Wirtschaft in Ostwürttemberg
Nr. 7022246
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Praxiswissen für Unternehmen

Zwei Formate zeigen Wege zur Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit bleibt für viele Unternehmen ein relevantes Thema, unabhängig von zuletzt angepassten Berichtspflichten. Anforderungen aus Lieferketten, steigende Erwartungen von Kunden und Banken sowie neue Vorgaben zur Nachhaltigkeitskommunikation erhöhen den Handlungsdruck. Im Rahmen des Netzwerks Nachhaltigkeit wurden dazu zwei praxisnahe Formate in den vergangenen Wochen umgesetzt, die Unternehmen konkrete Orientierung boten.

Nachhaltigkeitsberichterstattung pragmatisch umsetzen

Im digiZ Heidenheim fand ein Workshop zum VSME-Standard statt, organisiert vom Transformationsnetzwerk Ostwürttemberg gemeinsam mit der IHK Ostwürttemberg und der IHK Ulm. Der VSME-Standard richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen und bietet einen pragmatischen Rahmen für eine freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung. Er ermöglicht es Unternehmen, strukturiert Transparenz zu schaffen und sich frühzeitig auf künftige Anforderungen vorzubereiten.
Inhaltlich begleitet wurde der Workshop von Alexander Spahn und Katharina Kollehn von CSR Tools. Im Mittelpunkt standen neben den Grundlagen des Standards vor allem konkrete Umsetzungsfragen. Die Teilnehmenden arbeiteten an ersten Bausteinen für ihren eigenen Nachhaltigkeitsbericht und diskutierten, wie Berichterstattung sinnvoll in bestehende Unternehmensprozesse integriert werden kann. Deutlich wurde: Wer frühzeitig Strukturen aufbaut, verschafft sich strategische Vorteile und erhöht die Glaubwürdigkeit gegenüber Marktpartnern.

Nachhaltigkeit glaubwürdig kommunizieren – ohne Greenwashing und Vertrauensverlust

Ergänzend dazu widmete sich ein Webinar der Frage, wie Nachhaltigkeit rechtssicher und wirksam kommuniziert werden kann. Unter dem Titel „Nachhaltigkeit richtig kommunizieren – ohne Greenwashing & Vertrauensverlust“ zeigte Eleonora Kurbanov, Senior Sustainability Expert bei uptodate sustainable solutions GmbH, wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsaussagen transparent und belastbar gestalten. Hintergrund ist die geplante stärkere Regulierung von Nachhaltigkeitskommunikation, unter anderem durch die Integration der EmpCo-Richtlinie in das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.
Im Fokus standen die Notwendigkeit einer fundierten Datenbasis, klarer interner Zuständigkeiten und einer konsistenten Kommunikationsstrategie. Nachhaltigkeitskommunikation sollte nicht isoliert erfolgen, sondern eng mit Unternehmensführung, Umwelt- und Sozialthemen verzahnt sein. Nur so lassen sich Reputationsrisiken vermeiden und Vertrauen bei Kunden und Öffentlichkeit aufbauen.
Das Fazit aus beiden Formaten: Nachhaltigkeit entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Managementthema. Unternehmen, die Berichterstattung und Kommunikation frühzeitig strukturiert angehen, schaffen Transparenz, reduzieren Risiken und stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit. Das Netzwerktreffen Nachhaltigkeit bietet dafür praxisnahe Impulse und einen wertvollen Austausch auf Augenhöhe.

Ausblick auf das nächste Netzwerktreffen Nachhaltigkeit

Biodiversität im Fokus (28.04.2026): In diesem Format vor Ort im Weleda Erlebniszentrum in Schwäbisch Gmünd erfahren Unternehmen, warum der Erhalt der biologischen Vielfalt eine ökonomische Notwendigkeit ist und wie sie durch gezielte Maßnahmen auf dem eigenen Betriebsgelände oder in der Lieferkette einen Beitrag zum Naturschutz leisten können.
Netzwerk Nachhaltigkeit: Unser Netzwerk für Nachhaltigkeitsbeauftragte und Interessierte schafft Raum für fachlichen Austausch und Vernetzung und liefert Impulse und Praxisbeispiele zu aktuellen Themen. Interessierte Unternehmen können sich bei Lena Detel, IHK Ostwürttemberg, melden: detel@ostwuerttemberg.ihk.de.



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