Kurzarbeit

Informationen zum Kurzarbeitergeld

Für Unternehmen die z. B. aufgrund unterbrochener Lieferketten oder wegbrechender Absatzmärkte Kurzarbeit anmelden müssen, gilt ein erleichterter Zugang zum Kurzarbeitergeld. Wichtig ist, dass Arbeitsausfälle auf wirtschaftlichen Gründen oder einem unabwendbaren Ereignis beruhen. Hier finden Sie einen Überblick zu den aktuellen Vorschriften.

Das Wichtigste im Überblick

Die Kurzarbeiterregelungen wurden befristet bis 30.06.2022 entschärft:
  • Anspruch auf Kurzarbeitergeld (Kug) besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mindestens 10 Prozent haben
  • Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden kann verzichtet werden
  • Ermöglichung des Kurzarbeitergeldbezugs für Leiharbeitnehmer bis zum 30.06.2022
  • Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden unter bestimmten Voraussetzungen erstattet. Die Erstattung durch die Arbeitsagentur erfolgt bis 31.03.2022 zu 50 Prozent. Von 01.04.2022 bis 30.06.2022 gibt es keine grundsätzliche Erstattung mehr – es ist allerdings weiterhin eine Erstattung von 50 Prozent möglich, sofern die Kurzarbeit mit Qualifizierung verbunden wird.
  • Bis 30.06.2022 gilt unter bestimmten Voraussetzungen eine Bezugsdauer von längstens 28 Monaten
  • Auch Betriebe, die ab 1. Januar 2022 neu oder nach einer mindestens dreimonatigen Unterbrechung erneut Kurzarbeit anzeigen, können bis zum 30. Juni 2022 von den Erleichterungen der Kurzarbeit profitieren
Die Anzeige über Kurzarbeit sowie die Anträge auf Erstattung des Kurzarbeitergeldes können online oder schriftlich eingereicht werden. Achten Sie darauf, dass Sie eine aktuelle Vereinbarung zur Kurzarbeit mit Ihren Mitarbeitern oder Betriebsräten vorab treffen müssen. Sofern Sie die Kurzarbeit mindestens drei Monate unterbrochen haben, müssen Sie eine neue Anzeige bei der Arbeitsagentur stellen!
Das Kurzarbeitergeld wird in folgenden Fällen bezahlt:
  • Der Arbeitsausfall beruht auf wirtschaftlichen Gründen oder auf einem unabwendbaren Ereignis (z.B. Corona-Pandemie)
  • Der Arbeitsausfall ist unvermeidbar
  • Der Arbeitsausfall ist vorübergehender Natur
Achtung: Die “3G oder 2G oder 2Gplus”-Vorgaben allein können keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld begründen!
Darüber hinaus gelten die ursprünglichen Regelungen zum Kurzarbeitergeld z. B. zu den Regelvoraussetzungen oder der Höhe des Kurzarbeitergeldes weiter.
Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Arbeit.
Ansprechpartner für den Erhalt des Kurzarbeitergeldes sind die Arbeitsagenturen vor Ort.
Wichtig:
  1. Unternehmer sollten zuerst überprüfen, ob bereits eine Rechtsgrundlage für Kurzarbeit mit entsprechender Entgeltkürzung besteht. Die Möglichkeit zur Anordnung von Kurzarbeit kann z.B. im Rahmen einer Betriebsvereinbarung oder in einem anzuwendenden Tarifvertrag geregelt sein.
  2. Zunächst muss die Kurzarbeit gegenüber der Agentur für Arbeit mit dem zugehörigen Formular angezeigt werden, bevor im zweiten Schritt das Kurzarbeitergeld beantragt werden kann. Die Anzeige des Arbeitsausfalls muss in dem Monat eingehen, in dem die Kurzarbeit beginnt.
  3. Achtung: Sie haben Ihre Kurzarbeit mindestens drei Monate unterbrochen? Dann müssen Sie eine neue KUG-Anzeige bei der Arbeitsagentur einreichen.
Seit Beginn 2021 gibt es keine besondere Verfahrensregelung zur Einbringung von Urlaub mehr. Es gilt also, dass - wie auch in früheren Jahren - Urlaub zur Vermeidung von Kurzarbeit einzubringen ist, soweit die Urlaubswünsche der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht entgegenstehen (siehe FAQ unten).

Hier finden Sie die zugehörigen Gesetzestexte:

FAQs