Wirtschaft in Ostwürttemberg
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Modellregion für erfolgreichen Wandel

Ostwürttemberg präsentiert Masterplan 2.0

Ostwürttemberg stellt mit dem Masterplan 2.0 die strategische Agenda für die Transformation der Region bis 2035 vor. Die Offensive „Zukunft Ostwürttemberg“, getragen von über 20 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, präsentiert konkrete Maßnahmen in sechs strategischen Handlungsfeldern – von Innovationsökosystemen über Infrastruktur, Energiewende und Resilienz bis hin zu Bildung, Fachkräftesicherung und Standortmarketing. Der Masterplan zeigt, wie Ostwürttemberg seine Rolle als „Region der Talente und Patente“ stärkt und sich als Modellregion für erfolgreichen Wandel positioniert. Er macht zudem deutlich: Die Region hat in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte erzielt – und stellt nun die Weichen für die nächsten Jahre.
Die Offensive „Zukunft Ostwürttemberg“ hat heute ihren Masterplan 2.0 (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 4509 KB) vorgestellt und damit die strategische Grundlage gelegt, wie sich die wirtschaftsstarke Region bis 2035 weiterentwickeln will. Mehr als 20 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung arbeiten seit 2021 im engen Schulterschluss daran, die Transformation aktiv zu gestalten, Innovation zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern.
„Wir haben die Stärken der Region ausgebaut und zugleich die Weichen gestellt, um den Wandel in all seinen Facetten zu meistern“,
betont IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler im Namen des Steuerungskreises. Der Masterplan 2.0 ist die Fortschreibung einer erfolgreichen vierjährigen Offensive, die bereits sichtbare Ergebnisse hervorgebracht hat. Dazu zählen unter anderem über 200 Veranstaltungen mit rund 5.000 Teilnehmenden, die Einrichtung großer Wasserstoff- und Energieprojekte, neue Innovations- und Qualifizierungsangebote sowie eine Vielzahl politischer Initiativen – darunter die Konferenz der Region in Berlin im Herbst 2024.

Innovation als Motor des Wandels

Mit Platz drei bei der Patentdichte bundesweit und Platz zwei bei der Zahl der Weltmarktführer pro Einwohner gehört Ostwürttemberg zu den innovativsten Regionen Deutschlands. Die Projekte des Masterplans 2.0 zielen darauf auf, dieses Potenzial gezielt auszubauen und definiert Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Photonik, Materialwissenschaften oder Robotik als Zukunftstreiber. Dabei wird ein übergreifendes Innovationsökosystem geschaffen, das Unternehmen, Start-ups und Hochschulen enger vernetzt. Die Region setzt konkret unter anderem auf Technologienetzwerke, Hochschulentwicklung, Transformations-Challenges, die KI-Werkstatt Mittelstand und den weiteren Ausbau des Start-up-Ökosystems und auch Soziale Innovationen. Gleichzeitig positioniert sich Ostwürttemberg strategisch im Hinblick auf die künftige EU-Strukturförderperiode.
„Innovation ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis kluger Kooperation. Unser Innovationsökosystem schafft die Rahmenbedingungen, um Unternehmen mit der Forschung und Start-ups so zusammenzubringen, dass die Entwicklung marktfähiger Produkte und neuer Geschäftsfelder dynamisch vorangetrieben werden kann“,
sagt Landrat Dr. Joachim Bläse, Koordinator für das Handlungsfeld „Innovationsökosystem“.

Energiewende & nachhaltiges Wirtschaften als Standortvorteil

Ostwürttemberg macht ernst mit der Energiewende: Die Region treibt Wasserstoffprojekte, erneuerbare Energien, Netzausbau und Speichertechnologien voran. Der Masterplan sieht zudem vor, CO₂-Abscheidung und -Nutzung als neue Wertschöpfungsform zu etablieren, Kreislaufwirtschaft stärker zu vernetzen und Wärmeplanungen voranzubringen. Das IHK-Netzwerk der Nachhaltigkeitsbeauftragten der Region mit über 170 Mitgliedern stärkt den fachlichen Austausch.
„Wir wollen eine Energiewende, die sowohl klimafreundlich als auch wirtschaftlich tragfähig ist. Ostwürttemberg kann Vorreiter sein, wenn wir Erzeugung, Netze und Speicher intelligent verbinden“,
sagt Landrat Peter Polta, zugleich Koordinator für das Handlungsfeld Energiewende und Nachhaltigkeit. Besonders im Fokus steht die Rolle des Wasserstoffs – etwa für industrielle Prozesse oder klimaneutrale Mobilität. Bereits heute ist die Region Teil des nationalen Wasserstoff-Kernnetzes und der Elektrolyseur in Schwäbisch Gmünd gehört zu den größten in Süddeutschland.

Infrastruktur & Flächen: Fundament für Wachstum

Moderne Verkehrsanbindungen, ein leistungsfähiges Glasfaser- und Mobilfunknetz sowie ausreichend Gewerbe- und Wohnflächen sind zentrale Voraussetzungen für wirtschaftliche Dynamik. Ostwürttemberg sieht sich hier gut aufgestellt – gleichzeitig aber auch vor großen Aufgaben.
„Zukunft braucht Fläche. Wenn wir Unternehmen die Chance geben wollen zu wachsen, müssen wir Flächen, Verkehrswege und digitale Infrastruktur konsequent weiterentwickeln“,
erklärt Gerhard Kieninger, Vorsitzender der Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ostwürttemberg. Der Regionalverband hat die Koordination für das Handlungsfeld “Infrastruktur & Flächen” übernommen. Der Masterplan priorisiert deshalb den Ausbau von Schiene und Straße, vor allem an überregionalen Korridoren, und setzt auf eine beschleunigte digitale Infrastrukturentwicklung. Zudem wird ein strategisches Flächenmanagement etabliert, da durch die Transformation kurzfristig bis zu 100 Hektar Gewerbefläche neu nutzbar werden. Auch die Schaffung von Wohnraum wird als entscheidender Faktor für die Gewinnung von Fachkräften hervorgehoben.

Resiliente Region: Sicherheit als wirtschaftliche Grundlage

Geopolitische Veränderungen, hybride Bedrohungen, Klimarisiken und technologische Abhängigkeiten stellen neue Herausforderungen dar. Ostwürttemberg reagiert darauf mit einem systematischen Ansatz zur Stärkung von Sicherheit, Daseinsvorsorge und Krisenfähigkeit – sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich.
„Resilienz ist das neue Fundament unseres Wohlstands. Wir müssen als Region in der Lage sein, Krisen vorauszudenken und ihnen entschlossen zu begegnen“,
sagt Thilo Rentschler in Vertretung von Thorsten Drescher, Stellv. Hauptgeschäftsführer der IHK Ostwürttemberg und Koordinator des Handlungsfeldes “Resiliente Region”. Der Masterplan adressiert die Umsetzung des bundesweiten Operationsplans Deutschland, die Stärkung des Bevölkerungsschutzes, die Anpassung an Extremwetterereignisse sowie Projekte zur Cybersicherheit, Energie- und Rohstoffsicherheit. Auch ein IHK-Netzwerk für die Verteidigungswirtschaft ist bereits gestartet. Hier geht es um Anforderungen aus dem Operationsplan für die Region, Sicherheitskonzepte in Unternehmen und Chancen im Defense-Markt.

Bildung & Beschäftigung: Menschen befähigen und Fachkräfte sichern

Der Wandel verlangt neue Kompetenzen und kluge Strategien für den Arbeitsmarkt. Die Fachkräfteallianz Ostwürttemberg sowie das Netzwerk „Berufliche Weiterbildungs- und Qualifizierungsregion” (BeWeQO) unter Führung von Markus Kilian, Geschäftsführer von Südwestmetall, und Stefan Schubert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, koordinieren die Akteure und Projekte des Handlungsfeldes "Bildung & Beschäftigung". Die Stärkung und Attraktivitätssteigerung von Berufen mit Zukunft, Weiterbildungsinitiativen und Fachkräftegewinnung innerhalb der Region und auch international sind die Schwerpunkte. Projektbeispiele sind der Job-Bus Ostwürttemberg, die MINT-Region oder auch die Weiterbildungsmentoren, welche Betriebe beraten.
„Transformation gelingt nur, wenn Menschen die Chance bekommen, sich weiterzuentwickeln. Wir investieren daher gezielt in Qualifizierung, Übergänge und internationale Fachkräfte“,
betonen Markus Kilian und Stefan Schubert. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der besseren Nutzung inländischer Potenziale, dem Ausbau von Wiedereinstiegsangeboten sowie der Anwerbung internationaler Talente.

Standortmarketing: Region der Talente und Patente stärken

Ostwürttemberg konkurriert mit über 100 deutschen und mehr als 1.000 europäischen Regionen um Fachkräfte, Unternehmen und Investitionen. Der Masterplan setzt daher klar auf moderne Standortkommunikation – unter anderem mit der Kampagne „Region der Talente und Patente“ und der Botschafterkampagne „Zukunftslieferer“.
„Wir zeigen selbstbewusst, was unsere Region ausmacht: Innovationskraft, Lebensqualität und echte Chancen für Talente“,
sagen die Landräte Dr. Joachim Bläse und Peter Polta in ihrer Funktion als Aufsichtsratsvorsitzende der Wirtschaftsfördergesellschaft WiRO. Der Transformationskongress oder die MAKE Ostwürttemberg sind wichtige Leuchtturmveranstaltungen. Die Transformationsausstellung mit ihren Erfolgsgeschichten des Wandels wird fortgesetzt und soll Mut machen und die Chancen des Wandels aufzeigen.

Gemeinsamer Auftrag bis 2035

Die Offensive „Zukunft Ostwürttemberg“ bleibt ein Gemeinschaftsprojekt: getragen von Landkreisen, Kommunen, Kammern, Hochschulen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Der Masterplan 2.0 bildet dafür die Leitlinie.
„Ostwürttemberg hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass wir Wandel können. Jetzt gehen wir den nächsten Schritt – entschlossener, vernetzter und zukunftsorientierter denn je“,
fasst der Steuerungskreis zusammen, so IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler.
Weitere Informationen unter: www.zukunft-ostwuerttemberg.de


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