Digitalisierung
Mobilfunkstandard 5G
Was ist 5G?
5G ist der aktuell modernste Mobilfunkstandard. Er ermöglicht sehr schnelle Datenübertragungen und reagiert nahezu in Echtzeit. Im Vergleich zum bisherigen Standard LTE (max. 300 Mbit/s) ist 5G theoretisch bis zu 33-mal schneller und ermöglicht Datenraten von bis zu 10 GBit/s. In der Praxis liegt die durchschnittliche Download-Geschwindigkeit in Deutschland bei aktuell 131,2 Mbit/s (Stand 2025). Das bedeutet: Webseiten und Videos laden schneller, Verbindungen sind stabiler und zuverlässiger.
Wofür wird 5G gebraucht?
5G ist besonders wichtig für neue technische Entwicklungen. Dazu gehören:
- Industrie 4.0: Maschinen und Fabriken können besser miteinander vernetzt werden. Besonders bei automatisierten Produktionsprozessen und der Fernwartung von Maschinen bietet 5G entscheidende Vorteile. Experten schätzen, dass es weltweit bis 2025 mehr als 70 Milliarden vernetzte Geräte gibt – viele davon in industrieller Anwendung.
- 5G-Campus-Netzwerke: Industriebetriebe können private 5G-Netzwerke für ihre Standorte aufbauen und nutzen. Diese lassen sich passgenau auf anspruchsvolle industrielle Anwendungen ausrichten.
- Autonomes Fahren: Fahrzeuge müssen Daten in Echtzeit austauschen – ein Muss für sichere und zuverlässige autonome Systeme.
- Robotik und Sensoren: Arbeitsprozesse werden schneller und genauer gesteuert. Mit Latenzzeiten von nur 1 Millisekunde bietet 5G ideale Voraussetzungen für zeitempfindliche, unternehmenskritische Anwendungen.
- Virtuelle Realität (VR) und Erweiterte Realität (AR): Diese Anwendungen sind durch 5G erst flüssig und sicher nutzbar.
- IoT und Smart Cities: Millionen von Sensoren und Geräten können gleichzeitig miteinander kommunizieren.
Wie funktioniert 5G?
5G nutzt neue Frequenzbereiche, vor allem zwischen 2 und 3,6 Gigahertz (GHz). Ein kleinerer Teil arbeitet auch im mmWave-Bereich (Millimeterwellen) zwischen 30 und 300 GHz. Zum Vergleich: 4G LTE nutzt Frequenzen unter 6 GHz.
Je höher die Frequenz, desto mehr Daten können übertragen werden. Allerdings ist die Reichweite bei höheren Frequenzen geringer. Deshalb sind mehr Sendemasten notwendig als bei älteren Mobilfunkstandards. In Deutschland gibt es derzeit über 49.000 Basisstationen für den 5G-Mobilfunk – und über 90.000 5G-Antennen insgesamt sind aktiv im Betrieb.
Wer profitiert von 5G?
Unternehmen: Besonders die Industrie, Logistik und das Bauwesen können von 5G profitieren. Die Vernetzung von Maschinen, Standorten und Lieferketten wird schneller, effizienter und kostengünstiger. Mit der Möglichkeit, 5G-Campus-Netzwerke zu betreiben, können Betriebe ihre Infrastruktur an spezifische Anforderungen anpassen.
Bürgerinnen und Bürger: 5G verbessert das mobile Internet im Alltag merklich. Die 5G-Abdeckung in Deutschland beträgt aktuell etwa 92,5 Prozent der Fläche und erreicht bereits 98 Prozent der Haushalte. Schnelleres Surfen, flüssigeres Video-Streaming in höherer Qualität, zuverlässigere Verbindungen und bessere Netzabdeckung auch in ländlichen Gebieten werden damit Realität.
Startups und Innovatoren: 5G eröffnet neue Geschäftsmodelle und technische Möglichkeiten, die bislang nicht umsetzbar waren.
Warum ist Glasfaser wichtig für 5G?
Ein 5G-Mobilfunkmast benötigt eine schnelle und stabile Datenanbindung zum Kernnetz. Die beste Lösung dafür ist ein Anschluss mit Glasfaser. Richtfunk, der vor allem im ländlichen Raum verwendet wird, reicht bei 5G oft nicht aus – die erforderlichen Datenmengen sind zu groß. Daher ist der Ausbau von Glasfaserleitungen entscheidend, damit 5G überall zuverlässig und mit hoher Qualität funktioniert.
Wie geht es weiter? Ein Blick auf 6G
Der Nachfolger von 5G ist 6G. Dieser Standard wird derzeit weltweit entwickelt und wird voraussichtlich ab dem Jahr 2030 in ersten Pilotprojekten, später flächendeckend verfügbar sein. Die internationale Standardisierung hat 2025 mit einer intensiven Forschungsphase begonnen. Release 20 der 3GPP-Standards (2025–2026) enthält erste 6G-Studien, Release 21 (bis Ende 2028) wird die ersten normativen 6G-Standards liefern.
6G wird noch höhere Datenraten (im Terabit-Bereich) ermöglichen – erste Tests haben bereits Geschwindigkeiten von 50 GBit Download in 1,4 Sekunden demonstriert. Dazu kommen noch kürzere Reaktionszeiten und neue Frequenzbereiche. Dies könnte zum Beispiel den Einsatz von vollständig autonomen Fahrzeugen, hochaufgelösten Hologrammen, echten Echtzeit-Anwendungen und noch intelligentere IoT-Ökosysteme weiter vorantreiben. Parallel werden die Anforderungen an die Energieeffizienz und Sicherheit wachsen.