Pressemeldung

Erstes Stadtentwicklungsgespräch in Furth im Wald

Auf Einladung des Leiters der IHK-Geschäftsstelle Cham, Richard Brunner, haben sich der Bürgermeister von Furth im Wald, Sandro Bauer, die Sprecher aller Stadtratsfraktionen und Unternehmerinnen und Unternehmer zum ersten Stadtentwicklungsgespräch in Furth im Wald getroffen. Diskutiert wurde nicht in einem Sitzungssaal, sondern direkt vor Ort - an drei Schlüsselflächen der Stadt. Vorbereitet hatten den Termin auch die IHK-Gremiumsmitglieder Sebastian Zahner und Franz Breu, fachlich begleitet von Josef Ebnet, IHK-Referent für Handel und Stadtentwicklung.
„Die Landesgartenschau war nicht nur ein Event, sondern ein strategischer Startpunkt für die Standortentwicklung", betonte Brunner. Diese Dynamik gelte es nun für Gewerbe, Handel und Dienstleistungen zu nutzen - die anstehende Fortschreibung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) sei dafür die passende Chance. Dass der Standort vorangekommen ist, zeigen die Zahlen: Das Gewerbesteueraufkommen lag 2024 mit gut zehn Millionen Euro auf Rekordniveau, vor Jahren waren es noch drei bis 3,5 Millionen. Auch die Landesgartenschau profitierte vom bestehenden ISEK - weil die Projekte darin verankert waren, gab es Städtebauförderung von 60 bis 80 Prozent.

Kötztinger Straße: Empfangsraum der Stadt weiterentwickeln

Die Gewerbefläche direkt an der B 20 ist für viele Besucher der erste Eindruck von Furth im Wald. Eigentümerin Monika Würz (Eisen Würz GmbH) hat mehrere Konzepte erarbeitet und über 50 potenzielle Interessenten angesprochen; ihr Anliegen ist es, Branchen- und Sortimentsfragen bei der ISEK-Neuauflage gemeinsam mit der Stadt neu zu bewerten. Die Stadt arbeitet derzeit daran, den Bereich über einen Bebauungsplan auf eine rechtssichere Basis zu stellen, und verwies darauf, dass sie bei veränderten Marktbedingungen durchaus Spielräume nutzt - wie das Beispiel eines Elektrofachmarkts zeigt, für den gemeinsam eine Lösung gefunden wurde. Beide Seiten sagten zu, weiter an einem Kompromiss zu arbeiten, der zum Gesamtkonzept der Stadt passt und die Innenstadt stärkt.

Späth-Areal: Premiumfläche für innerstädtisches Wohnen

Auf dem Areal der ehemaligen Brauerei Späth an der Bräuhausstraße sind die Perspektiven bereits konkret: Ein Konzeptentwurf liegt vor, zwei Interessenten aus dem Wohnungsbau sind im Gespräch. Über den Grundstückspreis will die Stadt Qualität steuern - modernes innerstädtisches Wohnen mit viel Grün, Angebote für verschiedene Generationen, ausreichend Stellplätze und eine Aufwertung des Umfelds. Zwischenzeitlich könnte auf der Fläche ein Ausweichquartier für die Zimmerer-Werkstätten der Kreisberufsschule entstehen. Aus der Wirtschaft kam dazu ein klares Signal: Die Nachfrage nach hochwertigen Mietwohnungen ist groß, das Mietniveau hat sich merklich verbessert - Wohnraum und Mitarbeitergewinnung hängen unmittelbar zusammen.

Flabeg-Gelände: werthaltige Substanz mit neuen Nutzungsideen

Vermarkter Heiner Duscher (Baumgärtner & Duscher) stellte die Stärken des Flabeg-Geländes an der Glaserstraße vor: rund 1.500 Quadratmeter Bürofläche in gutem Zustand, ein reaktivierbarer Gleisanschluss und drei Megawatt Anschlussleistung - interessant etwa für Energiegroßspeicher oder Ladeinfrastruktur für Lkw. Dächer und Dämmmaterial sind erneuert, ein Umweltbericht liegt vor. Angesichts eines Neubauwerts von sechs bis sieben Millionen Euro ist das Objekt werthaltig, es braucht aber den passenden Nutzer. In der Runde entstanden dazu neue Ideen: ein Industriepark mit integriertem Innovations- und Gründerzentrum, eine Entwicklung auf Landkreisebene und mehr Sichtbarkeit für das Areal, um sein Bild in der Öffentlichkeit zu korrigieren.

Fazit: Der Dialog wird fortgesetzt

Josef Ebnet zog ein positives Resümee: Wo Stadtentwicklung gelingt, gibt es drei Gemeinsamkeiten - ein funktionierendes Miteinander, parteiübergreifende Zusammenarbeit und eine klare Vision. „Gemeinschaft haben wir, parteiübergreifend arbeiten wir zusammen - die Vision erarbeiten wir jetzt", lautete das Fazit der Runde. Verabredet wurden ein bis zwei feste Austauschtermine im Jahr mit Stadtrat, Verwaltung, Unternehmerforum und Stadtmarketing sowie gemeinsame Betriebsbesuche. „Bei der Wirtschaft muss die Stadt vor allem gute Rahmenbedingungen setzen - investieren wollen die Unternehmen selbst", so Brunner. Nach drei intensiven Stunden waren sich alle einig: Der Auftakt war ein Gewinn - und er soll wiederholt werden.