Pressemeldung
Fachkräftemangel bleibt zentrale Herausforderung
Der Fachkräftemangel bleibt trotz der aktuellen konjunkturellen Schwäche und Strukturkrise eine der größten Herausforderungen für die regionale Wirtschaft. Bereits heute übersteigt die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Oberpfalz und im Landkreis Kelheim das verfügbare Angebot. Bis 2029 dürfte die Arbeitskräftelücke auf rund 32.000 Personen anwachsen – ein Anstieg von mehr als 60 Prozent.
Die Folgen sind erheblich: „Ohne diese Engpässe könnte die Wertschöpfung in der Region 2029 um rund 3,7 Milliarden Euro beziehungsweise sechs Prozent höher liegen. Dieses Potenzial darf nicht verschenkt werden“, betont Dr. Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim.
Demografische Entwicklung verschärft Lage
Treiber dieser Entwicklung ist vor allem die demografische Entwicklung. Viele Beschäftigte gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand, während weniger junge Menschen nachrücken. Zwar kann die Zahl der Beschäftigten bis 2029 voraussichtlich noch leicht steigen, das Wachstum verlangsamt sich jedoch deutlich.
Besonders betroffen sind Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung. Sie machen den größten Teil der Arbeitskräftelücke aus. Gleichzeitig steigt der Bedarf an höherqualifizierten Beschäftigten weiter an. Auch bei den Berufen zeigen sich deutliche Engpässe. Besonders gesucht werden laut der IW-Prognose unter anderem Fachkräfte im Verkauf, in der Bauelektrik sowie in der Lagerwirtschaft.
Gleichzeitig wird prognostiziert, dass in den Bereichen Gesundheit, Erziehung und der Herstellung elektronischer Erzeugnisse ein Beschäftigungszuwachs stattfinden wird. Während insgesamt ein Fachkräfteengpass entsteht, gibt es gleichzeitig auch Verschiebungen innerhalb der Wirtschaftsbereiche.
Gezielte Zuwanderung nötig
„Der Fachkräftemangel ist in vielen Branchen bereits Realität und wird sich weiter verschärfen“, sagt IHK-Chef Helmes. „Um die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu sichern, müssen Unternehmen ihre Personalstrategien weiterentwickeln und vorhandene Potenziale stärker nutzen. Was es auch braucht, sind mehr Anreize zur Arbeitsaufnahme und Qualifizierungen für Erwerbslose sowie eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren.“ Die gezielte Zuwanderung von Fachkräften spiele ebenfalls eine immer größere Rolle für den Beschäftigungsaufbau. Der Beschäftigungszuwachs in der Region werde bereits seit 2023 rein von ausländischen Mitarbeitenden getragen.
Der IHK Arbeitsmarktradar Bayern wurde vom IW Köln im Auftrag des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) erstellt und ist als Bericht sowie als Online-Tool verfügbar. Auch eigene Auswertungen für alle Berufe, Branchen und Regionen in Bayern können dort erstellt werden. Die Ergebnisse für den IHK-Bezirk Oberpfalz-Kelheim sind hier einzusehen.