Pressemeldung

Wege zu einem klimaneutralen Regensburg

Die Stadt Regensburg will bis 2030 klimaneutral werden. Mit welchen Projekten und Maßnahmen das gelingen soll, darüber informierten sich die Unternehmerinnen und Unternehmer des regionalen IHK-Gremiums Regensburg in der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim. Die Gremiumsvorsitzende Petra Betz begrüßte dazu seitens der Stadt den dritten Bürgermeister Ludwig Artinger und den Geschäftsführer der Energieagentur Regensburg Ludwig Friedl. „Nachhaltigkeit sowie Klima- und Umweltschutz stehen bei den Unternehmen in Regensburg oben auf der Agenda – auch wenn damit hohe Investitionen verbunden sind, etwa um die Energie- und Ressourceneffizienz zu steigern“, betonte Betz. Parallel entwickelten die Betriebe immer mehr innovative und nachhaltige Produkte sowie Dienstleistungen.
Zu Beginn der Sitzung formierte sich der Vorstand des IHK-Gremiums Regensburg neu: Petra Betz wurde zur Vorsitzenden des IHK-Gremiums gewählt. Die Geschäftsführerin der Stahl Verwaltungs GmbH in Regensburg folgt damit Peter Esser, der Ende 2021 als langjähriger Vorsitzender aus dem Gremium ausschied. Mario Mirbach, Geschäftsführer der Pure Gruppe Architektengesellschaft mbH in Regensburg, bleibt stellvertretender Vorsitzender. Christian Kronseder, Geschäftsführer der Makron GmbH in Neutraubling, wurde neu zum weiteren stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Brückenbauer mit Weitsicht

Zusammen mit IHK-Präsident Michael Matt und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes verabschiedeten die Gremiumsmitglieder den bisherigen Vorsitzenden Peter Esser und dankten ihm für sein außergewöhnliches, ehrenamtliches Engagement. Mit hohem persönlichem Einsatz hat Esser nicht nur die regionale Wirtschaft mit Weitsicht vertreten, sondern sich auch auf überregionaler Ebene außerordentlich in der IHK-Organisation engagiert. Bereits seit 1998 war er Mitglied im IHK-Gremium Regensburg, von 2008 bis Ende 2021 als dessen Vorsitzender. Zudem vertrat er die regionale Wirtschaft seit 1998 durchgehend bis Ende 2021 ehrenamtlich in der IHK-Vollversammlung, von 2003 bis 2013 war er IHK-Präsident.
Von 2007 an gestaltete Esser als Vorstandsmitglied des Deutschen Industrie- und Handelskammertags e.V. (DIHK) in Berlin die Wirtschaftspositionen des Landes mit – 2013 bis 2021 auch als Vizepräsident des DIHK. IHK-Präsident Matt verabschiedete Esser offiziell aus seinen IHK-Ehrenämtern. Esser sei jahrzehntelang ein Brückenbauer für die Wirtschaft und die Region gewesen, der Kirchturmdenken immer kritisierte. So war auch das Zusammenwachsen und die intensive Zusammenarbeit der Wirtschaftsregion Ostbayern – Westböhmen zu großen Teilen Essers Verdienst. Zum Abschied betonte Esser, die wichtigste Aufgabe des IHK-Gremiums sei, den Fokus weiterhin auf einen mutigen und konstruktiven Dialog mit Politik, Verwaltung und Gesellschaft zu richten. Dafür müssten stetig regionalpolitische Positionen und Empfehlungen erarbeitet und bei den zuständigen Akteuren in Politik und Verwaltung eingefordert werden.

Green Deal: Klimaschutz geht nur gemeinsam

Wie wichtig der Austausch zwischen Unternehmen und Verwaltung ist, zeigte die Diskussion mit Bürgermeister Artinger und Energieagentur-Geschäftsführer Ludwig Friedl. Die Stadt Regensburg hat unter der Dachmarke „Green Deal Regensburg“ alle Aktivitäten bezüglich Energie und Klimaschutz gebündelt. Laut Artinger sei Klimaschutz eine der zentralen Aufgaben für die kommenden Jahrzehnte. Die Herausforderungen auf dem Weg zu einem klimaneutralen Standort könnten Wirtschaft, Politik und Gesellschaft aber nur gemeinsam meistern. Mit Blick auf die Versorgungssicherheit, wettbewerbsfähige Preise und den Klimaschutz sei vor allem der Ausbau Erneuerbarer Energien ein wichtiger Baustein. Artinger warb bei den Gremiumsmitgliedern für die geplanten Maßnahmen wie eine Ausweitung von PV-Anlagen oder den Zusammenschluss von Firmen und Wissenschaft, um pragmatische Lösungen für eine nachhaltige Strom- und Wärmeerzeugung zu finden. Die Stadt Regensburg strebt mit dem „Green Deal Regensburg“ bis 2030 eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 65 Prozent an. Der Endenergieverbrauch Regensburgs aus den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr im Stadtgebiet betrug 2019 insgesamt 4.064 Gigawattstunden. Davon fallen auf die Bereiche Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen etwa 51 Prozent, die privaten Haushalte verbrauchen rund 32 Prozent, die Stadt Regensburg selbst nur ein Prozent sowie weitere öffentliche Einrichtungen 16 Prozent. Die Einbindung der Wirtschaft sei deshalb zur Erfüllung der Green Deal-Ziele entscheidend, so die Vertreter der Stadt.
Die Energiewende ist zentraler Bestandteil der Klimaschutzpolitik. Nachhaltigkeit und saubere Energie sind grundlegende Voraussetzungen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Trotzdem müsse mit Blick auf den Ukraine-Krieg und drohende Lieferengpässe bei fossilen Brennstoffen die Energieversorgungssicherheit oberste Priorität haben und Energie bezahlbar bleiben, waren sich die Gremiumsmitglieder einig. Darüber hinaus lasse das Tempo bei der Energiewende nach wie vor zu wünschen übrig, nicht zuletzt aufgrund langwieriger Planungs- und Genehmigungsverfahren. Es sei Aufgabe des Gesetzgebers und der Verwaltungen, bürokratische Hürden schnellstmöglich abzubauen. Nur so könne der Weg hin zu mehr Klimafreundlichkeit bei gleichzeitig stabilen Rahmenbedingungen für Unternehmen gelingen.
(18.05.2022)