Verkehrsinfrastruktur

Handlungsfeld Straße

Autobahn A3

Die A3 ist nach der A7 die zweitlängste Autobahn Deutschlands. Sie ist Bestandteil des TEN-Korridors Rhein-Donau und verknüpft das Rhein-Main-Gebiet mit Österreich und Südosteuropa. Überdies ist die A3 eine bedeutende Lebensader des Wirtschaftsraums Oberpfalz / Kelheim.
Im Abschnitt vom Autobahnkreuz Regensburg bis zur Anschlussstelle Rosenhof wurde bereits ein 6-streifiger Ausbau durchgeführt. Dieser ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 auch von der Anschlussstelle Nittendorf bis zum Autobahnkreuz Regensburg mit der höchsten Dringlichkeitsstufe vorgesehen. Neben dem Ausbau der A3 selbst umfasst dieser Abschnitt auch den ohnehin anstehenden Neubau der Autobahnbrücke bei Sinzing. Im Zusammenhang mit dem sechsspurigen Ausbau ist darüber hinaus auch eine Verbesserung des Autobahnkreuzes selbst zu prüfen. Dieses ist derzeit nicht in den Planungen des Bundesverkehrswegeplans enthalten. In der 2005 veröffentlichten „Verkehrsuntersuchung Großraum Regensburg“ wurde beispielsweise eine Ertüchtigung durch den Bau einer halbdirekten Verbindungsrampe von der A93 Nord zur A3 Ost vorgeschlagen.
Kurz-/mittelfristig
  • Sechsspuriger Ausbau der A3 von der Anschlussstelle Nittendorf bis zum Autobahnkreuz Regensburg inkl. entsprechendem Neubau der Sinzinger Autobahnbrücke
  • Ertüchtigung des Autobahnkreuzes Regensburg (bspw. durch den Bau einer halbdirekten Verbindungsrampe)

Pfaffensteiner Tunnel und Brücke

Der Pfaffensteiner Tunnel ist eine der am stärksten belasteten Engstellen im ostbayerischen Straßennetz. Eine Generalsanierung der beiden Tunnelröhren ist zwingend erforderlich. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens ist darüber hinaus eine Erweiterung der bestehenden zwei Fahrspuren um einen zusätzlichen Verflechtungsstreifen je Röhre notwendig. Neben dem Tunnel ist auch die zugehörige Brücke sanierungsbedürftig. Als eine der wenigen leistungsfähigen Donauquerungen droht sie die Verkehrssituation andernfalls noch zu verschärfen.
Für die regionale Wirtschaft birgt Bauzeit erhebliche Risiken: Über Jahre hinweg werden zentrale Pendler- und Warenströme massiv beeinträchtigt. Die Autobahn GmbH des Bundes, Stadt- und Landkreis Regensburg sowie viele weitere regionale Akteure sind daher aufgerufen, sich bestmöglich auf die Bauzeit vorzubereiten. Der eingerichtete Projektbeirat stellt den ersten richtigen Schritt dar. Darin erarbeitete Vorschläge müssen rechtzeitig umgesetzt werden, um eine positive Wirkung zu erzielen. Neben Maßnahmen zur Attraktivierung von Verkehrsmitteln des Umweltverbundes müssen auch Verbesserungen im Straßennetz geprüft und angegangen werden.
Bei der Sanierung der Pfaffensteiner Brücke muss das Ziel sein, ihre Leistungsfähigkeit an die Erfordernisse der erweiterten Tunnelröhren anzupassen. Erweiternde Maßnahmen, beispielsweise in Form von zusätzlichen Fahrspuren oder Verbesserungen an den Anschlussstellen werden hierfür explizit begrüßt, um Tunnel und Brücke zukunftsgerecht auszubauen.
Kurz-/mittelfristig
  • Frühzeitige Vorbereitung auf die Generalsanierungen von Pfaffensteiner Tunnel und Brücke durch Erarbeitung und Umsetzung unterstützender Maßnahmen
Längerfristig
  • Erweiterung des Pfaffensteiner Tunnels um einen Verflechtungsstreifen je Röhre
  • Anpassung der Pfaffensteiner Brücke entsprechend der Leistungsfähigkeit eines erweiterten Tunnels

Straßenausbau im Großraum Regensburg

Die Verkehrssituation im Großraum Regensburg beeinflusst weit über die Stadt- und Landkreisgrenzen hinaus die Mobilität von Personen und Gütern. In den vergangenen Jahren hat die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur nicht mit der wirtschaftlichen Entwicklung Schritt gehalten. Die Folge sind Staus auf den Straßen sowie Verzögerungen und eine fehlende Angebotsausweitung auf der Schiene. Regensburg entwickelt sich zunehmend zum Flaschenhals für die Wirtschaft Ostbayerns.
Um eine Verbesserung herbeizuführen sind bei Straßen auch zukünftig Aus- und Neubauten notwendig. Viele zentrale Maßnahmen sind bereits viele Jahre bekannt und wurden in Ihrer Wirkung gutachterlich bestätigt. So würde der Bau einer weiteren Donaubrücke im Stadtwesten (z.B. Kneitinger Brücke oder Parallelbrücken zur Pfaffensteiner Brücke) die Verkehrssituation an den bestehenden Brücken verbessern und könnte gleichzeitig auch dem Umweltverbund dienen, wenn entsprechende Fahrspuren, P+R-Plätze und Ähnliches vorgesehen werden. Die Realisierung der Regensburger Nordspange[1] würde nicht nur die Verkehrssituation am Pfaffensteiner Tunnel entlasten, sondern brächte vor allem dem Regensburger Norden eine leistungsfähige Verbindung über den Regen. Zukünftig könnte der Verkehr gebündelt und schallgeschützt fließen, anstatt unkontrolliert das untergeordnete Straßennetz zu belasten. Durch die Einhausung würden Wohn- und Lebensqualität der angrenzenden Grundstücke deutlich steigen. Durch den Bau der Nordspange werden voraussichtlich weitere Anpassungen entlang der Nordgaustraße notwendig werden. Ob und welche Maßnahmen, sollte frühzeitig untersucht und umgesetzt werden. Eine Weiterführung der Osttangente bis zur B15 nördlich von Zeitlarn brächte eine weitere wichtige Alternativroute für den aus Norden kommenden Verkehr.
Durch den Bau der Südspange R30 von der A93 bei Bad Abbach nach Köfering könnten sowohl das Autobahnkreuz Regensburg als auch die A3 entlastet werden. Zusammen mit den nördlichen Maßnahmen würde eine großräumige Ostumfahrung Regensburgs geschaffen werden. Der lokal umstrittene Stich nach Neutraubling stellt einen wichtigen Baustein für die Wirkkraft der R30 dar, da er die schnelle Erreichbarkeit von Gewerbegebieten im Regensburger Südosten ermöglicht, ohne bestehende Kreuzungen zu überlasten.
Kurz-/mittelfristig
  • Bau der Nordspange Regensburg bestehend aus dem Neubau der Sallerner Regenbrücke, einem Umbau des Lappersdorfer Kreisels sowie dem Ausbau und der Einhausung der Nordgaustraße
  • Bau der Südspange R30 von der A93 bei Bad Abbach nach Köfering inkl. Ostumfahrung von Niedertraubling und Stich nach Neutraubling
Längerfristig
  • Verlängerung der Osttangente bis zur B15 nördlich von Zeitlarn
  • Bau einer weiteren Donaubrücke im Stadtwesten z.B. in Form einer Kneitinger Brücke oder Parallelbrücken zur Pfaffensteiner Brücke
  • Gegebenenfalls weitere Anpassung der Nordgaustraße (bspw. auf Höhe DEZ-Kreuzung) entsprechend der höheren Leistungsfähigkeit, die sich durch den Bau der Nordspange Regensburg ergibt

Bundesstraßen B85 und B20

Die B85 ist eine wichtige Verkehrsachse zur Anbindung der autobahnfernen Wirtschaftszentren Cham und Roding. Darüber hinaus ist sie für weite Teile der Oberpfalz eine wichtige Querverbindung zwischen Autobahnen und Bundesstraßen. Der Anteil am Schwerlastverkehr ist heute bereits überproportional hoch, weshalb Überholbereiche oft nicht genutzt werden können. Der Überholdruck führt immer wieder zu schweren Unfällen. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit braucht es in einem ersten Schritt einen durchgehend dreispurigen Ausbau von Amberg über die nahe Autobahn A6, die A93 bei Schwandorf und die B16 bei Roding bis zu den Anschlussstellen der Bundesstraßen B20 und B85 bei Cham. Längerfristig sind durchgehend vierspurige Fahrbahnen wünschenswert, um die vorhandenen Erreichbarkeitsdefizite abzumildern. Wünschenswert wäre darüber hinaus ein dreispuriger Ausbau der B470 zwischen der A9 bei Pegnitz und der B85 bei Auerbach in der Oberpfalz, um den Landkreis Sulzbach-Rosenberg besser an das überregionale Straßennetz anzubinden.
Die B20 ist neben der A93 die wichtigste Nord-Süd-Verbindung im ostbayerischen Raum. In Furth im Wald führt sie über den bedeutendsten Grenzübergang zwischen Bayern und Tschechien. Sie verbindet die A3 bei Straubing mit Cham und dem tschechischen Grenzland. Die Verkehrssituation ist durch einen hohen Anteil an landwirtschaftlichem und Schwerlastverkehr gekennzeichnet. Ein vierspuriger Ausbau der B20 zwischen Cham und der A3 bei Straubing würde die aktuelle Situation spürbar verbessern. In Verbindung mit dem vierspurigen Ausbau der B85 zwischen Amberg und Cham könnte darüber hinaus eine großräumige Umfahrung der hochbelasteten A 93 bei Regensburg geschaffen werden.
Kurz-/mittelfristig
  • Durchgehend dreispuriger Ausbau der B85 von Amberg, über die nahe A6, die A93 bei Schwandorf und die B16 bei Roding bis zu den Bundesstraßen B20 und B85 bei Cham
  • Dreispuriger Ausbau der B470 zwischen der A9 bei Pegnitz und der B85 bei Auerbach i. d. Oberpfalz
  • Vierspuriger Ausbau der B20 von der A3 bei Straubing bis zur B85 bei Cham
Längerfristig
  • Durchgehend vierspuriger Ausbau der B85 von der A6 bei Amberg über die A93 bei Schwandorf und die B16 bei Roding bis zu den Bundesstraßen B20 und B85 bei Cham

Bundesstraße B16

Die B16 zwischen Regensburg und Günzburg stellt als Querverbindung zwischen ‎den Autobahnen A3, A93, A9 und A8 einen wichtigen Standortfaktor für die nahen Wirtschaftsräume dar. Sie ist eine der wichtigsten Verbindungen und Entwicklungsachsen zwischen dem Westen und Osten Bayerns. Für viele ansässige Betriebe ist eine leistungsfähige B16 das Tor zu wichtigen Beschaffungs-, Absatz- und Arbeitsmärkten. Aufgrund des prognostizierten Verkehrsanstiegs ist ein weiterer Ausbau der B16 dringend notwendig. Die Industrie- und Handelskammern entlang der B16 setzen sich daher gemeinsam für einen durchgängigen und mindestens dreispurigen Ausbau ein.
Im Zuständigkeitsgebiet der IHK Regensburg betrifft dies vorrangig einen Ausbau bei Bad Abbach (Lengfeld), zwischen Saal a. d. Donau und Abensberg sowie bei Neustadt a. d. Donau (Mühlhausen). Zwischen Regensburg und Roding weist die B16 insgesamt hohe Verkehrszahlen auf. Die höchste Belastung findet sich zwischen Sallern-Gallingkofen und Haslbach, weshalb ein vierspuriger Ausbau dieses Abschnitts in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wurde. In der Weiterführung zwischen Haslbach und Roding ist die Fertigstellung des dreispurigen Ausbaus dringend notwendig, um das Erreichbarkeitsdefizit des deutsch-tschechischen Grenzgebietes, insbesondere zum Oberzentrum Regensburg, zu mindern.
Kurz-/mittelfristig
  • Abschnittsweise dreispuriger Ausbau zwischen Regensburg und Ingolstadt
  • Vierspuriger Ausbau im Abschnitt Sallern-Gallingkofen – Haslbach
  • Dreispuriger Ausbau zwischen Haslbach und Roding (Altenkreith)
Längerfristig
  • Durchgängiger und mindestens dreispuriger Ausbau zwischen Regensburg und Günz

Bundesstraße B15neu

Die B15neu ist eine leistungsfähige Fernverbindung in den Südosten Bayerns. In den letzten Jahren konnte der vierspurige Ausbau von der A93 bei Saalhaupt bis zur A92 bei Essenbach realisiert werden. Um ihr volles Potential erreichen zu können, muss die B15neu vierspurig bis zur A8 bei Rosenheim weitergeführt werden. Hierdurch würde sie als großräumige Umfahrung des überlasteten und staugefährdeten Ballungsraums München wirken und wäre eine wichtige Verbindung zu den Märkten im Süden und Südosten Europas. Dringlichster Schritt ist dabei die Schaffung einer leistungsfähigen Ostumfahrung Landshuts. Diese wurde dementsprechend auch im Bundesverkehrswegeplan in die Liste der Maßnahmen mit vordringlichem Bedarf aufgenommen.
Kurz-/mittelfristig
  • Schaffung einer leistungsfähigen Ostumfahrung Landshuts
Längerfristig
  • Weiterführung der B15neu als vierspurige Verbindung von der A92 bei Essenbach bis zur A8 bei Rosenheim

Bundesstraße B299

Die B299 ist eine wichtige Verkehrsverbindung innerhalb des Wirtschaftsraums Oberpfalz-Kelheim sowie von und nach Ober- und Niederbayern. Aktuelle Verkehrszählungen haben noch keine durchgängige Überlastung ergeben, allerdings kommt es stellenweise bereits heute zu erhöhtem Verkehrsaufkommen und einem hohen Anteil des Schwerlastverkehrs. Um eine Überlastung der Infrastruktur vorzubeugen, sollte daher frühzeitig ein abschnittsweiser dreispuriger Ausbau vorgesehen werden. Im Fokus stehen dabei die Abschnitte Amberg – Neumarkt – Berching – Beilngries (Paulushofen) sowie Neustadt a. d. Donau (Marching) – Siegenburg – Landshut. Letzterer ist auch Teil der Hauptroute für chemische Produkte zwischen Neustadt a. d. Donau bzw. Ingolstadt und dem bayerischen Chemiedreieck um Burghausen.
Kurz-/mittelfristig
  • Abschnittsweise dreispuriger Ausbau zwischen Amberg – Neumarkt – Berching – Beilngries (Paulushofen) und Neustadt a. d. Donau (Marching) – Siegenburg – Landshut
[1]Bau der Sallerner Regenbrücke in Verbindung mit dem Umbau des Lappersdorfer Kreisels sowie einem Ausbau und einer Einhausung der Nordgaustraße