Industrie
In der Industrie verbessern sich die Lagebeurteilungen im Vergleich zum Herbst um sieben Prozentpunkte. Hielten sich positive und negative Rückmeldungen im vergangenen Herbst und zu Beginn des Vorjahres noch knapp die Waage (jeweils -1 Punkt), so liegt der Lagesaldo aktuell mit sechs Punkten im positiven Bereich.
Die Industriekapazitäten sind aktuell zu 76 Prozent ausgelastet, was gegenüber Oktober einem Zuwachs von zwei Prozentpunkten entspricht. Auch die Umsätze im In- und Ausland sind nicht mehr ganz so schwach wie im Herbst (aktueller Umsatzsaldo: -11 Punkte, Wert im Herbst: -28 Punkte).
Und auch die Auftragseingänge sind nicht mehr so eingetrübt wie im Herbst. Aktuell melden per saldo sechs Prozent der Unternehmen rückläufige Auftragseingänge aus dem In- uns Ausland, im Herbst war das bei 35 Prozent der Unternehmen der Fall, zu Beginn des Vorjahres bei 23 Prozent.
Diese Entwicklungen wirken sich auf die Geschäftserwartungen der Branche aus. Diese sind zwar immer noch per saldo negativ, jedoch zeigt sich eine gewisse Aufhellung. Lag der Wert im Herbst mit -13 Punkten im negativen Bereich, so liegt der Erwartungssaldo aktuell bei -3 Punkten.
Derzeit bereitet die schwache Inlandsnachfrage den Industriebetrieben die größten Sorgen. Fast sechs von zehn Betrieben sehen darin eine Gefahr für ihre wirtschaftliche Entwicklung (Mehrfachnennungen möglich). Die hohen Arbeitskosten stellen für 57 Prozent der Industrieunternehmen eine große Herausforderung dar, die geopolitischen Spannungen für 51 Prozent. Auf Platz vier der meistgenannten Geschäftsrisiken liegen die hohen Energiekosten (49 Prozent). Auf dem fünften Platz liegen mit 33 Prozent hohe Rohstoffpreise und auf Platz sechs die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (32 Prozent). Der Fachkräftemangel spielt in der Industrie eine immer schwächere Rolle: nur mehr 29 Prozent sehen hierin ein Geschäftsrisiko.
Die Investitionsabsichten der Industriebetriebe legen wieder etwas zu, der Wert steigt per saldo von -10 Punkten im Oktober auf aktuell +3 Punkte. Wenn investiert wird, dann ist der Ersatzbedarf mit 65 Prozent unverändert Investitionsmotiv Nummer eins (Mehrfachnennungen möglich). Einen Rückgang gibt es bei Investitionen in Rationalisierungen, welche mit 32 Prozent nach Digitalisierungsvorhaben (38 Prozent) das am dritt häufigsten genannte Investitionsmotiv sind. Investitionen in Umweltschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen planen mit 30 Prozent der investierenden Industrieunternehmen ebenso viele, wie in Verfahrens- und Produktinnovationen investieren möchten.
Die Beschäftigungspläne in der Industrie sind weiterhin rückläufig. Der Saldo liegt mit aktuell -17 Punkten weiterhin klar im negativen Bereich (im Oktober lag der Wert bei -31 Punkten).
