Wirtschaftsfaktor Zuwanderung
Bayern ist dauerhaft auf internationale Fachkräfte angewiesen. Ihre Integration entscheidet über die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts. Das wurde bei einer gemeinsamen Veranstaltung der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim und des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie am Donnerstag in Regensburg deutlich. Unter dem Titel „Make it in Bavaria: Neue Talente für Bayern – Wege zur erfolgreichen Integration“ diskutierten rund 130 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Hochschulen und Verwaltung, wie Ankommen und Bleiben gelingen können.
„Internationale Fachkräfte sind ein zentraler Bestandteil der Fachkräftesicherung. Ohne sie könnten viele Unternehmen heute nicht mehr wirtschaften“, betonte IHK-Präsident Christian Volkmer. Entscheidend sei nicht allein die berufliche Einbindung, sondern eine gelungene Integration im Alltag – von der Wohnungssuche über soziale Kontakte bis hin zu einer offenen Willkommenskultur.
Tobias Gotthardt, Staatssekretär im Bayerischen Wirtschaftsministerium, unterstrich: „Bayerns Wirtschaft braucht Kraft – auch Arbeitskraft. Und Luft zum Atmen.“ Bis heute aber führe der demografische Wandel dazu, dass der Mangel an Fachkräften zu- und nicht abnehmen werde. Für Gotthardt ist klar: „Wir werden auch in Zukunft viele Fachkräfte brauchen – aus dem In- und Ausland. Möglichst hochwertig, möglichst passgenau ausgebildet. Wir brauchen auch internationale Talente, um unsere wirtschaftliche Stärke zu behaupten und müssen ihnen Perspektiven bieten, damit sie sich am Arbeitsort Bayern schnell wohlfühlen und langfristig bleiben.“ Sein Appell: „Seids mutig, seids engagiert und kommts zu uns nach Bayern. Oder, neudeutsch: Make it in Bavaria!“
In ihrer Keynote zeigte Prof. Dr. Yuliya Kosyakova vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB, welche Faktoren den langfristigen Verbleib internationaler Fachkräfte beeinflussen. Die Wissenschaftlerin machte deutlich, dass Deutschland zur Sicherung von Wachstum und Beschäftigung dauerhaft auf internationale Fachkräfte angewiesen sei. Gleichzeitig reiche es nicht aus, Fachkräfte zu gewinnen: Entscheidend seien erfolgreiche Integration, faire Arbeitsbedingungen und ein positives Ankommen im beruflichen wie privaten Alltag. Weniger Bürokratie, verlässliche Perspektiven sowie soziale und berufliche Teilhabe vor Ort seien dabei zentrale Erfolgsfaktoren.
Integration als Gemeinschaftsaufgabe
In der anschließenden Podiumsdiskussion – moderiert von IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes – mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft wurde deutlich: Integration ist ein Gemeinschaftsprojekt. Unternehmen brauchen Orientierung und praxisnahe Unterstützung, während Kommunen und Behörden für transparente Verfahren und funktionierende Welcome-Angebote sorgen müssen.
Am Nachmittag wurden die Themen Willkommenskultur und Integration internationaler Studierender vertieft sowie Strategien und Best Practices vorgestellt. Die Veranstaltung machte deutlich: Offenheit allein reicht nicht aus. Bayern braucht verlässliche Strukturen, starke Netzwerke und den gemeinsamen Willen, Integration aktiv zu gestalten. „Für die Unternehmen zählt nicht nur, dass internationale Fachkräfte kommen, sondern dass sie bleiben“, betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Helmes. „Das gelingt nur, wenn Ankommen im Betrieb ebenso gelingt wie im Alltag und in der Region.“
Diskutierten über die erfolgreiche Integration internationaler Talente (v.l.): IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes, Prof. Dr. Yuliya Kosyakova, Tobias Gotthardt, Staatssekretär im Bayerischen Wirtschaftsministerium, IHK-Präsident Christian Volkmer, Premkumar Janarthanan, Project Manager bei der AVL Software and Functions GmbH und Dr. Georg Schwab, Managing Director der AVL Software and Functions GmbH.