Pressemeldung
Impulse für die Kommunalwahl
„Wirtschaft mitdenken!“ lautet der Titel einer Broschüre mit den wichtigsten Forderungen und Positionen der regionalen Wirtschaft vor der Kommunalwahl am 8. März. Die IHK und ihre regionalen Gremien standen in den letzten Wochen mit den zur Wahl stehenden Kandidatinnen und Kandidaten im Dialog und brachte die Belange der Unternehmen ein.
Kommunen und Firmen aufeinander angewiesen
Energieversorgung, Fachkräftesicherung, Digitalisierung, Mobilität und Standortentwicklung fordern Wirtschaft und Kommunen gleichermaßen. Besonders schwer wiegt die stetig zunehmende Bürokratie. „Unnötige Vorgaben wirken für viele Betriebe inzwischen als größte Wachstumsbremse“, weiß IHK-Präsident Christian Volkmer. Obwohl viele Regelungen auf EU-, Bundes- und Landesebene geschaffen werden, müssten kommunale Handlungsspielräume stärker genutzt werden – etwa durch wirtschaftsfreundliche Satzungen, zügige Genehmigungen oder pragmatische Lösungen bei Bauleitplanung, Energiefreiflächen oder im Antragswesen für internationale Fachkräfte.
„Eine starke Wirtschaft braucht Kommunen, die Betriebe als zentrale Kunden verstehen“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes. Entscheidungen müssten konsequent an der Realität der Unternehmen ausgerichtet werden. Transparente Verfahren und effektive Verwaltungen seien entscheidend für wirtschaftliche Planbarkeit. „Eine serviceorientierte Verwaltung prägt das Bild einer Kommune nachhaltig und wird zum echten Standortvorteil“, so IHK-Präsident Volkmer. „Politik und Verwaltung sollten sich zur Wirtschaft bekennen und das mit ihren Entscheidungen und ihrem Tun auch zeigen.“
IHK-Präsident Christian Volkmer (l.) und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes stellten die Broschüre „Wirtschaft mitdenken!“ vor.
Energie, Fachkräfte und Standortentwicklung
Sichere, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung ist ein maßgeblicher Investitionsfaktor für die Betriebe. Viele Kommunen tragen – oft über eigene Stadtwerke – besondere Verantwortung beim Ausbau erneuerbarer Energien, bei Speicherlösungen, moderner Netzinfrastruktur und schnellen Genehmigungen. Gleichzeitig verschärft sich der Fachkräftemangel. Der IHK-Arbeitsmarktradar erwartet bis 2028 Wertschöpfungsverluste von bis zu 3,5 Milliarden Euro in der Region Oberpfalz-Kelheim. „Umso wichtiger wird es, neue Zielgruppen anzusprechen – vom Studienzweifler über Menschen ohne Schulabschluss bis zu internationalen Fachkräften“, zeigt sich Helmes sicher. Ebenso entscheidend sei ein attraktives Lebensumfeld: Wohnraum, Mobilität, Kinderbetreuung und kulturelle Angebote spielten eine zentrale Rolle bei der Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden.
Das Thema Mobilität bleibt ein weiterer Schlüsselfaktor für die Entwicklung der Region: Wachsende Pendlerströme und längere Lieferwege erhöhen die Anforderungen an flexible Verkehrssysteme. Kommunen prägen maßgeblich, wie schnell Infrastrukturprojekte vorankommen und wie attraktiv ÖPNV-Angebote gestaltet sind, „die Stadt und Land sinnvoll verbinden“, so Helmes. Mit der höchsten Industriedichte Bayerns steht der IHK-Bezirk besonders im Wettbewerb um Erreichbarkeit und Flächen. Wohnraum, Gewerbe, Energie- und Verkehrsflächen müssten daher klug ausbalanciert werden. „Nur mit einer weitsichtigen und mutigen Standortpolitik wird die Region wirtschaftlich stark bleiben“, betont IHK-Präsident Volkmer.