Verkehrsinfrastruktur

Handlungsfeld Güterverkehr

Schienengüterverkehr stärken

Ein erfolgreicher Wandel im Güterverkehr setzt auf eine stärkere Verlagerung von Transporten auf Schiene und Wasserstraße. Eine Förderung von Einzelwagenverkehren verhindert Rückverlagerungen auf die Straße und schafft Anreize für neue Verkehre – zumindest so lange, bis Reformen und Infrastrukturmaßnahmen greifen. Langfristiges Ziel ist ein beihilfefreier Schienengüterverkehr. Ergänzend sollte geprüft werden, ob eine Mautbefreiung für Lkw im Vor- und Nachlauf gebrochener Verkehre deren Wettbewerbsfähigkeit verbessern kann.
Kurz-/mittelfristig
  • Wiedereinführung einer rechtskonformen Förderung von Einzelwagenverkehren
  • Prüfung einer Mautbefreiung für Lkw im Vor- und Nachlauf gebrochener Verkehre
Längerfristig
  • Entwicklung eines beihilfefreien, wettbewerbsfähigen Schienengüterverkehrs

Lang-Lkw stärker nutzen

Lang-Lkw können Volumengüter wirtschaftlicher und umweltverträglicher transportieren. Zudem können sie die gleiche Gütermenge mit weniger Fahrpersonal transportieren. Das komplette Autobahnnetz sollte daher für Lang-Lkw freigegeben oder zumindest die Anmeldung neuer Strecken für Lang-Lkw beschleunigt und Strecken ohne sicherheitstechnische Bedenken genehmigt werden. Diese Fahrzeuge sollten auch für den Transport bestimmter, klassifizierter Gefahrgüter freigegeben werden. Gerade im Sammelgüterverkehr, bei dem meist das Ladevolumen der limitierende Faktor ist, würde dies zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit wie auch des Klimaschutzes beitragen.
Kurz-/mittelfristig
  • Beschleunigte Anmeldung und Genehmigung neuer Strecken für Lang-Lkw ohne sicherheitstechnische Bedenken
  • Zulassung von Lang-Lkw für den Transport bestimmter, klassifizierter Gefahrgüter
Längerfristig
  • Freigabe des gesamten Autobahnnetzes für Lang-Lkw

Ausreichend Lkw-Parkplätze bereitstellen und Fahrverbote praxistauglich regeln

Entlang von Autobahnen fehlten 2023 bundesweit rund 20.000 Lkw-Stellplätze, allein in Bayern fast 4.000. Überfüllte Rastplätze führen zu erhöhten Unfallgefahren und Verstößen gegen Lenk- und Ruhezeiten. Ein beginnender Trend hin zur E-Mobilität im Schwerlastverkehr würde die Situation noch verschärfen, da Ruhepausen zum Laden genutzt werden müssten. Zur Lösung müssen bestehende Anlagen erweitert, geschlossene Stellplätze reaktiviert und neue Flächen geschaffen werden. Neue, großflächige Gewerbegebiete sollten verpflichtend mit ausreichend Lkw-Parkplätzen ausgestattet werden. Darüber hinaus sollte es in bestehenden Gewerbegebieten erlaubt werden, für eine begrenzte Zeit – beispielsweise in den Nachtstunden – mit Lkws zu parken, um die angespannte Parksituation zu entschärfen. Innovative Konzepte wie digitale Belegungsanzeigen verbessern die Planungssicherheit. Parkplätze sollten dabei nicht nur als eine ausreichend große Fläche verstanden werden, sondern auch Übernachtungsmöglichkeiten, sanitäre Einrichtungen, Lademöglichkeiten und Sicherheitsstandards zum Schutz vor Ladungsdiebstahl bieten. Unterstützend sollten Lkw-Fahrverbote an Feiertagen nicht erst um 22:00 Uhr enden, sondern beispielsweise bereits um 20:00 Uhr. Dies erleichtert die Planung, trägt zu realistischeren Betriebsabläufen bei und erhöht die Flexibilität.

Gewerbeflächen für Logistik sichern

Geeignete Logistikflächen sind zunehmend knapp. Kommunen sollten verhindern, dass bestehende Flächen umgewidmet werden. Bei der Entwicklung größerer Gewerbeflächen sollte berücksichtigt werden, dass auch Flächen für Logistikansiedlungen verfügbar bleiben. Investitionen in Logistik sichern Arbeitsplätze, stärken den Standort und gewährleisten die Versorgung von Unternehmen und Bevölkerung.
Kurz-/mittelfristig
  • Vermeidung der Umwidmung bestehender Logistikflächen
  • Berücksichtigung logistischer Anforderungen in der kommunalen Flächenplanung
  • Integration von Logistikflächen in die Planung neuer Gewerbegebiete
  • Kommunikation der systemischen Relevanz der Logistikbranche zur Stärkung der Akzeptanz
Längerfristig
  • Entwicklung regionaler Flächenstrategien zur Sicherung und Ausweisung geeigneter Logistikstandorte
  • Integration der Logistikbedarfe in übergeordnete Raumordnungs- und Infrastrukturkonzepte