Verkehr & Wirtschaft in Ostwürttemberg

IHK widerspricht der Darstellung des VCD

Die IHK Ostwürttemberg stellt klar, dass sich ihre Arbeit bezüglich der Verkehrsinfrastruktur keineswegs einseitig auf den Straßenverkehr konzentriert. Sie reagiert damit auf einen offenen Brief des Kreisverbands Heidenheim des Verkehrsclubs Deutschland (VCD).
„Vielmehr setzen wir uns seit vielen Jahren intensiv und kontinuierlich für eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur in unserer Region ein“,
betont IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler.
Die IHK Ostwürttemberg ist seit der Gründung der Interessengemeinschaft (IG) Brenzbahn im Jahr 2014 aktives Mitglied und hat sich in zahlreichen Sitzungen und Gesprächen konsequent für den Ausbau sowie die Elektrifizierung der Strecke ausgesprochen. IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler war fast zehn Jahre lang stellvertretender Vorsitzender dieser IG.
„Mit der Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung für die Leistungsphasen 1–4 im Dezember 2025 ist ein wichtiger Meilenstein erreicht worden, für den wir uns gemeinsam mit vielen Partnern und über viele Jahre eingesetzt haben“,
betont er. Die entsprechenden Positionierungen und Pressemeldungen der IHK Ostwürttemberg zum Ausbau der Brenzbahn dokumentieren dieses Engagement deutlich.
Zuletzt wurde das Thema Brenzbahn Anfang Februar beim Besuch des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Ulrich Lange, erneut adressiert und dabei ausdrücklich weitere Beschleunigungen im Verfahren eingefordert.
„Auch hier machten wir deutlich, dass wir eine zügige Umsetzung für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region als notwendig erachten“,
erklärt Thilo Rentschler.
Die IHK Ostwürttemberg kommuniziert ihre verkehrspolitischen Positionen nicht nur öffentlich, sondern schreibt regelmäßig die jeweils relevanten politischen Entscheidungsträger auch direkt an.
„Dies gilt selbstverständlich auch für unsere Aktivitäten rund um die Brenzbahn. Beispielhaft verweisen wir auf unsere IHK-Forderung ‚Ausbau der Brenzbahn jetzt!‘ vom Februar 2025, in der das gesamte IHK-Präsidium einen raschen Ausbau nachdrücklich angemahnt hatte."
Darüber hinaus ist die IHK Ostwürttemberg Mitglied der Interessengemeinschaft Schienenkorridor Stuttgart–Nürnberg und bringt sich dort aktiv in die Diskussion um Verbesserungen der Schienenanbindung ein.
„Ebenso engagieren wir uns in Gesprächen und Arbeitsgruppen bei der Suche eines geeigneten Standorts für einen neuen Railport in Ostwürttemberg, beispielsweise auch mit der Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn, Dr. Clarissa Freundorfer. Dabei arbeiten wir u.a. mit dem Regionalverband, den beiden Landkreisen, Kommunen, Unternehmen, der Deutschen Bahn sowie weiteren Partnern aktiv zusammen“,
erklärt der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Fragen der Flächenverfügbarkeit, der Finanzierung, der Kapazitäten im Schienennetz sowie die berechtigten Anliegen von Anwohnern machen deutlich, dass solche Projekte „dicke Bretter“ sind, die Ausdauer und Abstimmung erfordern. „Als Industrie- und Handelskammer wollen wir die Interessen unserer Mitgliedsunternehmen vertreten. Diese spiegeln uns sehr deutlich wider, dass die aktuellen Gegebenheiten auf der B 19 zu erheblichen Belastungen führen – sowohl für Mitarbeiter auf dem täglichen Arbeitsweg als auch im Bereich der Warenlogistik. Zunehmend wird uns berichtet, dass die verkehrliche Situation zu einem spürbaren Standortnachteil wird“, betont Rentschler weiter.
„Vor diesem Hintergrund ist es unsere Aufgabe, wie jüngst uns auch für notwendige Straßensanierungsprojekte einzusetzen und auf bestehende Engpässe aufmerksam zu machen.“
Im Fall der Kochertalbrücke auf der B 19 geht es der IHK Ostwürttemberg zudem nicht um klassischen Ausbau, sondern um den Bau einer Ersatzbrücke neben der Bestehenden, bevor diese dann abgerissen wird. Damit soll verhindert werden, dass der Verkehr bis zu zwei Jahre großflächig umgeleitet wird, was zu zusätzlichen Umweltbeeinträchtigungen führen würde.
„Unser Ziel ist eine funktionierende, bedarfsgerechte Mobilität in der Region sicherzustellen. Für unsere Mitgliedsunternehmen zählen verlässliche, leistungsfähige und passende Verkehrsanbindungen – und dazu gehören sowohl die Schiene als auch die Straße“,
sagt Thilo Rentschler abschließend.