Pressemeldung

Mut zu Entscheidungen

Wie soll es künftig für den Standort Regensburg weitergehen und welche wirtschaftspolitischen Projekte stehen dabei im Fokus? Darüber diskutierten die Mitglieder des IHK-Gremiums Regensburg mit dem neu gewählten Oberbürgermeister der Stadt Regensburg, Dr. Thomas Burger. Es brauche einen engen Schulterschluss zwischen Kommunalpolitik und Wirtschaft und wieder mehr Mut zu Entscheidungen, um die Herausforderungen der kommenden Jahre erfolgreich zu bewältigen, betonte Gremiumsvorsitzende Petra Betz.
Oberbürgermeister Burger skizzierte die Perspektiven der Stadt nach der Kommunalwahl. Die breite Aufstellung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts Regensburg schaffe beste Voraussetzungen, doch um wettbewerbsfähig zu bleiben, dürfe es keinen Stillstand geben. Im Fokus stünde daher insbesondere die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts durch die Förderung und Erschließung von Innovationen.
Dazu zählten neue Bereiche wie Künstliche Intelligenz, die Entwicklung des Kreativareals sowie neue Cluster und Testfelder. Darüber hinaus solle der Tech-Campus II in den kommenden Jahren in die Realität umgesetzt, KI- und Robotik-Kompetenzen ausgebaut und der Wissenstransfer zwischen Hochschulen und Firmen intensiviert werden. Wenn die Stadt wirtschaftlich stark sei, könne sie auch gesellschaftlich stark und nachhaltig sein, so Burger. Die Aufgabe sei jetzt, dafür langfristig die Rahmenbedingungen zu schaffen.
Schwerpunkte wolle die neue Koalition zudem bei der Verbesserung der Wohnraumsituation, der Attraktivität der Altstadt, der Fachkräftesicherung sowie der Schaffung effizienter Verwaltungsprozesse durch Digitalisierung setzen. Burger betonte, dass es ihm besonders darauf ankomme, den Dialog zwischen Wirtschaft, Stadt und Region weiter zu stärken.

Note „gut“ mit Luft nach oben

Eine fundierte Grundlage für die wirtschaftspolitische Einordnung lieferte die aktuelle IHK-Standortumfrage. Sibylle Aumer, IHK-Bereichsleiterin für Regionalpolitik, Arbeitsmarkt und Statistik, stellte die Ergebnisse vor. Die Umfrage zeigt sowohl die Stärken des Standorts Regensburg als auch konkrete Handlungsbedarfe auf. Die ansässigen Unternehmen geben der Stadt und dem Landkreis Regensburg im Durchschnitt die Schulnote 2,26.
„Zu den am besten bewerteten Faktoren zählen insbesondere die Zuverlässigkeit und Qualität der Energieversorgung, die Umwelt- und Lebensqualität, die Loyalität und Motivation der Mitarbeitenden, die Erreichbarkeit für Mitarbeitende und Kunden über die Straße sowie das Freizeit-, Sport- und Kulturangebot“, berichtete Aumer.
Als größte Standortschwächen nannten die befragten Unternehmen Bürokratie, mangelnde digitale Verwaltungsverfahren sowie zu hohe Strompreise. Ebenfalls unzufrieden sei man mit der Dauer von Genehmigungsverfahren und der Verfügbarkeit von Fachkräften. Verbesserungsbedarf sehen die Betriebe darüber hinaus bei den ÖPNV-Anbindungen und -taktzeiten, beim Thema Wohnraum für Mitarbeitende sowie der Verfügbarkeit freier Gewerbeflächen.

Schlüsselprojekt Nordspange

Darauf aufbauend stellte Gremiumsgeschäftsführer Dr. Martin Kammerer das neue Wirtschaftsleitbild des IHK-Gremiums Regensburg vor. Dieses bündelt zentrale Forderungen an die Kommunalpolitik und definiert wichtige Zukunftsaufgaben für die Region. Positiv bewertete Kammerer, dass ein Teil der IHK-Forderungen Eingang in die Koalitionsvereinbarung der neu gewählten Stadtkoalition gefunden haben. Gleichzeitig wies er aber auf offene Punkte hin.
So sei die Nordspange – bestehend aus dem Bau der Sallerner Regenbrücke, des Lappersdorfer Kreisels und dem Ausbau der Nordgaustraße – ein zentrales Infrastrukturprojekt für den Wirtschaftsstandort und wird von den Mitgliedern des Gremiums als dringend notwendig eingefordert. „Für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit braucht es zudem den flächendeckenden Ausbau der digitalen Infrastruktur mit Glasfaser, ein interkommunales Gewerbeflächenmanagement sowie die Erreichbarkeit der Innenstadt mit allen Beförderungsmitteln“, sagte Kammerer. Gemeinsam mit einem möglichem Privatinvestor müsse die Stadtspitze außerdem ein tragfähiges Konzept für die erfolgreiche Nachnutzung des Kaufhof-Areals entwickeln.
In der anschließenden Diskussion unterstrichen die Unternehmerinnen und Unternehmer die Notwendigkeit klarer wirtschaftsfreundlicher Rahmenbedingungen. Sie bekräftigten ihre Bereitschaft, die künftige Entwicklung der Wirtschaftsregion konstruktiv zu begleiten und sich als Stimme der regionalen Wirtschaft aktiv in den Dialog mit Politik und Verwaltung einzubringen.
Hier finden Sie weitere Informationen zum Wirtschaftsleitbild Region Regensburg 2026 und zur IHK-Standortumfrage 2025.