu Rostock intensiv auf seinen Sitzungen sowie in mehreren Arbeitsgruppenberatungen mit den aktuellen wirtschaftspolitischen Herausforderungen der Industriebranche und hat im Ergebnis eine Industriepolitische Positionierung (PDF-Datei · 1071 KB) erarbeitet. Die Positionierung widmet sich verschiedenen Themen wie Standortbedingungen für neue Industrieansiedlungen, digitale Verwaltungsprozesse, Fachkräftesicherung, Innovations- und Technologiepotentiale sowie Erneuerbaren Energien.
Mecklenburg-Vorpommern muss sich auf vorhandene und künftige technologische Stärken fokussieren. Durch die Bündelung von Know-how können sich in der Region besondere Kompetenzfelder mit Leuchtturmcharakter wie zum Beispiel im Bereich der erneuerbaren Energien / Wasserstofftechnologien, der Bioökonomie, der Gesundheitswirtschaft oder der Robotik / künstlicher Intelligenz entwickeln. Das Papier wurde von der IHK-Vollversammlung am 30. November 2020 verabschiedet und fließt in weitere Positionierungen, zum Beispiel des Landes MV, ein.

Partner im Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Rostock

Seit dem 1. Dezember 2020 ist die IHK im Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Rostock vertreten und steht damit regionalen KMU beim Thema Digitalisierung noch stärker zur Seite. Das Kompetenzzentrum gehört zur Initiative Mittelstand-Digital des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Bundesweit gibt es 26 Kompetenzzentren, die mit Expertenwissen, Demonstrationszentren, Best-Practice-Beispielen sowie Netzwerken mithelfen, den Erfahrungsaustausch beim Thema Digitalisierung zu unterstützen.
Das BMWi ermöglicht die kostenfreie Nutzung aller Angebote von Mittelstand-Digital. Sitz des Kompetenzzentrums in Rostock ist die Deutsche Med. Im besonderen Fokus des Rostocker Kompetenzzentrums stehen Unternehmen aus den Bereichen Gesundheit, Medizintechnik und Tourismus. Mit Workshops, Informationsgesprächen, Online-Sprechtagen und fundierten Qualifizierungsangeboten wird sich die IHK zu Rostock im Kompetenzzentrum fachkundig und intensiv einbringen. Sie informiert unter anderem über Förderprogramme, Digitalisierungsstrategien und die Wirtschaftlichkeit digitaler Prozesse sowie E-Rechnungen und IT-Sicherheit.

HY! Rostock Wasserstoffinitiative

Im Rahmen des Bundesprojektes „Regiopolen und Regiopolregionen für Deutschland“ wird sich die Regiopolregion Rostock verstärkt mit dem im Fokus des Projektvorhabens stehenden Themas Erneuerbare Energien beschäftigen, um die hiesige Energiewirtschaft mit nachhaltigen und ökologischen Konzepten zukunftsfähig zu gestalten. In diesem Zusammenhang wurde Ende September 2020 durch die Regiopole die HY! Rostock Wasserstoffinitiative gegründet.
Als Mitbegründer der Initiative will die IHK zu Rostock gemeinsam mit den anderen Akteuren mit dazu beitragen, die Region für neue Wasserstofftechnologien zu etablieren und daraus neue Perspektiven für die Unternehmen zu generieren.

Regionale Innovationsstrategie (RIS)

Die Regionale Innovationsstrategie für intelligente Spezialisierung 2021 – 2027 (RIS) ist ein strategisches Papier zur Festlegung von drei zukunftsorientierten, technologiebasierten Aktionsfeldern sowie zwei Querschnittstechnologien für die nächsten sieben Jahre. Neben den erneuerbaren Energien in Synergie mit Wasserstofftechnologien sind die weiteren Aktionsfelder den Themen „Medizintechnik und Biotechnologie“ sowie „Maschinen- und Anlagenbau“ gewidmet. Querschnittstechnologien sind die Bioökonomie sowie die Informations- und Kommunikationstechnologien.
 Ziel der RIS ist es, eine Steigerung der Wertschöpfung und Beschäftigung in Mecklenburg-Vorpommern zu erreichen. Zudem ist die Erarbeitung einer Innovationsstrategie für MV eine wichtige Voraussetzung, um sich auch weiterhin um Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zu bewerben. Die neue RIS dient als Anlage zum Operationellen Programm des EFRE (EFRE-OP).