Verkehrspolitik im Dialog
Verbesserungen bei Straßen- und Schieneninfrastruktur sind dringend notwendig und unaufschiebbar
Das IHK-Präsidium unter Vorsitz von IHK-Präsident Markus Maier traf sich mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Ulrich Lange zum Austausch über Themen der Verkehrsinfrastruktur in der Region. Im Fokus standen dabei die Ertüchtigung der B19 zwischen Unterkochen und Königsbronn (Kochertalbrücke; Knoten Oberkochen-Süd) sowie der Ausbau der Brenzbahn (teilweise zweigleisig sowie Elektrifizierung). Beim Gespräch mit dabei waren neben IHK-Präsident Markus Maier und Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler auch MdL Tim Bückner sowie Vertreter der Landratsämter Heidenheim und Ostalb.
Die IHK Ostwürttemberg hatte sechs konkrete Themen auf der Agenda. IHK-Präsident Markus Maier stellte die Bedeutung der Bundesstraße B 19 zwischen Aalen und Heidenheim als regionale Verkehrsachse mit stark wachsender Belastung heraus.
„Ihre Funktions- und Leistungsfähigkeit ist essenziell für die regionale Wirtschaft. Bezüglich der Kochertalbrücke besteht akuter Handlungsbedarf. Ein Ersatzbau ist unabdingbar, ebenso wie der Ausbau des Knotens Oberkochen-Süd. Dass wir an Lösungen dafür arbeiten, sind wir den Unternehmen in der Region schuldig“,
betonte Markus Maier. IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler unterstrich, dass die Region an der Lösung der Infrastrukturprobleme mit beiden Landräten weiterarbeiten will.
„Wir wollen aufzeigen, wo es hakt und konkrete Lösungen dafür angehen“,
betonte er.
Gewichtige Themen auf Straße und Schiene
Neben den beiden B 19-Themen Kochertalbrücke und Knoten Oberkochen-Süd stand der Ausbau der Brenzbahn sowie der Bundesstraße B 29 zwischen Lauchheim und Nördlingen auf der Agenda. Gesprochen wurde zudem über die Probleme des Güterverkehrs auf der Brenzbahn sowie eine stärkere Nutzung der Strecke durch Unternehmen aus der Region. Die beiden Güterverkehrs-Themen waren bereits beim Austausch mit der Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn fürs Land, Dr. Clarissa Freundorfer, im August 2025 seitens der IHK adressiert worden.
„Wir verfolgen als Region diesen kooperativen Ansatz mit der Politik und machen konkrete Lösungsvorschläge, um rasch zu Ergebnissen zu kommen. Diese Linie unterstrichen auch die beiden IHK-Vizepräsidenten Stefan Müller (Carl Zeiss AG) und Dr. Jörg Steffen Rieger (RUD Ketten). Sie sicherten die Unterstützung ihrer Unternehmen bei der Umsetzung verkehrsinfrastruktureller Maßnahmen zu."
Staatssekretär Ulrich Lange reicht die Hand
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Ulrich Lange, zeigte sich optimistisch, was das Angehen der regionalen Projekte angeht.
„Die allgemeine Stimmungslage wird schlechter dargestellt als das, was sich durch die Sondervermögen für die Infrastruktur an Chancen eröffnen“,
betonte Ulrich Lange. Er richtete den Fokus auf das,
„was wir gemeinsam Schritt für Schritt voranbringen können“.
Bezüglich der Kochertalbrücke und dem Anschluss Oberkochen-Süd sieht er alle Hausaufgaben als gemacht an. Er schlug einen Vor-Ort-Termin vor, bei dem alle notwendigen Akteure unter fachlicher Begleitung seines Ministeriums nach einer guten Lösung suchen. Staatssekretär Lange betonte, dass die Mittel für fertig vorbereitete Maßnahmen bereitstünden.
„Der Kostenrahmen bei Tiefbaumaßnahmen wird derzeit in der Regel durch die Bauunternehmen eingehalten. Die Kapazitäten stehen zur Verfügung.“
Erläuterungen zur Brenzbahn
Ulrich Lange wurden der aktuelle Planungsstand inklusive der Zahlen aus dem Planungs- und Finanzierungsvertrag für den Ausbau der Brenzbahn ausführlich erläutert. Dabei wurde deutlich, dass es einer Förderung durch den Bund bedarf. Auch hier zeigte sich der Staatssekretär gesprächsbereit. Er informierte über zur Verfügung stehenden Gelder und Programme und verwies auf das derzeit im parlamentarischen Prozess befindliche Beschleunigungsgesetz für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.
Er schlug ein direktes Fachgespräch unter Beteiligung seines Ministeriums vor, bei dem alle Möglichkeiten ausgelotet werden und die Planungsschritte detailliert beleuchtet werden können.
„Vielleicht schaffen wir so eine Beschleunigung der Verfahren. Das sind erfreuliche Perspektiven, die wir gerne weiterverfolgen. Die dazu notwendigen Hausaufgaben werden wir rasch angehen“,
erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler dazu.
Bezüglich der andiskutierten Güterverkehrs-Themen auf der Brenzbahn gab Staatssekretär Ulrich Lange Einblicke in den Umbau des Konzerns Deutsche Bahn. Er sehe Chancen, dass dadurch das Thema Schieneninfrastruktur in Zukunft effizienter angegangen werden könne. Dadurch eröffneten sich Chancen, mehr Güterverkehr auf die Schiene zu bringen.
Lob für die Planung an B 29
Beim Thema Ausbau und Anbindung der Bundesstraße B 29 in Richtung Nördlingen sehen sowohl die IHK, das Landratsamt Ostalb sowie Ulrich Lange den Prozess auf gutem Weg.
„Ich sehe die beiden Regionen an der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg Hand in Hand arbeiten“,
sagte Ulrich Lange.
Mit dem dreispurigen Ausbau zwischen Lauchheim und Röttingen wird bald begonnen. Seitens des Ostalbkreises stehe die Agenda für den Ausbau im weiteren Verlauf zwischen Autobahn A 7 und Aalen (Anschlussstellen Affalterried, Hüttlingen und Oberalfingen). Seitens der IHK wurde für die konstruktive Zusammenarbeit ein Dank an das Bundesverkehrsministerium ausgesprochen.
Insgesamt wurde das Gespräch als äußerst konstruktiv und zielführend seitens der IHK bewertet.
„Wir dürfen Infrastrukturprojekte nicht vom Problem her denken, sondern müssen auf pragmatisches Vorgehen und konsequenten Dialog setzen. Diese Ansätze waren im Gespräch vorhanden. Dafür danken wir sehr herzlich“,
betonte IHK-Präsident Markus Maier.
Der Parlamentarische Staatssekretär Ulrich Lange (3.v.li.; CSU) bei seinem Besuch in der IHK Ostwürttemberg in Heidenheim, umrahmt von (v. li.) MdL Tim Bückner, IHK-Präsident Markus Maier, IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler sowie den IHK-Vizepräsidenten Ulrich Betzold und Bernd Richter.
