Best-Practice

Neues Wohnprojekt für Auszubildende in Neckarsgmünd geplant

Auf einem bislang ungenutzten Grundstück an einer zentralen Verkehrsachse soll ein umfangreiches Wohnprojekt für Auszubildende realisiert werden. Geplant ist die Schaffung von rund 160 Wohneinheiten, die vor allem jungen Menschen in der beruflichen Ausbildung zur Verfügung stehen sollen. Insgesamt ist ein Investitionsvolumen von etwa 25 Millionen Euro vorgesehen.
Hintergrund des Vorhabens ist die geplante Sanierung eines bestehenden Ausbildungsstandorts aus den 1970er-Jahren. Während der Bauphase und auch langfristig soll neuer Wohnraum geschaffen werden, um bisher dezentral genutzte Unterkünfte zu ersetzen und die Unterbringung künftig stärker zu bündeln.
Für die Umsetzung wurde ein externer Projektentwickler eingebunden, der die Anlage errichten und nach Fertigstellung an den Bildungsträger übergeben soll. Die architektonische Planung übernimmt ein spezialisiertes Planungsbüro. Ziel ist es, Wohnraum zu schaffen, der nicht nur funktional ist, sondern auch das soziale Miteinander und pädagogische Konzepte unterstützt.
Das Projekt trägt den Arbeitstitel „CampusDorf“ und orientiert sich gestalterisch an einer dörflichen Struktur. Geplant ist eine lockere Anordnung von insgesamt neun Wohnhäusern, die sich um ein bestehendes Gebäude gruppieren. Dieses Bestandsgebäude soll erhalten und künftig für gemeinschaftliche Nutzungen zur Verfügung stehen.
Die Neubauten sind zwei- bis dreigeschossig geplant und umfassen jeweils zwischen 13 und 21 Wohneinheiten. Durch unterschiedliche Bauhöhen, Fassadenfarben und Dachformen soll ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild entstehen. Die Gesamtgeschossfläche beträgt rund 4.860 Quadratmeter. Ziel ist ein harmonisches Einfügen in die Umgebung, insbesondere im Übergangsbereich zwischen weniger dichter Bebauung und dem stärker urbanen Umfeld.
Ein wesentlicher Bestandteil der Planung ist der Umgang mit einem angrenzenden Bachlauf. Aufgrund möglicher Hochwasserereignisse werden bauliche Maßnahmen erforderlich, um das Gelände abzusichern. Vorgesehen ist unter anderem die Renaturierung des Uferbereichs sowie die Schaffung zusätzlicher Flächen zur Wasserrückhaltung. Die Gebäude selbst werden in erhöhter Lage errichtet, um sie vor Überflutung zu schützen. Diese wasserbezogenen Maßnahmen sollen zugleich gestalterisch in die Außenanlagen integriert werden.
Vorhandene Grünstrukturen, darunter ein markanter Großbaum, sollen erhalten bleiben und durch zusätzliche Pflanzungen ergänzt werden. Insgesamt wird Wert auf einen hohen Grünanteil gelegt.
Auch verkehrliche und sicherheitstechnische Aspekte fließen in die Planung ein. Aufgrund der Nähe zu einem Bahnhof ist vorgesehen, die Zahl der Pkw-Stellplätze bewusst gering zu halten. Dadurch soll mehr Raum für Grünflächen entstehen. Zudem erleichtern niedrigere Gebäude im Notfall Evakuierungen und den Einsatz von Rettungskräften.
Da das Grundstück zwischen einer Bahntrasse und einer stark befahrenen Straße liegt, spielt der Schallschutz eine zentrale Rolle. Die Wohnräume werden überwiegend lärmabgewandt ausgerichtet, zusätzlich sorgt eine massive Bauweise für eine wirksame Schalldämmung.
Die zuständigen Gremien haben der Umsetzung des Projekts in mehreren Bauabschnitten grundsätzlich zugestimmt. Für den Umbau des bestehenden Gebäudes liegt derzeit noch kein gesonderter Antrag vor. Es soll jedoch erhalten und in seiner ursprünglichen Anmutung weiterentwickelt werden.