IHK Ostwürttemberg

Ein Ausblick auf das IHK-Jahr 2026

Ostwürttemberg steht vor einem Jahr wichtiger Weichenstellungen. 2026 wird ein Jahr, in dem demokratische Mitbestimmung, Investitionen in Bildung, europäische Vernetzung und die Förderung von Zukunftskompetenzen zusammenkommen. Die IHK Ostwürttemberg setzt dabei klare Akzente – für ihre Mitgliedsunternehmen und für die gesamte Region.
Die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen bleiben anspruchsvoll: Transformation, Fachkräftesicherung, Energiefragen und internationale Wettbewerbsfähigkeit prägen den Alltag vieler Unternehmen. Gleichzeitig zeigt sich, dass gerade in herausfordernden Zeiten verlässliche Strukturen, starke Netzwerke und mutige Investitionen den Unterschied machen. Die IHK Ostwürttemberg geht 2026 diesen Weg konsequent weiter – gemeinsam mit ihren rund 30.000 Mitgliedsunternehmen.
Dabei stehen mehrere Projekte im Fokus, die sinnbildlich für das Selbstverständnis der IHK stehen: unternehmerische Selbstverwaltung, moderne berufliche Bildung, Verantwortung übernehmen, Zukunft gestalten – europäischer Dialog, regionale Präsenz und gezielte Nachwuchs- und MINT-Förderung.

Das Parlament der regionalen Wirtschaft

Ein zentrales Ereignis im Jahr 2026 ist die Wahl zur Vollversammlung der IHK Ostwürttemberg. Mit ihren 50 Mitgliedern ist sie das oberste Beschlussorgan der IHK und das Parlament der gewerblichen Wirtschaft in der Region. Die aktuelle Amtsperiode endet zum Jahreswechsel 2026/27, weshalb die Mitgliedsunternehmen im Herbst 2026 aufgerufen sind, eine neue Vollversammlung zu wählen.
Die Vollversammlung bestimmt den wirtschaftspolitischen Kurs der IHK, beschließt über Beiträge und Gebühren, legt den Wirtschaftsplan fest und wählt aus ihrer Mitte den Präsidenten sowie das Präsidium. Sie vertritt die Interessen der regionalen Wirtschaft gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit – branchenübergreifend und unabhängig.
Die Zusammensetzung des Gremiums spiegelt die Wirtschaftsstruktur Ostwürttembergs wider: Industrie, Handel, Dienstleistungen sowie Banken und Versicherungen sind ebenso vertreten wie Unternehmen unterschiedlichster Größe. Die Tätigkeit erfolgt ehrenamtlich und lebt vom Engagement der Unternehmerinnen und Unternehmer.
Zur Vorbereitung der Wahl hat die amtierende Vollversammlung bereits im Dezember 2025 einen Wahlausschuss eingesetzt. Dieser ist für die Terminplanung, die Bekanntmachungen und die ordnungsgemäße Durchführung des Wahlverfahrens zuständig, sodass im Januar 2027 eine neu gewählte Vollversammlung ihre Arbeit aufnehmen kann.

Zukunft bauen: Bildung als Schlüssel zum Erfolg

Ein sichtbares Zeichen für Zukunftsorientierung setzt die IHK Ostwürttemberg mit dem Bildungsanbau am Standort Heidenheim. Mit dem Spatenstich im Oktober 2025 begann ein Projekt, das Ende 2026 fertiggestellt sein soll und die berufliche Weiterbildung in der Region auf ein neues Niveau hebt.
Der Erweiterungs- und Umbau umfasst einen modernen Neubau mit acht flexibel nutzbaren Seminar- und Veranstaltungsräumen auf rund 500 Quadratmetern Fläche. Insgesamt investiert die IHK Ostwürttemberg rund acht Millionen Euro in den Standort. Neben dem Neubau wird das Bestandsgebäude energetisch saniert, erhält ein neues Treppenhaus, einen Aufzug sowie ein erweitertes Foyer. Eine zweite Photovoltaikanlage, ein Batteriespeicher und eine geothermisch betriebene Wärmepumpe sorgen künftig für eine nachhaltige Energieversorgung.
Während der Bauphase bis Ende 2026 finden Lehrgänge, Seminare und Prüfungen in externen Räumlichkeiten in Heidenheim und Aalen statt. Flexibilität ist in dieser Zeit gefragt – zugleich ist sie ein notwendiger Schritt hin zu einer modernen Lernumgebung. Ab Januar 2027 werden alle Weiterbildungsangebote unter dem Dach der IHK-Akademie in Heidenheim gebündelt. Digitale Lernformate, eine neu gestaltete Website, personalisierte Empfehlungen und eine kostenlose Weiterbildungsberatung ergänzen das Angebot.
Neue Lehrgänge wie der Nachhaltigkeitsbeauftragte (IHK), Projektmanager (IHK) oder der Geprüfte Industriemeister Mechatronik im Online-Format zeigen, wie praxisnah und zukunftsorientiert berufliche Bildung heute gedacht wird.

Ostwürttemberg in Europa: Delegationsreise nach Brüssel

Europa entscheidet – und Ostwürttemberg mischt mit. Vom 23. bis 25. März 2026 reist eine Delegation aus Unternehmerinnen und Unternehmern sowie politischen Entscheidungsträgern nach Brüssel. Ziel ist es, die Perspektiven der regionalen Wirtschaft direkt in die europäischen Institutionen einzubringen.
Gespräche mit EU-Kommissaren, Kabinettchefs, Europaabgeordneten und Fachreferenten stehen auf dem Programm. Thematisch geht es unter anderem um Energiepolitik, Wettbewerbsfähigkeit, Transformation in Automobil- und Maschinenbau, Forschung und Innovation sowie verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen.
Für die Teilnehmenden bedeutet die Reise: Impulse aus erster Hand, direkte Kontakte in die EU-Ebene und die Möglichkeit, eigene Anliegen frühzeitig zu platzieren. Die IHK Ostwürttemberg versteht sich dabei als Brückenbauerin zwischen regionaler Wirtschaft und europäischer Politik.

Präsenz in der Region: Landesgartenschau Ellwangen

2026 wird Ellwangen zur Bühne für Natur, Stadtentwicklung und Begegnung: Die Landesgartenschau bringt die Stadt an der Jagst neu zum Blühen und zieht Besucherinnen und Besucher aus dem ganzen Land an.
Auch die IHK Ostwürttemberg wird sich im Rahmen der Landesgartenschau an verschiedenen Veranstaltungen beteiligen. Im Mittelpunkt stehen der Austausch mit Unternehmen, das Sichtbarmachen wirtschaftlicher Themen und die Frage, wie attraktive Lebensräume und wirtschaftliche Stärke zusammenwirken. Die Landesgartenschau bietet damit eine ideale Plattform, um Wirtschaft in Ostwürttemberg erlebbar zu machen.

MINT stärken: Fachkräfte von morgen fördern

Ein weiterer Schwerpunkt im Jahr 2026 ist die gezielte Förderung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Gemeinsam mit dem digiZ Ostwürttemberg und der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd baut die IHK Ostwürttemberg ihre Aktivitäten weiter aus.
Mit zwei geförderten MINT-Stellen werden Netzwerke gestärkt, erfolgreiche Projekte sichtbar gemacht und neue Kooperationen zwischen Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft und Politik aufgebaut. Ziel ist es, junge Menschen früh für technische und naturwissenschaftliche Themen zu begeistern, Talente zu fördern und langfristig die Fachkräftebasis der Region zu sichern.
Die MINT-Region Ostwürttemberg kann dabei auf starke Strukturen aufbauen: drei MINT-Zentren, das MINT-Cluster Ostwürttemberg, Projekte wie Makeathon, Jugend forscht oder innovative Formate wie MINTfluencer zeigen, wie lebendig und vielfältig MINT-Bildung in der Region bereits ist – und welches Potenzial noch gehoben werden kann.

Gemeinsam nach vorne

2026 steht für Verantwortung, Beteiligung und Zukunftsgestaltung. Die IHK Ostwürttemberg versteht sich dabei als Plattform, Impulsgeberin und starke Stimme der regionalen Wirtschaft. Gemeinsam mit ihren Mitgliedsunternehmen will sie die Chancen des Wandels nutzen – für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft, attraktive Arbeitsplätze und eine lebenswerte Region Ostwürttemberg.