Standortgemeinschaften brauchen Rückhalt
Lebendige Innenstädte, attraktive Gewerbestandorte und starke lokale Netzwerke sind zentrale Bausteine erfolgreicher wirtschaftlicher Entwicklung – auch in Brandenburg. Die imakomm-Studie. „Kompass für Deutschland: Standortgemeinschaften der Zukunft“, zeigt, welchen wesentlichen Beitrag Standortgemeinschaften wie Gewerbevereine, City- und Stadtmarketing-Initiativen zur Stabilisierung und Weiterentwicklung von Wirtschaftsstandorten leisten und wo konkrete Handlungsspielräume bestehen.
Mit der Studie "Kompass für Deutschland: Standortgemeinschaften der Zukunft“ , die mit der Unterstützung von 55 IHKn erstellt wurde, liegen erstmals systematisch erhobene Kennzahlen und Vergleichswerte vor, die Standortgemeinschaften, Kommunen und politische Entscheidungsträger bei der strategischen Weiterentwicklung von Innenstädten und Gewerbestandorten unterstützen können. Die Ergebnisse liefern eine fundierte Grundlage, um Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche und zukunftsfähige Standortbelebung auch in Brandenburg weiterzuentwickeln.
Zentrale Herausforderungen in Brandenburg
Als zentrale Herausforderungen der Standortgemeinschaften in Brandenburg wurden von den teilnehmenden Standortgemeinschaften folgende Punkte genannt:
- Mitgliedermotivation: Nur ein kleiner Teil der organisierten Mitglieder bringt sich aktiv in die praktische Arbeit ein, wodurch die Projekte und Maßnahmen der Gemeinschaften stark von wenigen Ehrenamtlichen getragen werden.
- Leerstandsmanagement in Innenstädten: Die Pflege, Belebung und Attraktivität der Zentren erfordert strategische Ansätze, um Leerstände zu vermeiden und die Frequenz zu steigern.
- Innenstadt im Umbruch: Demografische Veränderungen, neue Nutzungsanforderungen und veränderte Einkaufsgewohnheiten stellen Städte und Gemeinden vor große Herausforderungen.
Ehrenamt stößt an Grenzen
Ehrenamtliche Vorstände investieren durchschnittlich rund 20 Stunden pro Monat – eine jährliche Arbeitsleistung im Gegenwert von über 15.000 Euro. Trotz dieses Engagements stoßen viele Ehrenamtliche an ihre Grenzen. Nur etwa 15 % der Mitglieder sind aktiv eingebunden, was deutlich macht, dass zusätzliche Mitmach-Impulse dringend erforderlich sind. Viele Gemeinschaften berichten zudem von Mitgliederschwund, einer alternden Basis und begrenzten personellen Ressourcen, wodurch die ehrenamtlichen Strukturen stark belastet werden.
Ein weiterer Engpass liegt in der Organisation von Veranstaltungen: Ein großer Teil der Budgets fließt in Weihnachtsmärkte, Stadtfeste oder verkaufsbegleitende Aktionen, die ohne kommunale Unterstützung kaum zu bewältigen sind. Die Studie zeigt damit, dass eine erfolgreiche Standortbelebung nur im engen Zusammenspiel von Ehrenamt, Gewerbe und Kommune gelingen kann.
Die Studie macht deutlich, dass eine nachhaltige Standortbelebung langfristig nur durch eine stärkere Professionalisierung, eine breitere Mitgliederbasis, zusätzliche Mitmach-Anreize und die Unterstützung durch hauptamtliche Strukturen gelingen kann. Hierbei sind auch die Kommunen gefordert.
Weitere Ansätze und Beispiele
Weitere Lösungsansätze und Good Practice Beispiele können Sie in der Studie nachlesen.
Unterstützt wurde die imakomm-Studie von 55 IHKn, darunter die drei Brandenburger IHKn, die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland und der City-Management-Verband Ost e.V. Sie stellt erstmals systematisch die Strukturen und Akteure erfolgreicher Standortgemeinschaften in den Mittelpunkt
Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) ist eine Kooperation der drei Industrie- und Handelskammern im Land Brandenburg. Sie vertritt die Interessen von etwa 160.000 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen.