Dienstleistungen

Skeptischere Dienstleister

Die Dienstleister in der Region Ostwürttemberg sind weiterhin mehrheitlich zufrieden mit der aktuellen Situation, schauen jedoch skeptischer in die Zukunft.
Lediglich 15,1 % sprechen von einer schlechten, annähernd die Hälfte (44,9 %) von einer guten Geschäftslage. Der Geschäftslageindikator der Dienstleistungsbranche sinkt im Vergleich zum Jahresbeginn von 43,3 auf 29,9. Innerhalb der Dienstleistungen entwickeln sich kaufmännische und rechtliche Beratung sowie ITK-Dienstleister besser aufgrund von Digitalisierung, regulatorischer Komplexität und IT-Sicherheit. Architektur- und Ingenieurbüros sind von der Investitionstätigkeit im Bau- und Infrastrukturbereich abhängig, sodass sie ihre Lage schlechter einschätzen.

Die Geschäftserwartungen trüben sich ein: Knapp 76 % sprechen von einer verbesserten oder gleichbleibenden Geschäftserwartungen. Der Geschäftserwartungsindikator ist von 11,4 auf -1,3 gefallen und rutscht damit in den negativen Bereich.
Die Umsätze sind bei vier von zehn Unternehmen gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal gestiegen (40,8%), fast jedes dritte spricht weiterhin von gleich bleibenden Umsätzen (29,3 %). Die Umsatzerwartungen verschlechtern sich jedoch im Vergleich zum Jahresbeginn: 36,4 % der Dienstleistungsunternehmen gehen in den nächsten zwölf Monaten von steigenden Umsätzen aus, 37,4 % von gleich bleibenden. Damit sinkt dieser Erwartungsindikator im Vergleich zum Jahresbeginn um 12,3 Punkte auf nun 10,7. Eine weitere Erklärung für die verschlechterte Geschäftslage bieten auch die Zahlen für die Ertragslage: 37,1 % bewerten die Ertragslage mit „gut“, zum Jahresbeginn waren es noch 42,4 %. Der leichte Aufwärtstrend zu Jahresbeginn kehrt sich bei den Auftragsvolumina wieder um: Fast jedes vierte Unternehmen spricht von steigenden (25,9 %), vier von zehn sprechen von gleich bleibenden Volumina (40,4 %). Damit sinkt der Lageindikator von 5,5 zu Jahresbeginn wieder auf den negativen Wert mit (-7,7).
Das Hauptrisiko bei den überwiegend arbeitsintensiven Dienstleistern ist nun die Inlandsnachfrage (48,7 %). Die Arbeitskosten nehmen in ihrer Bedeutung um 19,4 Prozentpunkte ab und landen auf dem zweiten Platz mit 44 %. Der Fachkräftemangel wird von 40,6 % der Unternehmen als Geschäftsrisiko angegeben. Auslandsnachfrage, Wirtschaftspolitik sowie Wechselkurse zeigen abnehmende, während Energiepreise, geopolitische Spannungen und Rohstoffpreise zunehmende Bedeutung im Vergleich zum Jahresbeginn aufweisen. 7,1 % sehen keine Geschäftsrisiken.
Die Beschäftigtenzahlen werden weiter pessimistischer eingeschätzt als am Jahresbeginn. Während 12,2 % der Unternehmen von steigenden Beschäftigtenzahlen ausgehen, sprechen 27,5 % der Dienstleistungsunternehmen von fallenden; sechs von zehn wollen ihre Belegschaft halten (60,3 %). Damit sinkt der Lageindikator weiter von -6,3 auf -15,8 und verbleibt im negativen Bereich.
Der Lageindikator für die Inlandsinvestitionen rutscht wieder ins Negative – von 7,9 am Jahresbeginn auf nun -2,8. 24,5 % wollen mehr Investitionen tätigen, während bei 32,8 % das Investitionsvolumen gleich hoch bleibt. Von abnehmenden oder keinen Investitionen sprechen demnach 42,7 % Hauptmotive der Investitionen sind weiterhin die Digitalisierung (54,3 %), der Ersatzbedarf (61,2 %) sowie Innovationen (Service, Vertrieb) mit 41,2 %. Einen deutlichen Rückgang von 10,4 Prozentpunkten weisen Umweltschutz/Energieeffizienz auf mit nun 13,4 %.
37,4 % der Dienstleistungsunternehmen sprechen von einer problematischen Finanzlage, dabei 12,6 % von zunehmenden Forderungsausfällen, 13,4 % von Eigenkapitalrückgängen und 11,2 % der befragten Unternehmen von Liquiditätsengpässen. Während zum Jahresbeginn noch 10 % von einem erschwerten Fremdkapitalzugang sprachen, sind es nun 8,4 %. Kein Dienstleistungsunternehmen gibt eine drohende Insolvenz an; im Herbst 2025 waren es noch 1,6 %.

Fachkräftemangel im Transport- und Verkehrsgewerbe

Im Transport- und Verkehrsgewerbe hat sich die Lage per Saldo zum Jahresbeginn wieder verschlechtert: 17 % der Unternehmen sprechen von einer „guten“ und 23 % von einer schlechten Geschäftslage. Der Lageindikator sinkt von 0 auf -6 und damit in den negativen Bereich. Erklärbar ist diese Einschätzung mit den Umsätzen und den Auftragseingängen eher nicht: Mehr als Hälfte der Unternehmen geben gestiegene Umsätze an – im Herbst 2025 waren es noch 38 %. Auch die Auftragseingänge entwickelten sich eher positiv: Jedes vierte Unternehmen spricht von steigenden (Jahresbeginn 2026: 0 %), mehr als die Hälfte von gleich bleibenden Auftragseingängen. 19 % geben fallende Auftragseingänge an (Jahresbeginn 2026: 39 %). Erklärbar wäre dies durch die anziehende Industriekonjunktur, von der die Unternehmen als vor- und nachgelagerte Glieder der Wertschöpfungskette betroffen sind.
Die Geschäftserwartungen fallen pessimistischer aus: Weiterhin sprechen zwar 11 % von Verbesserungen, jedoch geben nun 22 % eine verschlechterte Geschäftserwartungen an. Am Jahresbeginn waren es nur 4 %. Damit rutscht der Erwartungsindikator wieder in den negativen Bereich auf -11 Punkte.
Die Investitionsbereitschaft der Verkehrsunternehmen nimmt seit Frühsommer 2025 kontinuierlich weiter ab: 17 % sprechen von zunehmenden Investitionen, und dabei primär in Ersatzbedarf und Digitalisierung, jedes dritte zum Zweck der Rationalisierung. 11 % wollen keine Investitionen tätigen (Jahresbeginn 2026: 8 %). 22 % der Verkehrsunternehmen sprechen von einer problematischen Finanzlage (Jahresbeginn 2026: 37 %), insbesondere aufgrund von Eigenkapitalrückgängen.
Lediglich 6 % gehen von steigenden und 39 % von fallenden Beschäftigtenzahlen in den nächsten zwölf Monaten aus. Gründe für die geringe Einstellungsbereitschaft ist im Fachkräftemangel bei LKW-Fahrerinnen und -Fahrern zu sehen, der wieder für 78 % der Verkehrsunternehmen das größte Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung darstellt. Bei einer möglichen Belebung der Nachfrage könnten hier Transportkapazitäten fehlen, was Lieferengpässe und zusätzliche Preissteigerungen begünstigen würde. Um mehr als 13 Prozentpunkte hat das Risiko Energiepreise zugenommen, während die Arbeitskosten in ihrer Bedeutung um mehr als 32 Prozentpunkte abgenommen haben und nun im Ranking auf den dritten Platz abrutschen.

Eintrübung im Hotel- und Gaststättengewerbe

Bei den Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe trübt sich die Stimmung etwas ein: 37 % Unternehmen geben eine gute, 44 % sprechen von einer befriedigenden Geschäftslage. Zu Jahresbeginn 2026 haben nur 6 % von einer schlechten Geschäftslage gesprochen – nun sind es 19 %. Erklärt werden kann dies weiterhin nur zum Teil mit den Lageindikatoren Umsatz, Erträge und Zimmerauslastung: 54 % sprechen von gefallenen Umsätzen, 23 % von gestiegenen. Im Frühsommer 2025 haben noch 42 % gestiegene Umsätze angegeben. Dabei ist der Umsatz mit Privatkunden zurückgegangen. Von einer Verschlechterung der Ertragslage sprechen 31 %, am Jahresbeginn waren es noch 25 %. Die Zimmerauslastung ist in der Hotellerie bei allen befragten Unternehmen gesunken. Die Mehrwertsteuersenkung auf sieben Prozent bei Speisen seit dem 1. Januar 2026 hat angesichts gestiegener Personal-, Energie- und Einkaufskosten nicht zu Preissenkungen für die Gäste geführt.
Von einer verschlechterten Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten geht jedes vierte Unternehmen aus, am Jahresbeginn war es jedes zweite. 44 % rechnen mit einer Verschlechterung (Jahresbeginn 2026: 13 %). Damit sinkt wiederum die Bereitschaft, Investitionen zu tätigen von 44 % zum Jahresbeginn auf nun 25 %. Zudem wirken sich die pessimistischen Erwartungen auf die Beschäftigung aus: 13 % sprechen von steigenden Beschäftigtenzahlen, zum Jahresbeginn 2025 waren es noch 39 %. Hauptrisiken sind weiterhin die Arbeitskosten. Stark in ihrer Bedeutung zugenommen haben Energiepreise, geopolitische Spannungen und Rohstoffpreise, während der Fachkräftemangel weiter im Ranking auf Platz acht abrutscht.