Pressemeldung

So viele Hürden wie nie

Die internationalen Geschäfte heimischer Unternehmen stehen zunehmend unter Druck. Laut der heute veröffentlichten Umfrage „Going International“ der Deutschen Industrie- und Handelskammer DIHK spüren 69 Prozent der auslandsaktiven Unternehmen eine Zunahme an Handelshemmnissen. Das sind so viele Betriebe wie noch nie seit Beginn der jährlichen Erhebung. Trotz einer leichten Stimmungsaufhellung bleiben die Geschäftserwartungen insgesamt im Minus.
Das überrasche nicht, meint Dr. Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim: „Neue Handelshemmnisse erschweren die internationalen Aktivitäten unserer Unternehmen und bremsen ihre Geschäftsentwicklung.“ Die bundesweiten Ergebnisse decken sich mit der Einschätzung der Unternehmen, die aus der Region an der Umfrage teilgenommen haben.

Bremsklotz USA

Vor allem die steigenden Zölle werden von knapp zwei Drittel der betroffenen Betriebe als Handelshemmnisse genannt. 86 Prozent von ihnen spüren die Auswirkungen besonders deutlich beim Handel mit den USA. Für viele deutsche Unternehmen ist das US-Geschäft eingebrochen, die Erwartungen für das laufende Jahr liegen auf einem Rekordtief. „Die USA entwickeln sich zum Risikofaktor“, bestätigt Dominique Mommers, Leiterin Abteilung International bei der IHK. „Hohe Zölle, politische Volatilität und rechtliche Unsicherheiten machen eine langfristige Planung für unsere Unternehmen zunehmend schwierig.“

Hausgemachte Hürden bremsen zusätzlich

Nicht nur außerhalb Europas werden die Hürden höher gelegt: 83 Prozent der Unternehmen nennen hausgemachte Hindernisse durch EU-Regulierungen als Belastung für ihr Auslandsgeschäft: Lieferkettenvorgaben, Berichtspflichten, Verpackungsregeln oder der CO2-Grenzausgleich treiben Aufwand und Kosten in die Höhe. „Wir als Betriebe stehen unter doppeltem Druck“, warnt Thomas Hanauer, Vorsitzender des IHK-Fachausschusses International. „Während global neue Handelshemmnisse entstehen, verschärft Europa zusätzlich seine eigenen Regeln – das bremst uns im Wettbewerb.”

Chancenmärkte dank EU-Abkommen

Viele Firmen orientieren sich verstärkt an neuen Märkten. „Eine breitere Aufstellung ist heute unverzichtbar“, betont Hanauer. Zugleich fordert er weniger bürokratische Hürden und mehr Tempo bei internationalen Handelsabkommen. „Nur mit schlankeren Vorgaben und besseren Rahmenbedingungen kann die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer exportstarken Region gesichert werden.“
Besonders Indien und mehrere Länder Lateinamerikas gewinnen an Bedeutung. Das geplante EU-Indien-Abkommen sowie das bereits ausgehandelte EU‑Mercosur‑Abkommen wecken Erwartungen auf zusätzliche Wachstumsimpulse. Erst heute hat die EU ein Handelsabkommen mit Australien abgeschlossen. Die IHK sieht darin einen Meilenstein, insbesondere für die Rohstoffversorgung der Industrie innerhalb der EU.
Hier finden Sie die Umfrage „Going International 2026“ der DIHK.