Überbetriebliche Ausbildungswerkstätte Buchen (ÜAB)
Nach Sanierung "heller, freundlicher, attraktiver"
Buchen, 14. Oktober 2026. Die Modernisierung und Erweiterung der Überbetrieblichen Ausbildungswerkstätte Buchen (ÜAB) ist abgeschlossen. “Das Projekt ist mehr als eine Baumaßnahme. Es ist ein Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Neckar-Odenwald-Kreis und zur dualen Ausbildung”, sagte Manfred Schnabel, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar, bei der heutigen Einweihung vor Vertretern aus Unternehmen, Politik, Verwaltung und Bildung. Das Investitionsvolumen belief sich auf rund vier Millionen Euro, die Bauzeit lag bei etwas mehr als zwei Jahren.
Ein Ziel war zum einen die Vergrößerung der Elektrowerkstatt, um die Ausbildungskapazitäten zu erhöhen. Derzeit absolvieren 70 Auszubildende in der ÜAB die Grundausbildung in den industriellen Elektro- und Metallberufen. Zudem bietet die Einrichtung Fach- und Weiterbildungen an. Um mehr Platz zu schaffen, wurden die Sozialräume, die sanitären Anlagen und die Haustechnik im neuen, 200 Quadratmeter großen Anbau untergebracht. Zum anderen wurde die komplette technische Infrastruktur auf den Stand der Technik gebracht.
“Die sanierte und modernisierte ÜAB ist heller, freundlicher, attraktiver”, so der IHK-Präsident. Auch energetisch sei sie auf dem neuesten Stand, inklusive einer umweltfreundlichen Heizungsanlage sowie einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Mit dem Projekt habe man die ÜAB „für die kommenden Jahre und Jahrzehnte zukunftssicher aufgestellt“.
Schnabel bedankte sich beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), das den größten Anteil der Förderung gestemmt hat. Auch das Land Baden-Württemberg hat einen Teil der Kosten geschultert. Die öffentliche Förderung deckt insgesamt 70 Prozent der Kosten. Auch der Trägerverein der ÜAB hat sich mit einem niedrigen sechsstelligen Beitrag an den Maßnahmen beteiligt.
Im Verein sind Unternehmen aus dem Neckar-Odenwald-Kreis und die IHK Rhein-Neckar organisiert. Die IHK stellt Gebäude sowie den Geschäftsführer. Sie leistete auch rund 30 Prozent der Projektkosten. Schnabel dankte daher auch der IHK-Vollversammlung, die durch ihren Beschluss erst die Investition ermöglicht habe. Besonders erfreulich sei mit Blick auf die Umsetzung: “Das Projekt wird nach aktueller Planung voraussichtlich fünf bis acht Prozent unter dem ursprünglichen Kostenrahmen abgerechnet. Das geht also bei öffentlichen Projekten”, so der IHK-Präsident.
ÜAB-Geschäftsführer Stefan Kempf betonte in seinem Redebeitrag, dass die Sanierung im laufenden Betrieb erfolgte. Das sei zwingend notwendig gewesen, um den Ausbildungsbetrieb aufrechtzuerhalten. “Die Leistung unserer Ausbildungsmeister und unserer Verwaltungskraft kann man gar nicht hoch genug bewerten. Sie haben über fast zweieinhalb Jahre über alle Hindernisse hinweg einen geordneten Ausbildungsbetrieb von drei ganzen Ausbildungsjahrgängen sichergestellt. Unbeeindruckt von räumlicher Beengtheit, Schmutz, Lärm und anderen Einschränkungen haben sie den uns anvertrauten Auszubildenden das notwendige Wissen vermittelt”, sagte Kempf. Der ÜAB-Geschäftsführer erinnerte zudem an die Eigenleistung der Ausbilder und Auszubildenden, beispielsweise im Außenbereich oder bei Abbrucharbeiten.
Die hohe Bedeutung der ÜAB für die Fachkräftesicherung unterstrichen auch Landrat Dr. Achim Brötel und Buchens Bürgermeister Roland Burger in ihren Grußworten.
Über die ÜAB
Neun Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie haben gemeinsam mit der IHK Rhein-Neckar 1975 den gemeinnützigen Verein “Überbetriebliche Ausbildungswerkstätte Buchen e.V. (ÜAB)” gegründet, aktuell sind es 45 Mitglieder.
Die ständig gestiegene Nachfrage für Aus- und Weiterbildung veranlasste den Verein 1989, in der Karl-Tschamber-Straße 3 in Buchen ein eigenes Gebäude zu errichten, das nun umfassend modernisiert wurde. Davor fand die Ausbildung in angemieteten Werkstätten auf dem Gelände der in direkter Nachbarschaft gelegenen Zentralgewerbeschule Buchen statt.
Mehr als 50 Unternehmen senden ihre Auszubildenden für die Grund- und Fachbildung in den Metall- und Elektroberufen regelmäßig in die ÜAB, die allen Industrie- und Handwerksbetrieben sowie Privatpersonen für Qualifizierung offensteht.
Sechs Ausbildungsmeister und eine Administrationskraft kümmern sich um die Belange der Auszubildenden und der Unternehmen.
