EU-Vorschriften für digitale Mobilitäts- und Ticketdienste
| Gesetzesvorhaben | Passenger Package |
|---|---|
| Bezeichnung | EU-Vorschriften für multimodale digitale Mobilitätsdienste und einheitliche digitale Buchungs- und Ticketdienste |
| Dokumente | Vorschlag für eine Verordnung - COM(2026)232 |
| Erläuterung |
Im Zentrum des Vorschlags der Kommission steht die Einführung eines sogenannten „Single Ticket“, das Preisvergleiche und durchgehende multimodale Buchungen über mehrere Eisenbahnunternehmen hinweg in einer einzigen Transaktion ermöglichen soll. Ziel ist es, einen bislang fragmentierten Markt stärker zu integrieren und damit die Attraktivität des Bahnverkehrs im europäischen Binnenmarkt zu steigern, auch mit Blick auf die Klimaziele der EU.
Kern des Pakets ist die vorgeschlagene Rail Ticketing Regulation, die Eisenbahnunternehmen verpflichten soll, umfassende Tarif- und Echtzeitdaten diskriminierungsfrei bereitzustellen und Kooperationsanfragen von Ticketvertriebsplattformen innerhalb festgelegter Fristen zu bedienen. Unternehmen mit marktbeherrschender Stellung (>50% Marktanteil national) sollen darüber hinaus verpflichtet werden, auch Angebote von Wettbewerbern auf ihren eigenen Vertriebskanälen sichtbar zu machen („Hosting-Pflicht“).
Ergänzend dazu sieht die Multimodal Booking Regulation vor, dass größere digitale Plattformen Verkehrsdienstleistungen nach objektiven Kriterien wie Preis, Reisezeit oder Emissionen anzeigen müssen („neutral display“).
Für Reiseketten, die als Single Ticket gebucht werden, sollen künftig einheitliche und durchgehende Fahrgastrechte (inkl. Unterstützung, Weiterbeförderung, Erstattung und Entschädigung) für die gesamte Reise gelten, unabhängig von der Anzahl beteiligter Betreiber. Tickets sollen zudem mindestens fünf Monate vor Abfahrt verfügbar sein.
Das Paket wird nun in Verhandlungen zwischen Rat und Parlament eingebracht. Nach möglichem Abschluss hätten Unternehmen voraussichtlich ein Jahr Zeit, ihre Systeme dementsprechend anzupassen. Parallel sind die Mitgliedsstaaten aufgefordert, die Umsetzung der Vorgaben der Richtlinie zur Bereitstellung multimodaler Verkehrsdaten (IST-Richtlinie) zu beschleunigen. Die Kommission sieht in diesem Ansatz ein zentrales Instrument zur Förderung von Wettbewerb und Innovation. Gleichzeitig wird aus der Branche bereits Kritik geäußert.
An den folgenden, aus unserer Sicht zentralen Fragen können Sie sich bei Ihrer Rückmeldung gerne orientieren.
|
| Rückmeldung | bis 13. Juli per E-Mail an Martin Krause |