Handlungsfeld 3: Energiewende & Nachhaltiges Wirtschaften
Energie ist eine der wichtigsten Ressourcen und Grundlage unseres Wohlstands. Eine bezahlbare, diversifizierte und resiliente Energieversorgung ist entscheidend für unsere Zukunftsfähigkeit und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sowie den Erhalt der Industriearbeitsplätze.
Die Energiewende bietet Chancen für neue wirtschaftliche Entwicklungen in Ostwürttemberg. Kern des Umbaus ist die Umstellung auf erneuerbare Energien sowie deren intersektorale Vernetzung miteinander. Dazu gehören der Ausbau der Erzeugungskapazitäten (PV, Windkraft und erneuerbare Gase), intelligenter Speicherlösungen und ein leistungsfähiger Netzausbau. Wasserstoff- und CO2-Abscheidungs-Projekte spielen eine Schlüsselrolle für energieintensive Branchen und umweltfreundliche Mobilität.
Gleichzeitig fördern wir innovative Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle. Ostwürttemberg setzt sich für eine bezahlbare und nachhaltige Energiewende ein – von der Energieversorgung über den wichtigen Netz- und Speicherausbau bis hin zur Wärmeplanung. Im Zusammenspiel mit einer hohen Ressourceneffizienz und dem zentralen Hebel der Kreislaufwirtschaft kann unsere Region zukunftsorientiert wirtschaften. Für die Themen Energiewende und nachhaltiges Wirtschaften konzentrieren wir uns auf eine effiziente Flächennutzung und die Schaffung von Synergien, um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu sichern.
Erneuerbare Energien – Erzeugung, Speicher und Netz
Wir sind Erzeugerregion für erneuerbare Energien. Startpunkt der Energiewende ist die Bereitstellung von Flächen für die Erzeugung von erneuerbaren Energien und deren intersektorale Vernetzung. Speichermöglichkeiten – elektrische und molekulare – müssen unbedingt Berücksichtigung finden, ebenso wie der wichtige Netzausbau für Wasserstoff-, Wärme- und Stromnetze.
| Projekte | Projektverantwortliche |
|---|---|
| Regionalplan 2035 & Teilfortschreibung Wind/PV | Regionalverband |
| Netzentwicklungsplan der Bundesnetzagentur | Kommunen |
| VernEEtzt Ostwürttemberg | Reginalverband |
| Betriebliche Projekte erneuerbarer Energien | KEFF+, ZEKK, IHK |
| Stärkung der gesellschaftlichen Akzeptanz | ZEKK |
Wasserstoffprojekte / Wasserstoffregion Ostwürttemberg
Ostwürttemberg ist auf dem Weg zur Wasserstoffregion. Als Speichermedium für die Energiewende ist Wasserstoff wichtig und kann zudem als multifunktionaler Energieträger auch für die Mobilität z.B. im Schwerlastverkehr und im Industriesektor als Brennstoff oder zur stofflichen Nutzung verwendet werden. Ostwürttemberg sieht Wasserstoff als wichtige Stütze für die Energiewende und wird seine Wasserstoffprojekte (Elektrolyseure, Verteilnetze und Industrieprodukte) weiter vorantreiben.
| Projekte | Projektverantwortliche |
|---|---|
| H2Ostwürttemberg | Landkreise |
| H2Netze Ostwürttemberg | Landkreise |
| Süddeutsche Erdgasleitung (SEL) | Landkreise, Städte & Gemeinden |
| H2Wandel Modellregion Grüner Wasserstoff | Landkreise, Schwäbisch Gmünd, IHK |
| H2-Aspen - Technologiepark mit 10MW-Elektrolyseur | Stadt Schwäbisch Gmünd |
CO₂-Abscheidung, -Speicherung und -Nutzung
Ostwürttemberg will CO₂ als Rohstoff nutzbar machen und damit neue Wertschöpfungspotenziale erschließen. Im Fokus stehen innovative Technologien zur Abscheidung, Speicherung (Carbon Capture and Storage – CCS) und stofflichen Nutzung (Carbon Capture and Utilization – CCU) von CO₂. Kooperationen, Infrastruktur, Technologietransfer und gezielte Förderansätze sind zentrale Hebel zur Umsetzung CO₂-relevanter Innovationsprojekte.
| Projekte | Projektverantwortliche |
|---|---|
| Catch4Climate | Zementherstellerkooperation, Stadt Heidenheim |
| CCU/CCS-Technologien | Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Landkreise |
Wärmeplanung für die Region
Der Umbau der Wärmeversorgung ist ein weiterer Bestandteil der Energiewende und eine Schlüsselaufgabe für die kommunale Daseinsvorsorge. In Zeiten steigender Energiepreise, des Klimawandels und geopolitischer Abhängigkeiten gewinnt eine sichere, klimafreundliche und bezahlbare Wärmeversorgung zunehmend an Bedeutung. Ziel ist es, Unternehmen und Kommunen auf dem Weg zu einer dekarbonisierten Wärmeversorgung systematisch zu begleiten und dabei lokale Potenziale zu nutzen. Die Kommunale Wärmeplanung (KWP) stellt hierfür das strategische Werkzeug dar.
In Ostwürttemberg sind die Großen Kreisstädte bereits verpflichtet, kommunale Wärmepläne zu erstellen; andere haben sich in Kooperationsverbünden – sogenannten „Konvois“ – zusammengeschlossen, um gemeinsam effektive Lösungen zu entwickeln. Der Stand der Wärmeplanung ist dabei lokal unterschiedlich. Die KWP ermöglicht es Städten und Gemeinden, sektorenübergreifend zu planen, lokale Wärmequellen zu identifizieren und klimafreundliche Infrastrukturen wie Wärmenetze oder Nahwärmelösungen gezielt auszubauen.
| Projekte | Projektverantwortliche |
|---|---|
| Gemeinsame und Regionale Energieagentur ZEKK | Landkreise |
| Unternehmerische Wärmeplanung | Betroffene Unternehmen |
| Kommunale Wärmeplanung | Städte und Gemeinden |
Kreislaufwirtschaft
Eine zukunftsfähige Region denkt Wirtschaft und Ressourcen zusammen. Die Kreislaufwirtschaft ist ein zentraler Hebel für ökologische Nachhaltigkeit, regionale Wertschöpfung und wirtschaftliche Resilienz. Anstelle eines linearen Verbrauchsmodells setzt sie auf die Wiederverwendung, Reparatur, Aufbereitung und das Recycling von Produkten und Materialien. So werden Abfälle zu Ressourcen und regionale Stoffströme effizienter und unabhängiger gestaltet. In Ostwürttemberg bestehen bereits vielfältige Ansätze zur Förderung der Kreislaufwirtschaft – vom Cradle-to-Cradle-Netzwerk über regionale Recyclingstrategien und der Effizienzsteigerung durch Holzwertschöpfungsketten bis hin zu Bildungsprojekten zur Abfallvermeidung. Ziel ist es, diese Initiativen zu vernetzen, innovative Geschäftsmodelle zu unterstützen und Kommunen, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger aktiv einzubeziehen.
| Projekte | Projektverantwortliche |
|---|---|
| Nachhaltige Gewerbegebiete | Kommunen, Regionalverband |
| Klimaneutralität in der Verwaltung | Kommunen |
| Nachhaltige Abfallwirtschaft | Landkreise |
| Weiterentwicklung des Craddle-to-Craddle-Netzwerks | Ostalbkreis |
| Holzwertschöpfungskette Ostwürttemberg | WiRO, Landkreise |
| Zukunftsforum in Oberkochen | Stadt Oberkochen, Ostalbkreis |
Netzwerk Nachhaltigkeit
Wissenstransfer und Vernetzung sind zentrale Hebel für nachhaltige Transformation. Mit dem IHK-Netzwerk für betriebliche Nachhaltigkeitsbeauftragte und dem Aufbau eines kommunalen Netzwerks schafft Ostwürttemberg Plattformen für fachlichen Austausch, praxisnahe Impulse und die Nutzung von Synergien. Ziel ist es, nachhaltige Lösungen gemeinsam voranzubringen, Kompetenzen zu bündeln und neue Projekte anzustoßen.
Teilnehmende des Netzwerktreffens Nachhaltigkeit erhielten inspirierende Einblicke bei der Werksführung der Arnulf Betzold GmbH in Ellwangen.
