Dienstleistungsgewerbe

Im Vergleich mit den anderen Sektoren beurteilen die Dienstleister ihre Lage weiterhin mit Abstand am günstigsten, im Vergleich zum Herbst legt der Lageindikator um vier Prozentpunkte zu. Aktuell liegt der Lagesaldo mit +23 Punkten im positiven Bereich, im Oktober und zu Beginn des Vorjahres lag der Wert bei +19 Punkten. Im Detail bedeutet dies: 39 Prozent der Dienstleister melden eine gute Geschäftslage, 45 Prozent der Unternehmen bezeichnen sie als zufriedenstellend und 16 Prozent als schlecht.
Auch die Geschäftserwartungen legen leicht zu. Hielten sich positive und negative Erwartungen im Herbst wieder die Waage, so liegt der Erwartungssaldo mit zwei Punkten im positiven Bereich: 18 Prozent der Dienstleister von besseren Geschäften, 66 Prozent von gleich bleibenden und 16 Prozent von rückläufigen Geschäften in den nächsten 12 Monaten aus.
Die schwache Inlandsnachfrage und der Fachkräftemangel werden als größte Geschäftsrisiken der Branche genannt. Mehr als jeder zweite Dienstleister leidet darunter (Mehrfachnennungen möglich). Darüber hinaus sorgen sich 50 Prozent der Dienstleister um den Anstieg der Arbeitskosten und 43 Prozent benennen den Fachkräftemangel als Risiko. 30 Prozent nehmen die aktuelle Wirtschaftspolitik als Hemmschuh für ihre wirtschaftliche Entwicklung wahr. Genauso viele beklagen die hohen Energiepreise.
Die Investitionsabsichten legen im Vergleich zum Herbst um sechs Prozentpunkte zu. Aktuell liegt der Investitionssaldo damit mit sechs Punkten im positiven Bereich. Wenn investiert wird, dann sind Ersatzbedarfsbeschaffungen (56 Prozent) und Digitalisierungsmaßnahmen (55 Prozent, Mehrfachnennungen möglich) die Hauptmotive. Mehr als 40 Prozent der investierenden Betriebe gibt an, in Vertriebs- und Serviceinnovationen investieren zu wollen. Jedes fünfte Unternehmen möchte in Kapazitätserweiterungen investieren, 16 Prozent in Umweltschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen.
Die Beschäftigungserwartungen zeigen sich aktuell nahezu ausgeglichen. Der Saldo liegt aktuell mit einem Punkt im positiven Bereich, im Oktober lag der Wert bei -1 Punkt.

Unternehmensbezogene Dienstleistungen*

Bei den unternehmensbezogenen Dienstleistern ist die wirtschaftliche Lage weiterhin klar positiv. Per saldo melden 40 Prozent der Unternehmen gut laufende Geschäfte, was gegenüber dem Herbst einem leichten Rückgang von sechs Prozentpunkten entspricht. Die Geschäftserwartungen sind auch positiv, wenn auch auf einem etwas niedrigeren Niveau. Per saldo rechnen aktuell sechs Prozent der Unternehmen mit besseren Geschäften in den kommenden 12 Monaten. Dies entspricht einem leichten Rückgang von zwei Prozentpunkten im Vergleich zur Vorumfrage.
Die Investitionsplanungen verändern sich kaum, der Saldo ist weiterhin ausgeglichen. Wenn investiert wird, dann ist der Ersatzbedarf mit 58 Prozent das Hauptmotiv (Mehrfachnennungen möglich). Mehr als die Hälfte der investierenden Unternehmen planen zudem Mehrausgaben für Digitalisierungsprozesse. Die Dienstleister für Unternehmen rechnen weiterhin mit einer leicht positiven Beschäftigungsentwicklung. Der Beschäftigungssaldo liegt aktuell bei +5 Punkten, im Oktober lag der Wert bei +6 Punkten. Der Rückgang der Inlandsnachfrage, die hohen Arbeitskosten und der Mangel an Fachkräften und werden als größte Risiken der Branche eingeschätzt.
* IT-Dienstleistungen, Forschung und Entwicklung, Werbung und Marktforschung, Übersetzen und Dolmetschen, Leasing/Vermietungsleistungen, Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften, Beratungsdienstleistungen, Sicherheitswirtschaft, Gebäudebetreuung, Garten- und Landschaftsbau, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen

Personenbezogene Dienstleistungen**

Waren die Lageeinschätzungen bei den personenbezogenen Dienstleistern im Herbst per saldo noch mit zehn Punkten im negativen Bereich, so liegt der Wert aktuell mit fünf Punkten im positiven Bereich. Die Geschäftserwartungen lassen hingegen weiter nach. Per saldo rechnen 24 Prozent der Unternehmen mit einer negativen Geschäftsentwicklung in den nächsten 12 Monaten. Im Oktober waren es 14 Prozent.
Zu- und abnehmende Investitionsplanungen hielten sich im Herbst die Waage. Aktuell melden per saldo fünf Prozent der Unternehmen, ihre Investitionstätigkeiten zurückzufahren. Wenn investiert wird, dann sind Ersatzbedarfsbeschaffungen weiterhin das Investitionsmotiv Nummer eins. Service- und Vertriebsinnovationen liegen auf dem zweiten Platz, gefolgt von Digitalisierungsmaßnahmen. Die Beschäftigungserwartungen legen deutlich zu (um 25 Prozentpunkte von -5 auf aktuell +20 Punkte). Die hohen Arbeitskosten, der Fachkräftemangel , die hohen Energiepreise und die schwache Inlandsnachfrage werden als größte Risiken eingeschätzt.
** Reisevermittlung, Bildungswirtschaft, Kunst, Unterhaltung und Erholung, sonstige personenbezogene Dienstleistungen, Kinos, Veterinär-wesen, Gesundheits- und Sozialwesen

Finanzdienstleistungen

47 Prozent der Finanzdienstleister schätzen ihre Lage aktuell per saldo als gut ein, im Oktober waren es 23 Prozent. Darüber hinaus gehen per saldo 23 Prozent von einer positiven Entwicklung der Geschäfte in den nächsten 12 Monaten aus, was einem Zuwachs von fünf Prozentpunkten gegenüber der letzten Umfrage entspricht.
Die Investitionsplanungen der Finanzdienstleister sind weiterhin positiv. Per saldo planen 17 Prozent Unternehmen mit zunehmenden Investitionen in den nächsten zwölf Monaten. Dabei sind Digitalisierungsmaßnahmen mit Abstand das am häufigsten genannten Investitionsmotiv, gefolgt von der Ersatzbedarfsbeschaffung und Investitionen in innovative Prozesse. Im Finanzdienstleistungssektor ist tendenziell von zunehmenden Beschäftigtenzahlen auszugehen, der Saldo steigt seit Herbst von -5 auf +11 Punkte. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen schätzt die Finanzbranche als größtes Geschäftsrisiko ein, gefolgt von der schwachen Inlandsnachfrage und dem Fachkräftemangel.

Hotel- und Gaststättengewerbe

Die Lageeinschätzungen der Hotel- und Gaststättenbetriebe sind weiterhin klar negativ. Auch die Geschäftserwartungen sind pessimistisch. Die Investitionspläne sind rückläufig, wenn investiert wird, dann vornehmlich in die Beschaffung von Ersatzbedarf. Die hohen Energie- und Arbeitskosten stellen mit Abstand die größten Risiken dar. Tendenziell ist von rückläufigen Beschäftigtenzahlen im Hotel- und Gaststättengewerbe in den nächsten zwölf Monaten auszugehen.

Verkehrsgewerbe

Die Stimmung im Verkehrsgewerbe bleibt angespannt. Die Lage zeigt sich auch zum Jahresbeginn eingetrübt, wohingegen es bei den Geschäftserwartungen tendenziell einen Zuwachs gibt. Die Fracht- und Beförderungskapazitäten sind aktuell zu 73 Prozent ausgelastet. Bei den Verkehrsunternehmen zeigen sich tendenziell zunehmende Investitionsausgaben, insgesamt ist aber von weniger Beschäftigten in den nächsten zwölf Monaten auszugehen. Die hohen Arbeitskosten, der Mangel an Fachkräften und die hohen Energiepreise sind aktuell die meistgenannten Geschäftsrisiken der Branche.