Ausstellung Stefan Bayerl

Mit der Ausstellung „Entropie“ präsentiert die IHK für Rheinhessen ab März 2026 den Mainzer Künstler Stefan Bayerl.
Bayerls Arbeiten entziehen sich bewusst einer schnellen, eindeutigen Bewertung – sie sollen zunächst emotional wirken, bevor sie sich erklären lassen. Bayerls Werke entstehen in einem bewusst gesteuerten, regelbasierten und zugleich offenen malerischen Prozess, der auf emotionale oder intuitive Setzungen verzichtet. Mit Rakel und Acrylfarbe wird die Bildoberfläche wiederholt überlagert, verschoben und teilweise nivelliert. Was als kontrollierte Handlung beginnt, führt zwangsläufig zu Ergebnissen, die sich einer vollständigen Steuerung entziehen.
Kontrolle und Zufall stehen dabei in einem permanenten Spannungsverhältnis: Jede Bewegung ist entschieden, ihr Ergebnis jedoch nie vollständig planbar. Eine zusätzliche erhabene Punktstruktur greift in diesen Prozess ein, durchbricht die flächige Malerei und verändert die Wahrnehmung von Tiefe, Rhythmus und Zeit im Bild.
Gerade diese Haltung schafft eine starke Verbindung zur Welt der Wirtschaft: Auch Unternehmen bewegen sich im Spannungsfeld von Planung und Unwägbarkeit, von Kontrolle und Risiko – und erleben Fortschritt oft dort, wo Prozesse an ihre Grenzen stoßen und neue Wege entstehen.
Die Ausstellung „Entropie“ wurde am 16. März mit einer Vernissage offiziell eröffnet. Sie lädt dazu ein, nicht sofort zu urteilen, nicht unmittelbar zu bewerten, sondern wahrzunehmen, was entsteht, wenn Kontrolle bewusst zurückgenommen wird – und Unsicherheit als produktiver Zustand Raum bekommt.
Bis Ende August ist sie zu den Öffnungszeiten der IHK zu besuchen.
Bilder der Vernissage am 16. März in der IHK in Mainz: