Sechs Jahre Innenstadtberatung

Gemeinsam für starke Zentren: Netzwerk Innenstadt wird fortgeführt und zieht Bilanz

Schwetzingen, 13. Oktober 2026. Seit 2021 unterstützt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar Gemeinden und Städte dabei, ihre Innenstädte attraktiver zu machen. Aus diesen Beratungsprozessen ist ein Netzwerk hervorgegangen, das Kommunen, Verwaltungen, Organisationen des Stadtmarketings und Gewerbevereine zusammenführt. Auf dem Treffen am 13. Oktober 2026 in Schwetzingen haben die Träger, die beiden Landkreise Rhein-Neckar und Neckar-Odenwald sowie die IHK, vereinbart, das Netzwerk dauerhaft fortzuführen.
“Lebendige und attraktive Innenstädte entstehen nicht von allein. Sie brauchen gute Rahmenbedingungen, einen vielfältigen Branchenmix, engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer, aktive Gewerbevereine sowie Kommunen, die ihr Augenmerk auf die Innenstadtentwicklung richten”, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Mathias Grimm auf einer Pressekonferenz am Rande des Netzwerktreffens. Bei der vom Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg geförderten Innenstadtberatung bringt die IHK Rhein-Neckar diese verschiedenen Akteure zusammen.
Am Anfang der Innenstadtberatung steht eine Analyse der Ist-Situation der jeweiligen Innenstadt mit ihren Stärken und Schwächen. Darauf aufbauend erarbeiten die IHK-Innenstadtberater mit den Akteuren vor Ort gemeinsam einen Maßnahmenplan und begleiten die Umsetzung.
“Der Blick von außen und der Innenstadt-Check haben geholfen, die wichtigsten Handlungsfelder für eine attraktive Innenstadt zu priorisieren und gezielt Maßnahmen anzugehen. Wir haben im Rahmen der Innenstadtberatung bereits zahlreiche Projekte erfolgreich umgesetzt. Darauf wollen wir uns aber nicht ausruhen, denn eine attraktive Innenstadt lebt von einem stetigen Engagement”, sagte Oberbürgermeister Matthias Steffan bei der Vorstellung der Best-Practice-Beispiele aus Schwetzingen.
“Unsere Innenstadtberatung wirkt”, resümierte auch der IHK-Hauptgeschäftsführer mit Verweis auf bisher 16 beratene Kommunen, in denen insgesamt 350 Maßnahmen erarbeitet wurden. “200 davon sind bereits umgesetzt oder in Vorbereitung”, so Grimm. Derzeit laufen zudem in drei weiteren Kommunen Innenstadt-Beratungsprozesse (siehe weitere Informationen).
Damit die gewonnenen Erfahrungen für lebendige und attraktive Innenstädte über einzelne Kommunen hinaus wirken, hat die IHK Rhein-Neckar vor drei Jahren gemeinsam mit dem Rhein-Neckar-Kreis und dem Neckar-Odenwald-Kreis das “Netzwerk Innenstadt und Wirtschaft” aufgebaut. Es fördert den praxisnahen Austausch, macht erfolgreiche Beispiele sichtbar und hilft den Beteiligten, Projekte schneller weiterzuentwickeln und vor Ort umzusetzen. “Wir freuen uns sehr, dass die beiden Landkreise die Kooperation mit uns in den kommenden Jahren fortführen werden”, sagte Grimm.
Er verwies in diesem Zusammenhang auf die wichtige Rolle der Innenstädte als Wirtschaftsstandorte. “Hier findet viel Wertschöpfung von Handel, Gastronomie und Dienstleistern statt. Und sie sind wichtig für das gesellschaftliche Miteinander und für die Attraktivität der Kommunen als Wohnorte für Fach- und Führungskräfte sowie als Unternehmensstandorte”, betonte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Gute Rahmenbedingungen für die Innenstädte entschieden darüber, ob Kaufkraft vor Ort bleibe, ob Betriebe investierten und ob Stadtzentren ihre Funktion als Orte des Austauschs und Miteinanders erhielten. Der Hauptgeschäftsführer dankte dem Land für die nunmehr sechsjährige Förderung des Projektes.

Als Erfolgsfaktoren haben sich in den vergangenen sechs Jahren vor allem herausgestellt

  1. Zielgruppen und Frequenz: Innenstadt muss vom Besucher her gedacht werden: Welche Zielgruppen haben welche Bedürfnisse und Wünsche? Können Frequenzbringer geschaffen werden oder bereits vorhandene besser genutzt werden?
  2. Vielfalt von Innenstadtangeboten: Attraktiv für Besucher ist, wenn sie ein breiter Branchenmix aus Handel und Dienstleistungen erwartet und sie außerdem aus einem vielfältigen gastronomischen Angebot wählen können.
  3. Online-Sichtbarkeit: Die analoge sowie die digitale Präsenz der Gewerbetreibenden, ihrer Angebote und der Stadt ist nötig.
  4. Stadtmarketing und Identität: Strahlkraft nach Innen und Außen bedarf einer klaren Positionierung der eigenen Innenstadt als Marke. Ein zentrales Stadtmarketing hilft dabei.
  5. Immobilien und Leerstand: Ein aktives Immobilien- und Leerstandsmanagement hält Innenstädte vital. Veränderung ist normal, sie darf aber nicht bloß passieren, sondern muss gestaltet werden.
  6. Erreichbarkeit und Parken: Je nach Begebenheiten vor Ort sollten die Menschen mit dem Verkehrsmittel ihrer Wahl in die Innenstadt kommen können. Für die verschiedenen Verkehrsmittel braucht es entsprechend Parkraum.
  7. Attraktivität und Events: Sauberkeit, Sicherheit und ein positives Ambiente sind Grundvoraussetzung für gern besuchte Innenstädte. Events wie Wochenmärkte oder Feste ziehen Menschen an und machen die Innenstädte zur Bühne, zum Treffpunkt und Erlebnis.
  8. Zusammenarbeit und Strukturen: Eine attraktive Innenstadt lebt vom Engagement der Gewerbetreibenden für ihre Geschäfte, für ihr Umfeld und von der guten Zusammenarbeit zwischen Gewerbetreibenden und Kommune. Genauso wichtig ist Koordination und Steuerung. Dafür braucht es verbindliche Strukturen und Verantwortlichkeiten.

Innenstadtberatung und Netzwerk “Innenstadt & Wirtschaft” in Zahlen

  • 6 Jahre Landesförderprogramm Innenstadtberater
  • 3 Jahre Netzwerk “Innenstadt & Wirtschaft"
  • 70 Netzwerkteilnehmer, 3 Kooperationspartner (IHK, Rhein-Neckar-Kreis, Neckar-Odenwald-Kreis)
  • 19 Kommunen im Innenstadtberatungsprogramm:
  1. Buchen
  2. Dossenheim
  3. Eberbach
  4. Eppelheim
  5. Hardheim
  6. Hemsbach
  7. Hockenheim
  8. Ladenburg
  9. Leimen
  10. Mosbach
  11. Neckargemünd
  12. Nußloch
  13. Schriesheim
  14. Schwetzingen
  15. Sinsheim
  16. Walldorf
  17. Walldürn
  18. Weinheim
  19. Wiesloch
  • 11.000 Passanten- und Onlinebefragte
  • 3.100 Innenstadtbetriebe untersucht
  • 75 Workshops und Veranstaltungen durchgeführt
  • 30 Vorträge von IHK-Innenstadtberatern in Gemeinderatssitzungen