Pressemeldung

China-Wettbewerb fordert die regionalen Unternehmen

Chinas Aufstieg zur Exportmacht hinterlässt Spuren in der regionalen Wirtschaft: Drei Viertel der in Bayern befragten Unternehmen spüren zunehmende Konkurrenz durch chinesische Wettbewerber.
Chinesische Anbieter erhöhen den Druck auf die bayerische Wirtschaft. 78 Prozent der vom Bayerischen Industrie- und Handelskammertag (BIHK) befragten Unternehmen sehen sich einer wachsenden Konkurrenz ausgesetzt. Fast jeder zweite Betrieb bewertet die Auswirkungen als stark oder sehr stark. Der Wettbewerbsdruck aus China trifft die regionalen Unternehmen inzwischen auf nahezu allen Märkten und in allen Produktkategorien.
„China ist für unsere Betriebe Absatzmarkt, Zulieferer und Wettbewerber zugleich. Das macht die Situation für viele Betriebe komplex“, sagt Dr. Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim. Die regionale Wirtschaft ist eng mit China verflochten: Im IHK-Bezirk unterhalten rund 420 Unternehmen Geschäftsbeziehungen mit China, davon mehr als 70 mit Niederlassungen oder Produktionsstätten. Weitere Firmen interessieren sich für einen Einstieg in den chinesischen Markt.
Auch die bayerischen Außenhandelszahlen zeigen die Bedeutung Chinas. China zählt zu den wichtigsten Handelspartnern der bayerischen Wirtschaft. Bei den Exporten liegt das Land im Jahr 2025 auf Rang 5 der Ausfuhrländer, bei den Importen führt China die Rangliste sogar an.

Innovation als Antwort

Die Unternehmen aus dem IHK-Bezirk Oberpfalz-Kelheim reagieren vor allem mit Kostensenkungen und Produktinnovationen auf den zunehmenden Wettbewerb. Viele suchen außerdem nach neuen Absatzmärkten oder verstärken die Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern.
„Über den Preis allein lässt sich der Wettbewerb auf Dauer nicht gewinnen. Innovationen, neue Märkte und widerstandsfähige Lieferketten sind entscheidend, um international erfolgreich zu bleiben“, erklärt Dominique Mommers, Abteilungsleiterin International der IHK.

Faire Wettbewerbsbedingungen schaffen

Nach Einschätzung des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags wird der Konkurrenzdruck durch Chinas staatliche Industriepolitik und Subventionen verstärkt. Betroffen sind unter anderem die Automobilindustrie, Batterie- und Akkutechnologie, Elektronik, Photovoltaik, Maschinenbau und Chemie.
„Europa muss auf faire Wettbewerbsbedingungen drängen, ohne neue Abschottungsspiralen auszulösen“, sagt IHK-Chef Helmes. Wettbewerb brauche verlässliche Regeln, die für alle Marktteilnehmer gelten. „Zugleich müssen wir die eigenen Standortbedingungen verbessern, damit Unternehmen international erfolgreich bleiben“, betont Helmes.