Die Arbeitsmarktlage in Ostwürttemberg entwickelt sich im Frühjahr laut Agentur für Arbeit stabil. Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen für die kommenden zwölf Monate in der IHK-Umfrage zeigt dagegen keine Stabilisierung und die zurückhaltende Personalnachfrage setzt sich fort.
Die regionale Arbeitslosenquote lag laut Agentur für Arbeit im April zwar weiterhin mit 4,4 % unter dem Schnitt von Baden-Württemberg mit 4,7 % - die Arbeitslosenzahl hat sich jedoch im Vergleich zum April 2026 um 609 erhöht auf nun 11.465. Dabei stieg die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vorjahresmonat 2026 im Ostalbkreis wie in Heidenheim um 0,2 Prozentpunkte. Die Anzahl offener Stellen ist in Ostwürttemberg im Vergleich zum Vorjahresmonat nochmals gefallen auf nun 2.909, was einer relativen Änderung von -14,3 % entspricht. Dieser Prozentwert fällt im Landkreis Heidenheim mit -13,4 % niedriger aus als im Ostalbkreis mit -14,7 %. Im Land Baden-Württemberg wurden dagegen -5,2 % weniger offene Stellen als im Vorjahresmonat gemeldet.
Die Arbeitslosenquote der Agentur für Arbeit gibt den Anteil der Arbeitslosen an allen zivilen Erwerbstätigen an. Datenquelle: Agentur für Arbeit, eigene Berechnungen.
Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen für die kommenden zwölf Monate in der IHK-Umfrage zeigt dagegen keine Stabilisierung und die zurückhaltende Personalnachfrage setzt sich fort: Rund 15 % der befragten Unternehmen gehen von steigenden Beschäftigtenzahlen aus – jedoch plant weiterhin jedes dritte Unternehmen (31,4 %) mit Freistellungen, im Frühsommer 2025 waren es noch 22,1 %. 53,9 % der Unternehmen wollen ihre Personalstärke stabil halten. Dieser Anteil ist leicht um 0,4 Prozentpunkte gestiegen.
Ein Blick auf die Betriebsgrößenklassen zeigt, dass die Personalpläne im Vergleich zum Frühsommer letzten Jahres pessimistischer ausfallen: Der Anteil der Unternehmen, die von „fallenden Beschäftigtenzahlen in den nächsten zwölf Monaten“ sprechen, ist in Mikrounternehmen mit rund 23 % und bei Unternehmen mittlerer Größe mit rund 33 % stabil geblieben. Gestiegen ist der Prozentwert dagegen in kleinen Betrieben (+12,1 Prozentpunkte auf 30,1 %) und in großen Unternehmen (+14,7 Prozentpunkte auf 34,2 %). Mitarbeitende einstellen wollen rund 16 % der kleinen wie auch großen Unternehmen. Am niedrigsten fällt der Wert mit rund 9 % bei Mikrounternehmen aus.
Die zurückhaltende Einstellungsbereitschaft korrespondiert bei großen Unternehmen nicht mit den Geschäftserwartungen: Lediglich rund 16 % der großen Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten gehen von einer Verschlechterung aus. Von einer Verbesserung sprechen nun 37 % - zum Jahresbeginn waren es noch 26 %. Bei Unternehmen mittlerer Größe ist es weiterhin jedes dritte (rund 34 %), dass von einer Verschlechterung ausgeht. Der Erwartungsindikator bei mittleren Unternehmen rutscht weiter in den negativen Bereich von (-8,2) auf (-22,3). Auch die Geschäftserwartungen der Mikrounternehmen fallen pessimistischer aus als noch zu Jahresbeginn. Hier sprechen 38,6 % von einer Verschlechterung und 24,8 % von einer Verbesserung ihrer Geschäftstätigkeit in den kommenden zwölf Monaten.