Fachthemen
Studien zur Unternehmensnachfolge in Bayern
Bayerisches Wirtschaftsministerium
Große Herausforderung für den bayerischen Mittelstand
Die Unternehmensnachfolge in Bayern gewinnt in den kommenden Jahren massiv an Bedeutung. Laut einer Studie des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie stehen zwischen 2027 und 2031 rund 52.500 Betriebe vor einem Generationenwechsel. Voraussetzung ist ein erwirtschafteter Mindestgewinn von 50.000 Euro. Insgesamt sind davon etwa 668.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen.
Im Vergleich zum Zeitraum 2022 bis 2026 bedeutet dies einen deutlichen Anstieg: Rund 16.000 Unternehmen und 50.000 Beschäftigte mehr müssen sich mit der Frage der Unternehmensübergabe auseinandersetzen. Diese Dynamik und Größenordnung zeigen klar, dass eine erfolgreiche Nachfolgeplanung nicht nur für Unternehmerfamilien und Belegschaften, sondern auch gesamtwirtschaftlich für Bayern von zentraler Bedeutung ist.
Unternehmensnachfolge als wirtschaftspolitisches Schlüsselthema
Die Bewältigung der Nachfolgefrage ist daher ein zentrales Anliegen der bayerischen Wirtschafts- und Mittelstandspolitik. Um den Generationenwechsel nachhaltig zu unterstützen, erhalten Unternehmensnachfolger in Bayern grundsätzlich dieselben attraktiven Förderkonditionen wie Existenzgründer. Ziel ist es, den Fortbestand leistungsfähiger Betriebe zu sichern und Arbeitsplätze langfristig zu erhalten.
Offensive „Unternehmensnachfolge.Bayern“
Um das Thema stärker im Bewusstsein des Mittelstands zu verankern, hat das Bayerische Wirtschaftsministerium gemeinsam mit dem Bayerischen Industrie‑ und Handelskammertag (BIHK) sowie der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern die Initiative „Unternehmensnachfolge.Bayern“ ins Leben gerufen. Die Offensive wird von zahlreichen Partnern aus Wirtschaft und Beratung unterstützt und bündelt Informations‑, Beratungs‑ und Förderangebote rund um die Nachfolge im Unternehmen.
Nachfolge planen – Erfolg sichern
Unter dem Leitspruch „Nachfolge planen – Erfolg sichern“ möchten wir Unternehmerinnen und Unternehmer frühzeitig für die Unternehmensnachfolge sensibilisieren. Eine rechtzeitige Planung erhöht die Erfolgschancen erheblich und schafft Sicherheit für Inhaber, Nachfolger und Mitarbeitende. Gleichzeitig informieren wir über die vielfältigen Unterstützungsangebote zur Nachfolge in Bayern, von Finanzierung über Beratung bis hin zu Förderprogrammen.
Hier geht es zur aktuellen Studie.
Bay. Nachfolgeradar 2026 - Erfolgsfaktoren einer gelungenen Unternehmensnachfolge
IHK für München und Oberbayern und Hochschule München analysieren Erfolgsfaktoren der Unternehmensnachfolge
Die Studie „Bayerischer Nachfolgeradar“ liefert wertvolle Erkenntnisse darüber, welche Faktoren eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass eine gelungene Übergabe weit mehr ist als die Weitergabe von Eigentum oder Verantwortung.
Erfolgreiche Nachfolgeprozesse erfordern Zeit, eine frühzeitige und strukturierte Planung, offene Kommunikation sowie das konstruktive Zusammenspiel aller Beteiligten.
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die Entscheidung für eine interne oder externe Nachfolge weniger von wirtschaftlichen Kennzahlen als vielmehr von Vertrauen, persönlichen Beziehungen und verfügbaren Nachfolgeperspektiven geprägt wird. Während interne Nachfolgelösungen häufiger erfolgreich umgesetzt werden, können beide Modelle zum Erfolg führen, wenn sie rechtzeitig und professionell vorbereitet werden.
Besondere Bedeutung kommt dem unternehmerischen Denken zu. Die Studie zeigt, dass die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens maßgeblich davon abhängt, ob Unternehmergeist, Innovationsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein frühzeitig an die nächste Generation weitergegeben werden. Dabei spielen sowohl die Motivation und Erfahrung der Nachfolgerinnen und Nachfolger als auch die Bereitschaft der Übergebenden, Verantwortung schrittweise loszulassen, eine entscheidende Rolle.
Ein weiterer Erfolgsfaktor liegt in der aktiven Gestaltung des Nachfolgeprozesses. Nachfolgen verlaufen besonders erfolgreich, wenn sie nicht aufgeschoben werden, sondern frühzeitig strukturiert angegangen werden. Nicht das geplante Übergabedatum entscheidet über den Erfolg, sondern der Reifegrad des Nachfolgeprozesses. Dazu gehören auch klare Regelungen für Notfälle und die rechtzeitige Klärung zentraler organisatorischer, finanzieller und persönlicher Fragen.
Die Untersuchung verdeutlicht zudem, dass Vertrauen, gemeinsame Werte und die emotionale Verbundenheit mit dem Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Nachfolge leisten. Gerade in Familienunternehmen bilden diese über Jahre gewachsenen Beziehungen ein wichtiges Fundament für Stabilität, Zufriedenheit und Zukunftsfähigkeit.
Für Gründerunternehmen ergeben sich dabei besondere Herausforderungen. Obwohl sie häufig von einem ausgeprägten Gründergeist geprägt sind, fehlen oftmals gewachsene Nachfolgestrukturen oder familiäre Nachfolgeperspektiven. Umso wichtiger ist es, frühzeitig geeignete Nachfolgeoptionen zu entwickeln und den Übergang strategisch vorzubereiten.
Auch die Wahl der richtigen Begleitung beeinflusst den Nachfolgeerfolg maßgeblich. Während steuerliche und rechtliche Beratung wichtige Sicherheit im Prozess schafft, tragen Coaching, Mediation und strategische Beratung dazu bei, unternehmerisches Denken zu stärken, Konflikte frühzeitig zu lösen und die langfristige Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.
Die Ergebnisse des Bayerischen Nachfolgeradars machen deutlich:
Eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge ist kein einzelnes Ereignis, sondern ein langfristiger Entwicklungsprozess. Wer frühzeitig handelt, Verantwortung überträgt, die richtigen Rahmenbedingungen schafft und sowohl wirtschaftliche als auch menschliche Faktoren berücksichtigt, legt den Grundstein für den nachhaltigen Fortbestand des Unternehmens über Generationen hinweg.
Eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge ist kein einzelnes Ereignis, sondern ein langfristiger Entwicklungsprozess. Wer frühzeitig handelt, Verantwortung überträgt, die richtigen Rahmenbedingungen schafft und sowohl wirtschaftliche als auch menschliche Faktoren berücksichtigt, legt den Grundstein für den nachhaltigen Fortbestand des Unternehmens über Generationen hinweg.