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Nr. 7098586
IHK-Studie
Industrie 4.0 in Nordbayern: Reifegrad der Unternehmen steigt, kleine Betriebe unter Druck
Veröffentlicht am
Die als Industrie 4.0 bezeichnetet Transformation hin zu vernetzten und digitalen Produktionsprozessen schreitet in der nordbayerischen Industrie weiter voran. Gleichzeitig belasten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Investitionsfähigkeit vieler Unternehmen. Das zeigt die IHK-Studie „Industrie 4.0 – Reifegrad-Messung 2025“, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH im Auftrag der sechs nordbayerischen Industrie- und Handelskammern durchgeführt hat.
Der durchschnittliche Reifegrad bei der Umsetzung von Industrie 4.0 ist gegenüber der letzten Erhebung im Jahr 2022 um fünf Prozent gestiegen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen hat bereits erste Maßnahmen umgesetzt. Gleichzeitig bewerten die Betriebe die Chancen von Industrie 4.0 zurückhaltender als in früheren Jahren. Dies deutet auf eine sinkende Investitionsbereitschaft infolge der aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheiten hin. An der Befragung beteiligten sich 266 Unternehmen, davon 219 Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe.
Künstliche Intelligenz gewinnt an Bedeutung
Erstmals wurde auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz detailliert abgefragt. Die Ergebnisse zeigen eine grundsätzlich positive Einschätzung: Drei Viertel der Unternehmen beschäftigen sich bereits intensiv oder punktuell mit KI-Anwendungen und sehen darin überwiegend Chancen.
Finanzierung und Fachkräfte bleiben zentrale Herausforderungen
Als größte Herausforderungen für die Umsetzung von Industrie 4.0-Projekten nennen 73 Prozent der Unternehmen die fehlende Finanzkraft und 71 Prozent den anhaltenden Fachkräftemangel. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Studienergebnissen wider: Während sich die Unternehmen bei Strategie, vernetzten Prozessen und intelligenten Produkten verbessert haben, ist der Reifegrad im Bereich Mitarbeiterkompetenzen zurückgegangen.
Kleine Unternehmen mit besonderem Handlungsbedarf
Deutliche Unterschiede zeigen sich zudem nach Unternehmensgröße: Große Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitenden erreichen häufiger hohe Reifegrade als kleinere Betriebe. Besonders deutlich wird die Differenz bei der KI-Nutzung. Während 54 Prozent der großen Unternehmen sich intensiver mit KI beschäftigen, sind es bei den kleineren Betrieben nur 17 Prozent. Diese Unternehmen laufen Gefahr, bei der digitalen Transformation den Anschluss zu verlieren.