Pressemeldung

Cyberangriffe mit KI belasten Mittelstand

Phishing-Mails ohne Fehler, Deepfake-Anrufe mit vertrauter Stimme, automatisierte Angriffswellen: Bei der Herbstsitzung des IHK-Gremiums Schwandorf berichteten Unternehmerinnen und Unternehmer, wie stark sie mittlerweile von Cyberattacken gefordert werden aber auch, wie sie dagegenhalten. Gastgeber war die QUADRUS Metalltechnik GmbH in Schmidgaden.
Nicht der einzelne Angriff sei das Problem, sondern die gesunkenen Hürden für Angreifer. KI-Agenten ermöglichen es, Attacken mit geringerem Aufwand vorzubereiten und viele Ziele parallel ins Visier zu nehmen. Täuschend echte Nachrichten erschweren es Mitarbeitenden, Betrugsversuche zu erkennen.

IT-Sicherheit ist Chefsache

IHK-Präsident Christian Volkmer gab einen Überblick über die aktuelle Bedrohungslage und zeigte am Beispiel KI-gestützter Angriffe, wie sich Risiken für den Mittelstand verschieben. „Informationssicherheit ist eine Aufgabe der Unternehmensführung, auch in Betrieben ohne eigene IT-Sicherheitsabteilung. Zunehmend geraten dabei kleine und mittlere Unternehmen ins Visier von Cyberattacken.“ Die IHK bietet Unternehmen Orientierung und Unterstützung dabei, wie sie ihre Schutzmaßnahmen weiterentwickeln können.
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich: Es fehlt weniger an Technik als an klaren Verantwortlichkeiten. „Informationssicherheit ist kein reines IT-Thema. Sie betrifft die gesamte Unternehmensführung, braucht klare Zuständigkeiten und Abläufe", erklärte Hubert Döpfer, Vorsitzender des IHK-Gremiums Schwandorf. Die Mitglieder waren sich einig, dass Schutzmaßnahmen regelmäßig überprüft und Notfallabläufe vorab festgelegt werden müssen.

Neue Chancen für Schwandorfs Wirtschaft

Als Gast gab Landrat Thomas Ebeling einen Überblick über die aktuelle Lage im Landkreis zu Bevölkerungsentwicklung, Schullandschaft und Beschäftigung. Weitere Themen waren Investitionen des Landkreises, der Breitbandausbau und die Energieversorgung. Mit der Forscherwerkstatt Bodenwöhr, dem Business Forum und dem Technologie Campus will der Landkreis den Austausch zwischen Wirtschaft und Hochschulen stärken.
Stefan Betz, Standortleiter des BMW Group Werks Wackersdorf, stellte die Pläne für ein Kompetenzzentrum für Zirkularität vor. Dafür soll das Recycling- und Demontagezentrum der BMW Group von München nach Wackersdorf verlagert, neu ausgerichtet und erweitert werden. Dort sollen Forschung und Innovation zur Kreislaufwirtschaft gebündelt und der Austausch mit Unternehmen, Öffentlichkeit und Politik möglich werden. Ziel ist es, Altfahrzeuge als Quelle wiederverwendbarer Materialien zu erschließen. BMW verbindet das Vorhaben mit Investitionen und einer Stärkung des Standorts.